Kommissar Dupin: Bretonische Spezialitäten - Do. 06.05. - ARD: 20.15 Uhr

Auf den Spuren der Freibeuter von Saint-Malo

03.05.2021 von SWYRL/Wilfried Geldner

In seinem neunten Fall im Ersten seit 2014 zieht es Kommissar Dupin (Pasquale Aleardi) von seinem Standort Concarneau in den Norden der Bretagne, nach Saint-Malo. Eigentlich will er dort nur einen privaten Termin organisieren, aber dann wird er in der Markthalle des Ortes Zeuge eines Messermordes.

Der aus Paris in die Bretagne versetzte Kommissar Georges Dupin (Pasquale Aleardi) muss in seinem bereits neunten Film, "Bretonische Spezialitäten", im pittoresken Saint-Malo im Norden der Bretagne ermitteln. Sicher keine schlechte Idee des Autors der Romanvorlage, Jean-Luc Bannalec alias Jörg Bong, der bekanntlich 2020 sein Pseudonym zu lüften wagte. Schauplatz ist diesmal einer der schönsten Orte der Welt und zudem eine Hauptstadt von Gourmets und Sterneköchen.

In der gleichnamigen Buchvorlage besucht Dupin mit seinem Chef einen Polizeikongress. Eine Gelegenheit für viel Ironie, sowie Lobpreisungen von Stadt und Küche. Im Film fällt derlei leider flach - es geht gleich in medias res: Dupin wird in der Markthalle von Saint-Malo Zeuge eines Messerangriffs. Eine Frau (Nadja Becker) ersticht vor Zorn die eigene Schwester. Der Grund ist unklar: Habgier, Eifersucht und Rache kommen infrage.

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Stolze Nachfahren großer Korsare

Was bedeutet der Satz: "Er gehört mir", den Dupin auf dem Handy der Ermordeten lesen kann, aber auch von den Lippen der Frau in der Aufzeichnung einer Videokamera danach? Gut, dass da die tüchtige Ortspolizistin Zoé (Bettina Burchard, "SOKO Leipzig") nachhelfen kann. Es stellt sich nämlich heraus, dass die beiden Schwestern stadtbekannte Restaurantleiterinnen und Sterneköchinnen waren. Allerdings war die Jüngere erst kürzlich aus Marseille zurückgekehrt, wo sie eigentlich eine neue Restaurantgründung plante.

Weil es nicht bei dem einen Tötungsdelikt bleibt und zwei weitere Morde im Milieu des edleren Gastgewerbes folgen, drängt sich trotz privater Eifersucht bald der Gedanke an ein Mitwirken der Mafia auf. Zumal auch bald ein Finsterling auf der Bildfläche erscheint, der sich bestens auskennt mit deren Gepflogenheiten. Doch Buchvorlage und Film (Drehbuch: Eckhard Vollmar) wollen mehr. Sie führen die Story in die Zeiten der berühmten Freibeuter von Saint-Malo zurück. Vor allem der im Rollstuhl sitzende Vater (Peter Franke) der feindlichen Schwestern wähnt sich als stolzer Nachfahre großer Korsare.

Dupin hat es unter solch historischer Last nicht leicht. Sehr begreiflich, dass er seinen daheim gebliebenen kauzigen Adlatus Kadeg (Jan Georg Schütte) herbeizitiert, der ihm helfen soll. Kadeg löst die Mordrätsel denn auch aus der Hüfte und ganz ohne Computer gewissermaßen antiquarisch. Die Regie (Bruno Grass) lässt ihm darüber hinaus auch in den belebenden Intermezzi mit Kollegin Nolwenn (Franziska Wulf) freie Hand.

"Unsere Kommissare ermitteln im Ausland" bemerkt die ARD über ihre Donnerstagsprotagonisten nicht ohne Stolz. Während die synchronisierten Darsteller - inzwischen sendet auch France 3 - dabei Schwerstarbeit leisten, wird Aleardi bereits auf der Straße erkannt. Deutsche Touristen zog es vor Corona bereits in Scharen zu den Drehorten der Krimis in der fernen Bretagne.

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