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Besucher, Spiele, Gewinner: So lief das Comeback der gamescom

29.08.2022 von SWYRL

Dass es die gamescom nach zwei Jahren Pandemie-bedingter Zwangspause als Live-Veranstaltung nicht leicht haben würde, war keine Überraschung. Trotz weniger Besucher herrschte jedoch gute Stimmung. Die Veranstalter sind zufrieden.

Rund 1.100 Aussteller aus 53 Ländern, 265.000 Besucher aus 100 Ländern, davon 25.000 Fachbesucher - die Zahlen der gamescom 2022 klingen beeindruckend. Zumal es die erste gamescom nach der Corona-Pause war, die wieder für Publikum vor Ort geöffnet war.

Im Vergleich zur letzten Publikumsausgabe vor der Pandemie handelt es sich dennoch um einen drastischen Besucherschwund: 2019 waren rund 100.000 Live-Gäste mehr in Köln. Die Gründe dürften vielfältig sein, bleiben aber teils spekulativ: Machen sich die Menschen noch immer Sorgen vor Ansteckungen? Hat sich die Community zu stark daran gewöhnt, dass man Events wie dieses ebenso gut von Zuhause online verfolgen kann? Waren die Erhöhungen der Ticket-Preise zu viel des Guten? Oder lag es daran, dass manche namhafter Hersteller wie Activision Blizzard, EA, Nintendo oder Sony durch Abwesenheit glänzte?

Alles in allem war die Messe jedoch ein Erfolg. So empfinden das zumindest die Veranstalter. "Die gamescom ist dieses Jahr internationaler denn je. Insgesamt ist das ein klares Zeichen aus Köln in die ganze Welt, dass der Messeplatz Deutschland zurück ist", interpretiert Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse. "Nach über zwei Jahren mit ausschließlich digitalen Events war die Freude über echte Treffen bei Branche und Community riesig", fand Felix Falk, Geschäftsführer des Branchen-Verbandes game. Auch das Interesse der Politik an der Messe sei stärker denn je, betonte Falk. Letzteres dürfte ein Argument sein, welches die Gamer herzlich wenig interessiert, denn ihnen geht es in erster Linie um neue Spiele.

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Highlights und Sieger

Immerhin: Die Auftaktveranstaltung "Opening Night Live" war mit 2.000 Gästen ausverkauft, obwohl ein Ticket 29 Euro kostete. Dass manche große Namen fehlten, hatte einen angenehmen Nebeneffekt: Die Besucher waren noch offener dafür, die kleineren Kreativschmieden für sich zu entdecken. Auch flächenmäßig war die Indie Arena Booth, wo Indie-Studios vereint waren, das größte Areal der gamescom 2022. Die Anzahl der anwesenden Streamer und Influencer in Köln und das Interesse des Publikums an ihren "Stars" zeigte ebenfalls, wie wichtig die Szene mittlerweile geworden ist.

Das wichtigste für Spieler sind natürlich die Einblicke in kommende Highlights. Zu den Höhepunkten gehörte die Ankündigung des Zombie-Games "Dead Island 2", das im Februar 2023 erscheinen soll. Weit weniger drastisch: das Freizeitpark-Aufbauspiel "Park Beyond". Auf der Messe konnten Interessierte Achterbahn-Strecken entwerfen. Passend zum Veranstaltungsort gab es für den "Microsoft Flight Simulator" ein erstes City-Update - mit einem grafisch aufgehübschten Köln. Ebenfalls mit Spannung beobachtet wurden News zu "The Calisto Protocol", "The Outlast Trials", "Atlas Fallen" und "The Lords of the Fallen".

Die Gewinner des gamescom Awards

Das Gaming-Pendant zur Oscar-Nacht sind bekanntermaßen die gamescom Awards. Der Abräumer der Awards war das südkoreanische Studio Neowiz mit drei Auszeichnungen für "Lies of P": als "Bestes Action Adventure", "Bestes Rollenspiel" sowie "Most Wanted Sony PlayStation Game". Zwei Awards gingen jeweils an "Metal: Hellsinger" der Norweger Funcom ("Most Wanted PC Game" und "Bestes Action-Spiel") und "Inkulinati" von Daedalic ("Bestes Indie-Spiel" und "Most Original Game"). Kalypso Media gewann mit "Ixion" den Titel "Bestes Strategie-/Simulationsspiel", THQ Nordic konnte mit "AEW: Fight Forever" das "Beste Sportspiel" verbuchen. Mit dem "Heart of Gaming Award" zeichnete die Jury die Solidarität der Branche mit der Ukraine aus.

Weitere Awards:

  • Most Wanted Microsoft Xbox Game: "The Last Case of Benedict Fox" (Rogue Games; USA)
  • Most Wanted Nintendo Switch Game: "Tin Hearts" (Wired Productions; UK)
  • Best Family Game: "Paper Trail" (Newfangled Games, UK)
  • Best Multiplayer Game: "Warhammer 40.000: Darktide" (Fatshark, Schweden)
  • Best Ongoing Game: "Sea of Thieves" (Microsoft, USA)
  • Best Booth: Bandai Namco Entertainment (Japan), Halle 7
  • Best Trailer: "Hogwarts Legacy" (Warner Bros. Games, USA)
  • gamescom goes green award: Ukie (UK)
  • Best Line-up: Plaion (Deutschland/Österreich)

Übrigens: Im Gegensatz zur gamescom an sich hat die Entwicklerkonferenz Devcom, die vor der eigentlichen Spiele-Messe stattfand, als Live-vor-Ort-Event um zehn Prozent zugelegt. Insgesamt rund 3.500 Fachbesucher besuchten die etwa 120 Vorträge und Termine - wahlweise direkt vor Ort in Köln oder online.

Nach der Messe ist vor der Messe; Im Jahr 2023 findet die gamescom vom 23. bis 27. August in Köln statt. Die Eröffnungsshow Opening Night Live ist für den 22. August 2023 angesetzt.

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