Chernobyl - Mo. 12.04. - ProSieben: 20.15 Uhr

Die Serie zum Katastrophen-Jubiläum

07.04.2021 von SWYRL/Bernd Fetsch

Am 26. April jährt sich zum 35. Mal eine der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte: der Super-GAU im Kernkraftwerk Tschernobyl auf dem Gebiet der heutigen Ukraine. ProSieben zeigt das vielfach preisgekrönte Serienmeisterwerk plus eine mehrteilige Doku an drei "Desaster"-Montagen.

Vor Fukushima war Tschernobyl: Noch immer gilt die Nuklearkatastrophe vom 26. April 1986 als bislang schlimmster Unfall in einem Kernkraftwerk überhaupt. Das Unglück in der Ukraine ging als erster Super-GAU (größter anzunehmender Unfall) in die Geschichte ein. Wie es zur Explosion des Reaktors und der anschließenden verheerenden Kontamination riesiger Gebiete in Osteuropa kam, erzählt die fünfteilige Miniserie "Chernobyl", die von zwei TV-Giganten aus der Taufe gehoben wurde: HBO und Sky UK taten sich 2019 erstmals zusammen, um ein gemeinsames Format zu kreieren. Nun ist das Werk, das sowohl den Golden Globe als auch den Emmy als beste Miniserie gewann, erstmals im deutschen Free TV zu sehen.

ProSieben kreiert daraus gar einen Primetime-Schwerpunkt, der sich über mehrere Montagabende streckt: Nach dem Auftakt mit zwei Folgen und der Doku "Tschernobyl - Die Wolke über Deutschland" (22.50 Uhr) folgen am 19. April (20.15 Uhr) die Episoden drei und vier plus die Doku "Tschernobyl - Die wahren Helden" (22.55 Uhr) und am 26. April (20.15 Uhr) die finale Serien-Episode gefolgt von der Doku "Tschernobyl - Das Geschäft mit der Katastrophe" (21.50 Uhr).

Doch zurück zur Serie selbst: "Chernobyl" ist die schonungslose, nahezu minutiöse Nacherzählung einer der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte. Dafür haben die Macher wahrlich beeindruckende Bilder gefunden, die das Publikum in ihren Bann ziehen: Brände in unwirklichen Farben, die schier unermessliche Zerstörung von Stahl, Beton und Graphit. Gigantische Rauchsäulen, die unheilbringend über dem Himmel der damaligen Sowjetunion aufsteigen und weit schlimmeres Unheil ankündigen. Die freigesetzte Radioaktivität, die auf der Haut der Arbeiter und Feuerwehrleute schlimme Verbrennungen erzeugt und sie erbrechen, leiden und sterben lässt. Es sind apokalyptische Bilder, die an die Höllengemälde des Hieronymus Bosch erinnern.

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Filmisches Denkmal für tragische Helden

"Chernobyl" ist nicht nur ein handwerklich perfekter Katastrophenthriller (Regie bei allen Folgen: Johan Renck). Zentral für die Sogwirkung der Handlung ist das menschliche Drama, das sich hinter den Kulissen abspielt: Jared Harris spielt Valery Legasov, einen Experten auf dem Feld der anorganischen Chemie, der gemeinsam mit dem linientreuen Politiker Boris Shcherbina (Stellan Skarsgard) den Vorfall schleunigst inspizieren und Lösungen zur Eindämmung der Katastrophe erarbeiten soll - nach anfänglicher Feindseligkeit müssen sie lernen, einander zu vertrauen. Unerwartete Hilfe bei ihrer Arbeit erhalten sie zudem von der brillanten Nuklearwissenschaftlerin Ulana Khomyuk (Emily Watson).

Allesamt setzen sie ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, um das Unabwendbare doch noch irgendwie zu verhindern: die Zerstörung der sowjetischen Satellitenstaaten und Ostdeutschlands aufgrund einer sich anbahnenden zweiten Explosion. Parallel dazu berührt auch das Schicksal von Lyudmilla (Jessie Buckley) und ihrem Mann Vasily (Adam Nagaitis): Der Feuerwehrmann sah sich der heftigen Strahlung während der Löscharbeiten direkt ausgesetzt. In "Chernobyl" gibt es keine klassischen Helden; es sind Menschen, die im Angesicht der Katastrophe alles in ihrer Macht Stehende tun, um Europa zu retten. Diesen auf realen Vorbildern basierenden, tragischen Helden wird nun ein filmisches Denkmal gesetzt.

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