Ärztechef bei "RTL Direkt"

"Schlag ins Gesicht aller Ärzte": Montgomery wettert gegen Karnevalspause der Politik

12.01.2022 von SWYRL

Die Entscheidung der Bundesregierung, trotz Omikron eine Karnevalspause einzulegen, stößt auf viel Kritik. Nun äußerte auch Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery seinen Unmut in einer Live-Schalte bei "RTL Direkt".

Allgemeine Impfpflicht, verkürzte Quarantäne und die Eindämmung der Omikron-Variante: Es gibt rund um die Pandemie derzeit viele Themen, mit denen sich die Politik beschäftigen müsste. Dennoch werden eine finale Entscheidung sowie eine Umsetzung neuer Regeln immer wieder vertagt. Dies verärgert nicht nur Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Experten wie den Ehrenpräsidenten der Bundesärztekammer und Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery. In einem Gespräch mit Jan Hofer bei "RTL Direkt" machte der 69-Jährige seinem Ärger Luft.

"Vergangene Woche haben wir alle über die Bund-Länder-Konferenz und die neuen Regeln für eine verkürzte Quarantäne und Isolation berichtet", leitete Hofer das Gespräch ein: "Verstehen Sie, warum das nicht längst geschehen ist?" - "Nein, ich kann es nicht verstehen", antwortete Montgomery. Schließlich werde die Verkürzung ja selbst von Expertinnen und Experten empfohlen: "Die Politik ist momentan sehr langsam", beklagte er.

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"Das führt auch zu einem weiteren Verdruss über die Politik"

Dies gelte insbesondere für eine Umsetzung der Impfpflicht: "Wenn man die Impflicht verabschiedet, dauert es ja noch sechs bis acht Wochen, bis die Impfpflicht wirkt." So lange betrage der Abstand zwischen den zwei Impfungen. Der damit verbundene Zeitverlust sorge dafür, dass eine Impfpflicht "bei dieser Omikron-Pandemie jetzt gar nicht mehr helfen" würde.

Montgomery wetterte: "Wenn ich höre, dass der Bundestag nicht zusammentreten kann, weil Karnevalswoche ist und an Karneval keine Sitzung stattfindet, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Ärzte und Krankenschwestern, die immer Bereitschaftsdienst machen und zu jeder Tages- und Nachtzeit arbeiten. Das kann einfach kein Argument sein!" Dass viele Menschen angesichts der zögerlichen Umsetzung einer Freitestung verärgert seien, kann er verstehen: "Das führt auch zu einem weiteren Verdruss über die Politik".

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