Neue Serie: "Alive and Kicking"

Fünf Fehler im System: Wenn der Club der roten Bänder übers Kuckucksnest fliegt

25.04.2021 von SWYRL/Andreas Fischer

Ein vorpubertärer Reiseclub der roten Bänder wehrt sich in "Alive and Kicking" auf einem Roadtrip durch Europa dagegen, ruhiggestellt zu werden.

Die Jugendlichen kommen schnell zur Sache, sowohl verbal als auch tatkräftig. Schon am Ende der ersten Folge der spanischen Serie "Alive and Kicking" haben sie sich aus einer geschlossenen Anstalt auf der Insel Menorca in die Freiheit gekämpft - vier Charaktere, die ungleicher nicht sein könnten, aber eins gemeinsam haben: Sie sind Outcasts, von der Gesellschaft zu Fehlern im System erklärte Störfaktoren. In sieben knackigen Halbstündern wehren sie sich ab dem 27. April bei Fox gegen die Gleichgültigkeit der Erwachsenen, fliegen über das Kuckucksnest und entschlüsseln das Geheimnis eines Sommers. Alle Folgen sind nach der Ausstrahlung bei den Streamingdiensten von Sky, bei MagentaTV und Vodafone abrufbar.

Mindestens 68 Stunden wollen Mickey, Yeray, Lucas, Samuel und Guada "draußen" durchhalten. So lange hat der längste Fluchtversuch gedauert, nicht einmal drei Tage. Für die vier vorpubertären Kinder können 68 Stunden aber ein ganzes Leben sein, eines, in dem sie nicht mehr stigmatisiert werden, eines, in dem sie den Erwachsenen zeigen können, wie verlogen ihre Gesellschaft ist, wie verkommen.

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Fünf Fehler im System

Den Kindern geht es nicht gut, aber sie sind selbstbewusst genug, sich dagegen zu wehren, mit Medikamenten ruhiggestellt zu werden, bis sie zu "Zimmerpflanzen" verkommen: Brave, ruhige Kinder, die nicht weiter stören und nur auf ihre Nährstoffe warten. Sie wollen ernstgenommen werden, sie wollen sich spüren, sie wollen leben. Und sie wollen sich bei Mickeys Bruder auf der italienischen Insel Ischia verstecken.

"Alive and Kicking" basiert auf wahren Begebenheiten und stammt von Bestsellerautor und Filmemacher Albert Espinosa, der schon in der Vorlage von "Der Club der roten Bänder" mit Tabus und Stereotypen gebrochen hat. Er erzählt von fragwürdigen Therapien mit Schusswaffen, von Selbstmordgedanken und Päderastie und setzt dem Drama Humor und Zärtlichkeit entgegen - und ein großes Herz für seine charismatischen Figuren.

Espinosa nimmt seine Helden ernst, weil er weiß, wie schwer es ist, einen Platz in der Welt zu finden. Sie genießen die totale Freiheit, dürfen fluchen und Fehler machen. Den spanischen Originaltitel "Los Espabilados" kann man gut mit "Die Aufgeweckten" übersetzen.

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