Star aus "Spider-Noir"

Brendan Gleeson spricht offen über das Älterwerden: "Man wird verletzlicher"

24.05.2026 von SWYRL/Rachel Kasuch

Zwischen Gangstern, Verlust und neuen Perspektiven: "Spider-Noir"-Star Brendan Gleeson spricht über das Älterwerden - und warum ihn gerade gebrochene Figuren heute mehr berühren als je zuvor.

Er gehört zu den großen Charakterdarstellern unserer Zeit - und trotzdem wirkt Brendan Gleeson im Gespräch erstaunlich ruhig, fast nachdenklich. Vielleicht, weil er längst an einem Punkt ist, an dem sich der Blick verändert hat. "Man bringt seine Lebenserfahrung in jede Rolle mit ein", sagt er gegenüber der Agentur teleschau.

Ein Satz, der einfach klingt - aber viel erklärt. Denn je älter er wird, desto stärker spüre er, dass Figuren ihn heute anders erreichen als früher. "Es gibt Charaktere, die sprechen einen heute direkter an, als sie es vor Jahren getan hätten", erzählt Gleeson im Gespräch. Nicht, weil sie sich verändert haben - sondern weil er es hat: "Man wird verletzlicher."

Mit "Spider-Noir" (ab 27. Mai bei Prime Video) taucht Gleeson nun in eine Welt ein, die genau von solchen Gegensätzen lebt. Er spielt Gangsterboss Silvermane - eine Figur, die ursprünglich stark von der italienischen Mafia geprägt ist. Doch Gleeson machte daraus etwas Eigenes. "Wir haben ihn zu einem irischen Gangster gemacht", erzählt der 71-jährige.

Eine Entscheidung, die auch mit seiner eigenen Geschichte zu tun hat. Denn irische und italienische Gangs hätten oft um die gleichen Dinge gekämpft - Macht, Einfluss und ihren Platz in Amerika. Gleeson selbst kennt diese Verbindung gut, hat viel Zeit in Italien verbracht. Beide Kulturen, glaubt er, ähneln einander in ihrer Mentalität.

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"Ein Mann, der älter geworden ist, der leichter blaue Flecken bekommt ..."

Der eigentliche Grund, warum ihn dieses Projekt so gereizt hat, hat jedoch einen Namen: Nicolas Cage. "Ich wollte immer mit ihm arbeiten", sagt Gleeson. Doch es ist nicht nur die Zusammenarbeit, die ihn fasziniert - sondern auch diese besondere Version von Spider-Man. "Ein Mann, der älter geworden ist, der leichter blaue Flecken bekommt und nicht mehr so landet wie früher", gesteht er. Genau das mache ihn für ihn so interessant. Kein perfekter Held, sondern jemand, der verletzlicher geworden ist. "Das ist mein Lieblings-Spider-Man." - auch, weil er sich darin selbst wiedererkennt.

Dazu kommt für ihn ein weiterer entscheidender Aspekt: die Bildsprache. Die Schwarz-weiß-Version sei für ihn die spannendere. "Sie ist atmosphärischer, geheimnisvoller", findet Gleeson. Eine Welt, die ihn sofort in ihren Bann gezogen habe.

Auch seine eigene Figur trägt genau diesen Widerspruch in sich. Silvermane sei jemand, der eigentlich am Ende seines Lebens steht - und trotzdem noch einmal auflebt. "Er hat Freude am Kampf", beschreibt Gleeson. Ein Gefühl, das ihn fast wieder jung mache - auch wenn es aus einer dunklen Motivation heraus entsteht.

Für Gleeson gibt es ohnehin keine einfachen Kategorien. "Ich habe nie daran geglaubt, dass Menschen nur gut oder nur böse sind", sagt er gegenüber teleschau. Stattdessen sei jeder Mensch eine Mischung aus beidem. "Jeder ist in seiner eigenen Geschichte der Held."

Am Ende wirkt Brendan Gleeson nicht wie jemand, der große Rollen erklären will. Sondern wie jemand, der sie versteht. Vielleicht, weil er weiß, dass es nicht um Perfektion geht - sondern um Brüche, Widersprüche und das, was einen Menschen wirklich ausmacht.

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