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Disney+ wird erwachsen: Das verbirgt sich hinter "Star"

16.02.2021 von SWYRL

Rund ein Jahr nach dem Launch in Europa baut Disney+ sein Angebot deutlich aus: Die Unterkategorie Star wird fortan Filme und Serien aus dem Angebot der US-amerikanischen Plattform Hulu, aber auch einige spannende europäische Eigenproduktionen bieten.

Von "4 Blocks" über "Babylon Berlin" bis "Dark" - deutsche Serien hatten in den letzten Jahren nicht nur Hochkonjunktur, sondern räumten auch einige Preise ab. Ein Streamingdienst hielt sich bisher jedoch mit deutschen Produktionen zurück: Disney+. Überhaupt hatte sich der Mauskonzern bei seinen Online-Angeboten bislang vor allem auf ein jüngeres Publikum konzentriert (generationsübergreifende Phänomene wie "Star Wars" mal ausgeschlossen). Dies soll sich nun ändern: Am kommenden Dienstag, 23. Februar, geht unter dem Namen "Star" so etwas wie ein Hulu-Ersatz für Europa an den Start.

Neben den bereits bestehenden Marken Disney, Pixar, Marvel, Star Wars und National Geographic wird Star die sechste Kachel auf Disney+ sein. Sie vereint unter anderem Angebote von 20th Television, ABC Studios, 20th Century Studios, FX Productions und Searchlight Pictures. Auf diese Weise garantiert der Streamingdienst seinen europäischen Usern ein deutlich breiteres Angebot als bislang: von Filmklassikern wie "Stirb langsam" über Dramaserien wie "Grey's Anatomy" bis hin zu Comedy- und Sitcomformaten wie "How I Met Your Mother" oder "American Dad". Künftig sollen zudem auch Sport-Dokumentationen zu sehen sein.

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Vier Originals zum Start

Darüber hinaus scheint Disney+, wie viele andere Streaming-Portale, vermehrt auf Originals zu setzen. Ganze vier davon sollen bereits zum Start unter der Rubrik Star zu sehen sein: "Big Sky" mit Kylie Bunbury, Ryan Phillippe und "Vikings"-Star Katheryn Winnick ist eine Crime-Serie von David E. Kelley ("Big Little Lies"). Sie erzählt von zwei Privatdetektiven, die das mysteriöse Verschwinden mehrerer junger Frauen in Montana untersuchen.

Bei "Love, Victor" handelt es sich um einen Serienableger des Films "Love, Simon" (2018). Im Mittelpunkt steht ein junger Mann (Michael Cimino), der Gefühle für seinen Mitschüler entwickelt. "Helstrom" ist eine übernatürliche Dramaserie, und für die Animationsserie "Solar Opposites" über eine Alien-Familie auf der Erde zeigen sich die "Rick & Morty"-Schöpfer Justin Roiland und Mike McMahan verantwortlich. In den USA waren die Formate bereits auf Hulu beziehungsweise auf ABC ("Big Sky") zu sehen.

Der Fokus liegt auf Europa

Die mit Abstand bahnbrechendste Neuankündigung ist allerdings die Konzentration auf den europäischen Markt: Bis 2024 sollen 50 Eigenproduktionen dort entstehen. Von den ersten zehn stammen immerhin zwei aus Deutschland: "Sam - Ein Sachse" ist eine sechsteilige Serie des preisgekrönten Produzenten Jörg Winger ("Deutschland 83") und des vornehmlich als Schauspieler bekannten Tyron Ricketts ("Die Inselärztin"). Sie erzählt die wahre Geschichte von Samuel Meffire, dem ersten schwarzen Polizisten Ostdeutschlands. Zunächst als Symbol von Vielfalt zur Zeit der Wiedervereinigung gefeiert, landete er wenige Jahre später im Gefängnis. Im Mittelpunkt der achtteiligen schwarzhumorigen Serie "Sultan City" wiederum steht eine deutschtürkische Familie im Zentrum, die unfreiwillig eine kriminelle Karriere einschlägt. Ein Starttermin der beiden Serien steht noch nicht fest.

Erhöhte Preise

Es ist offensichtlich, dass Disney mit der Einführung von Star den Interessen eines noch breiteren Zielpublikums gerecht werden will. Dafür sprechen die Angebote jenseits der FSK-16- und FSK-18-Marken ebenso wie die neue Kindersicherung via PIN, die zum 23. Februar eingeführt wird. Vielleicht hofft der Mauskonzern so, die Einbrüche aufgrund von den derzeit nahezu weltweiten Kinoschließungen abfedern zu können. Immerhin soll nach "Mulan" 2020 demnächst ein weiterer Film parallel zur Kinoauswertung über den VIP-Zugang auf Disney+ (für einmalig 21,99 Euro extra) verfügbar sein: der Animationsfilm "Raya und der letzte Drache" ab Freitag, 5. März.

Die zusätzliche Konzentration auf europäisch produzierte Inhalte dürfte ein weiterer kluger Schachzug sein, um Neukunden - ungeachtet der Abopreiserhöhung von bislang 6,99 Euro pro Monat beziehungsweise 69,99 Euro pro Jahr auf 8,99 Euro pro Monat oder 89,90 Euro pro Jahr - anzulocken. Es bleibt jedenfalls spannend, was Star in den kommenden Monaten wohl noch alles an Hulu-, aber auch eigenen Inhalten zu bieten hat.

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