Doktor Ballouz - Do. 08.04. - ZDF: 20.15 Uhr

Ein Arzt wie kein anderer

01.04.2021 von SWYRL/Elisa Eberle

Es ist ein komischer Kauz, dieser Ballouz (Merab Ninidze). Doch gerade seine Eigenheiten machen ihn zum außergewöhnlichen Helden der erfrischend neuen gleichnamigen ZDF-Serie.

In der zweiten Hälfte der ersten Folge der neuen ZDF-Arztserie "Doktor Ballouz" gibt es einen Satz, der das Wesen des Titelhelden (Merab Ninidze) besser als alles andere beschreibt: "Es gibt nicht nur die Familie, in die man geboren wird", sagt er zu der kleinen Flori (Mavie Meschkowski). "Es gibt auch die, die man bekommt, wenn man sein Herz öffnet." Somit dürfte Ballouz eine besonders große Familie haben. Denn der unkonventionelle Chefarzt öffnet Patienten wie Angestellten gleichermaßen sein Herz und unterstützt sie bei ihren Problemen.

Schon in der ersten von insgesamt sechs Episoden, die das ZDF fortan in Doppelfolgen immer donnerstags um 20.15 Uhr zeigt, sind das eine ganze Menge: Auf dem Weg in die Klinik entdeckt Ballouz die hochschwangere Christina (Sophie Lutz), welche zusammen mit ihrer sechsjährigen Tochter Flori einen Fahrradunfall hatte. Dem Mädchen fehlt körperlich nichts, doch bei dem ungeborenen Baby wird im Rahmen der Untersuchung ein Herzfehler festgestellt. Können Ballouz und seine Kollegin Dr. Forster (Julia Richter) es retten?

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Herzerwärmende Szenen

Flori hingegen scheinen ganz andere Sorgen zu quälen. Mit einigen herzerwärmenden Aktionen wie etwa dem Röntgen ihres Kuscheltiers versucht Ballouz, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen. Ebenso empathisch geht er bei der jungen Assistenzärztin Dr. Schwan (Nadja Bobyleva) vor, als diese nach einer Schockdiagnose für einen Familienvater (Jonas Laux) an ihrem Beruf zweifelt.

Ballouz' eigene Leiden geraten derweil etwas in den Hintergrund: Nur am Rande erfährt der Zuschauer, dass der Arzt vor kurzem seine Frau verloren hat. Seither erscheint ihm Mara (Clelia Sarto) in seinen Gedanken. In den kommenden Folgen wird dieser Verlust weiterhin eine Rolle spielen.

Reales Vorbild

Für den Hauptdarsteller Merab Ninidze machen diese Versuche, mit der eigenen Trauer klarzukommen, gar das Schönste an seiner Rolle aus. Dicht gefolgt von der besonderen Art und Weise des Arztes: "Er bleibt sich treu, ist ein Philosoph und redet gerne. Er hat ein großes Allgemeinwissen", erklärt der 55-Jährige. Die Oberflächlichkeit, wie sie Ärzte im realen Leben mitunter an den Tag legen, hat den gebürtigen Georgier, nach eigener Aussage, hingegen schon immer irritiert.

Deshalb, so Ninidze, habe auch er "im Vorfeld viele Sachen gegoogelt und viel recherchiert", um die Zusammenhänge zu verstehen. Auf diese Weise gelingt ihm die Darstellung eines so warmherzigen und engagierten Arztes, wie er in unserem gewinnorientierten Gesundheitssystem wohl eher schwer vorstellbar ist. Allerdings beruht die Idee zur Serie (Regie: Andreas Menck, Philipp Osthus, Buch: Conni Lubek, Kerstin Laudascher, Silja Clemens) sehr wohl auf einer realen Vorlage, nämlich dem Sachbuch "Deutschland draußen: Das Leben des Dr. Amin Ballouz, Landarzt" von Jasper Fabian Wenzel.

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