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Negativrekord beim Kundenwachstum: Das will Netflix jetzt verändern

21.07.2021 von SWYRL

Enttäuschende Quartalsbilanz für Netflix: In den vergangenen drei Monaten verbuchte der Streamingdienst den geringsten Kundenzuwachs aller Zeiten. Geschäftsführer Reed Hastings zeigt sich dennoch entspannt - wohl auch, weil neue Geschäftsfelder für frischen Wind sorgen sollen.

Nach dem Rekordjahr 2020 stellt sich bei Netflix langsam aber sicher der Corona-Blues ein. Hatte der Streaming-Gigant im vergangenen Jahr noch die Schallmauer von 200 Millionen Abonnenten weltweit durchbrochen und Rekordumsätze eingefahren, stagniert das Kundenwachstum in diesem Jahr beträchtlich.

Schon im ersten Quartal wurde das anvisierte Ziel von sechs Millionen neuen Nutzern mit lediglich vier Millionen Streamingfans deutlich verfehlt. Noch schlechter schnitt das Unternehmen im zweiten Quartal 2021 ab: Wie Netflix am Dienstag nach Börsenschluss bestätigte, konnte man nur 1,5 Millionen neue Zuschauerinnen und Zuschauer hinzugewinnen - Negativrekord innerhalb eines Quartals.

Schnelle Besserung erwartet man unternehmensintern offenbar nicht, als Ziel für das laufende Quartal sind bescheidene 3,5 Millionen neue Kundinnen und Kunden ausgerufen. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2020 schlossen noch 8,5 Millionen Streamingfans ein Netflix-Abo ab.

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"Wir sehen keinen großen Gegenwind"

Sorgen um die Zukunftsträchtigkeit des Unternehmens macht sich Geschäftsführer Reed Hastings allerdings nicht. "Die Wachstumsstory bleibt intakt, zumindest für die nächsten Jahre", zeigte er sich bei einem Video-Interview nach Veröffentlichung des Quartalsberichts überzeugt. Auch die Vielzahl an finanzstarken Mitbewerbern auf dem umkämpften Streaming-Markt bringt Hastings nicht aus der Ruhe: "Wir sehen keinen großen Gegenwind."

Dennoch schafft Netflix derzeit die Grundlage dafür, künftig auch abseits vom klassischen Streaming-Geschäft Geld zu verdienen. Seit Juni orientiert sich der Streaming-Riese am Vorbild Disney und vertreibt über einen eigenen Onlineshop Fan-Artikel. Außerdem befindet sich laut eigener Aussage ein Vorstoß in die Games-Branche "in der Anfangsphase". Für einen guten Start soll der Gaming-Fachmann Mike Verdu sorgen, der von Facebook abgeworben wurde. Diese Ambitionen passen zu den Plänen von Netflix-CEO Hastings, der sein Unternehmen seit Jahren als Konkurrenz zu Social-Media-Diensten wie YouTube aufbauen will.

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