Marie fängt Feuer - Spiel des Lebens - So. 09.05. - ZDF: 20.15 Uhr

Lustpartieim Blauen Land

04.05.2021 von SWYRL/Wilfried Geldner

Erster von zwei neuen Filmen mit Christine Eixenberger als Feuerwehrfrau von Wildegg und Leiterin einer Bürgersprechstunde in Weilheim. Marie kümmert sich um ihr eigenes Liebesglück - und um einen hoch verschuldeten allein erziehenden Witwer und seine Kinder.

Es dauert nicht lange, bis die Feuerwehrfrau Marie Reiter (Christine Eixenberger) mit ihrem Verlobten Stefan (Stefan Murr) im elften Film der ZDF-Reihe "Marie fängt Feuer" zu einem neuen Einsatz gerufen wird (Buch und Regie: der in Wien lebende Südtiroler Hans Hofer). Gerade noch hatten sie bei einer Lustpartie im Kahn der Liebe gefrönt, da kommt die Meldung: "Zwei Kinder verschollen!" Wer sonst sollte die bei ihrer Piraten-Kaperfahrt gekenterten Kinder auf einer bewaldeten Insel ausfindig machen als die "Heldin" Marie? Wie gut, dass Marie auch gleich noch eine Sprechstunde für die Sorgen der Bürger hat. Mit ihrer ganzen Erfahrung erkennt sie sofort, dass der gestresste Vater der Kleinen große Probleme hat.

Aber auch Marie selbst sieht sich in einer Art Zwickmühle gefangen: Stefan, ihr Liebster, hat einen Seitensprung begangen, der nicht ohne Folgen blieb. Nun will ihn der "Seitensprung" zurück, Stefan bleibt aber hart: Marie für immer! Es war eine einmalige Angelegenheit. So sind sie fortan zu dritt: der Stefan, die Marie und Max, ihr Sohn, um den sich der in Australien weilende Vater so gar nicht gekümmert hat. Unterm Sternenhimmel ("König der Löwen"!) wird dieses Glück geradezu feierlich beschworen. Dagegen kommt keine noch so schlechte Lateinnote Maxens an.

Der Kosmos im Traumland Wildegg ist riesengroß. Die Großeltern - Wolfgang Fierek als Musterschüler in Latein, Saskia Vester als Matrone, welche ihre Tochter Marie verteidigt - mischen kräftig-bayrisch mit. Jürgen Tonkel und David Zimmerschied bilden als Bürgermeister und dessen Gehilfe ein durchaus komisches Slapstick-Pärchen. Dazu die schöne Landschaft (gedreht wurde wieder im "blauen Land" zwischen Weilheim und Garmisch) ... Wer sich also einmal eingelassen hat auf diese Herzkino-Traumwelt am Sonntagabend, kommt nicht mehr so leicht heraus.

Vorsicht nur, in den ersten zehn Minuten denkt man trotz Eierkuchen-Titelsong, es schlafen einem die Füße ein. Aber mit Fortdauer ist man einigermaßen fasziniert von der Chuzpe, mit der Eixenberger und Konsorten ihr unbekümmertes Heimattheater betreiben. Man kennt sich, ein paar Wortfetzen im Drehbuch reichen - und man ist nicht zuletzt dank Eixenbergers treuherzigem Augenaufschlag mittendrin in den großen und kleinen Wildegger Dramen.

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