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Peaches ohne Gleitmittel: Das sind die Musik-Highlights der Woche

20.02.2026 von SWYRL/John Fasnaugh

Howard Carpendale, Romano und Peaches, die nach über zehn Jahren ein neues Album veröffentlicht, um einmal mehr die Grenzen des Pop auszuloten: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Die Grenzen des guten Geschmacks, würden viele sagen, hat Peaches schon lange überschritten. Aber wo andere längst erschrocken umgekehrt wären, geht die Kanadierin weiter unbeirrt ihren Weg. Über Zehn Jahre nach "Rub" meldet Peaches sich mit dem Comeback-Album "No Lube So Rude" zurück. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Howard Carpendale und Romano.

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Peaches - No Lube So Rude

Sie ist schrill, laut, obszön, unverschämt und liebt es zu provozieren: Mit ihren krachigen Electroclash-Tracks und ihren sehr expliziten Lyrics bewegte sich Peaches schon immer am äußersten Rand der Popwelt. Immer, wenn man in der Vergangenheit dachte "Hui, noch krasser geht's jetzt aber nicht", setzte die kanadische Musikerin und Produzentin einen drauf. Allerdings ging es dabei nie um die bloße Effekthascherei: Peaches ist seit vielen Jahren eine radikale Verfechterin von Toleranz und Freiheit, eine Ikone der queeren Community und als solche momentan vielleicht mehr gefragt denn je. Dass sie jetzt, ganze elf Jahre nach "Rub", endlich mal wieder ein neues Album veröffentlicht - kein Augenblick zu früh aus Sicht ihrer Fans.

Was ist im Jahr 2026 noch übrig von den Dingen, die Peaches in der Vergangenheit auszeichneten? Auf jeden Fall der Spaß am Verschieben von Grenzen und die Lust an: schrill, laut, obszön, unverschämt. "No Lube So Rude" heißt das neue Album, das könnte man übersetzen mit "Kein Gleitmittel, wie unhöflich". Schweiß, Gerüche, Körpersäfte, Umschnall-Gliedmaßen, oben rein und unten rein, von vorne und von hinten: Peaches lässt nichts aus bei diesem wilden 30-minütigen Ritt. Die Musik selbst war früher schon mal inspirierter und facettenreicher als auf "No Lube So Rude", aber die Botschaft kommt an. Und ganz am Ende, nach all dem sehr physischen Schmiermittel-Workout, singt Peaches in "Be Love" dann sogar mal von Liebe.

Howard Carpendale - Zeitlos

Er mag das Streaming-Geschäft nicht. Er findet, dass der kreative Prozess in der Musik zuletzt stark gelitten hat, und durch den Einfluss von KI werde vielleicht alles bald noch viel schlimmer: Howard Carpendale, Schlagerbarde der alten Schule, hat eigentlich schon vor längerer Zeit gesagt "Ohne mich!". So erklärte er rund um die Veröffentlichung von "Let's Do It Again" (2023) auch mehrfach, dass er nach der besagten Scheibe keine neuen Alben mehr aufnehmen werde. Jetzt, drei Jahre später, veröffentlicht Howard Carpendale mal wieder ein neues Album - passt nicht ganz zur Schlussstrich-Erklärung, muss und wird man ihm aber trotzdem durchgehen lassen.

Warum man Carpendale verzeihen muss, dass er entgegen früherer Aussagen jetzt doch noch einmal ein neues Album herausbringt: weil er gerade Geburtstag hatte. Das Album sei "ein ganz besonderes Geschenk, das der Entertainer sich und seinen Fans macht". Und weil auch nicht alles ganz "neu" ist an "Zeitlos". Ein "Jubiläumsalbum", aufgenommen und veröffentlicht anlässlich des 80. Geburtstags von Howard Carpendale im Januar. Zu großen Teilen besteht die Sammlung aus neu eingespielten Klassikern wie "Ti Amo", "Hello Again" und "Das schöne Mädchen von Seite 1", die jetzt moderner klingen sollen als früher. Daneben sind aber auch ganz neue Lieder dabei, etwa die Single "Ein neuer Morgen". "Zeitlos" enthält insgesamt 20 Lieder und ist in verschiedenen Varianten erhältlich, unter anderem auch als limitierte Fotobuch-Edition.

Romano - Körper

Seit gut zehn Jahren sorgt Romano mit seiner Kunst zwischen Rap, Techno, Schlager und Metalkutte regelmäßig für Aufsehen in der deutschen Musikszene. Oder, je nach Perspektive, für irritiertes Stirnrunzeln. Viele sind sich bis heute immer noch unsicher, ob das alles genial oder total bescheuert ist, wenn Romanos Musik läuft. Aber das macht den eigenwillig-liebenswerten Köpenicker mit den langen Zöpfen natürlich auch interessant. Drei Jahre nach "Vulkano Romano" (2023) erscheint jetzt mal wieder eine neue Liedersammlung - diesmal ist es sogar ein richtiges Konzeptalbum, mit dem Romano im März auch ausgiebig durch Deutschland touren wird.

Im ersten Track singt Romano über seine Zunge. Die "will an allem lecken", macht "Geräusche wie ein Specht", kann sich "wild im Kreis drehen" und hinterlässt vom Proberaum bis zum Baumarkt überall "feuchte Spuren". Erstaunlich, was der Lappen alles drauf hat. Anschließend schneidet Romano sich "zick-zack, schnipp-schnapp" alle Finger ab und singt über seine Ohren, aus denen bei ihm "neues Leben geboren" wird. Track um Track erkundet der Berliner den eigenen "Körper" - so heißt dann auch sein vierter Langspieler, der wieder in Zusammenarbeit mit Produzent Suriusmo entstand. Bescheuert oder genial? Romano selbst ordnet es so ein: "Ein bisschen Till Eulenspiegel, ein bisschen Münchhausen, vielleicht auch etwas Forrest Gump."

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