Wegen Wahlkampf-Hilfe für die FDP

RBB-Moderator Jörg Thadeusz geht bis zur Wahl nicht mehr auf Sendung

14.09.2021 von SWYRL

Jörg Thadeusz hat sich mit einem Gastbeitrag für die FDP aktiv in den Wahlkampf zur Berliner Abgeordnetenhauswahl eingeschaltet. Der rbb und der WDR legen dem Moderator das als Verstoß gegen die Geschäftsordnung aus - und zogen Konsequenzen.

Er gehört zu den prominentesten und meinungsstärksten Gesichtern des rbb. Doch vor der Bundestagswahl wird Jörg Thadeusz keine Sendungen im Rundfunk Berlin-Brandenburg mehr moderieren. Auch die Hörfunksendung, die der 53-Jährige für den WDR produziert, pausiert bis zum 26. September, an dem nicht nur der neue Bundestag gewählt wird, sondern auch die neue Zusammensetzung des Berliner Abgeordnetenhauses. Die Entscheidung machten beide Sendeanstalten am Montag in einer Pressemitteilung bekannt.

Hintergrund der Zwangspause ist ein Textbeitrag des öffentlich-rechtlich beschäftigten TV-Journalisten für das Wahlkampf-Magazin des FDP-Landesverbands in Berlin. "Jörg Thadeusz hat uns nach der Diskussion um seine Veröffentlichung in einer Partei-Zeitschrift zur Berliner Abgeordnetenhauswahl heute vorgeschlagen, seine Arbeit bis zur Wahl ruhen zu lassen. Wir respektieren und akzeptieren das und werden von der geplanten Ausstrahlung von 'Thadeusz und die Beobachter' am 21. September absehen", lässt sich rbb-Chefredakteur Dr. David Biesinger in der Mitteilung zitieren.

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Thadeusz erkennt "Fehler" - Einigung ist fehlgeschlagen

Auch Thadeusz selbst bezieht in dem Schreiben Stellung. Er müsse konstatieren, "dass mir meine Veröffentlichung als Parteinahme ausgelegt wird. Ich möchte nicht, dass die Kolleginnen und Kollegen beim rbb sich wegen meines Fehlers Zweifel an ihrer journalistischen Integrität ausgesetzt sehen". Laut Geschäftsordnung des rbb dürfen Mitarbeitende des Senders in den sechs Wochen vor einem Wahltermin "in keiner Rundfunksendung des rbb auftreten, wenn sie sich im jeweiligen Wahlkampf aktiv betätigen".

Eine gütliche Einigung mit dem Star-Moderator ist offenbar nicht zustande gekommen. Wie der rbb mitteilt, habe man "das Gespräch mit Jörg Thadeusz gesucht" und ursprünglich verabredet, dass Thadeusz in seiner Sendung "Thadeusz und die Beobachter" am 21. September zu der Veröffentlichung Stellung nimmt. "Diese Lösung", so rbb-Chefredakteur Biesinger, "hätte Transparenz hergestellt, zumal in der Sendung ausschließlich Journalisten und Journalistinnen und keine Politikerinnen und Politiker zu Gast gewesen wären. Wir möchten am Vorhaben, aus verschiedenen Perspektiven und ohne parteipolitische Beteiligung auf den Wahlkampf zu schauen, festhalten und planen deshalb kurzfristig ein Ersatzprogramm."

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