Vergleich zwischen Mauerfall und Klimabewegung

"Wer friedlich demonstriert, bringt weder sich selbst noch seine Familie in Gefahr"

27.04.2021 von SWYRL

Im ARD-Wendedrama "Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution" spielt Jungstar Janina Fautz eine Wende-Aktivistin. Die 25-Jährige sieht deutliche Parallelen zwischen den Protesten in der DDR Ende der 80-er und heutigen Umweltbewegungen wie "Fridays for Future".

Kann man jene Proteste, die Ende der 80-er zum Mauerfall führten, mit heutigen Umweltbewegungen wie "Fridays for Future" vergleichen? Jungschauspielerin Janina Fautz, die im Wendedrama "Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution" (ARD, Mittwoch, 28. April, 20.15 Uhr) eine Leipziger Umwelt- und Freiheits-Aktivistin spielt, sagte, sie sähe "sowohl Parallelen als auch Unterschiede". Die 25-Jährige erklärt im Interview mit der Agentur teleschau: "Auch heute demonstrieren junge Leute in Deutschland für die Veränderung unseres Lebens, unserer Gesellschaft. Der Unterschied ist natürlich, dass wir heute in einer Demokratie leben. Wer jetzt in Deutschland friedlich demonstriert, bringt weder sich selbst noch seine Familie in Gefahr."

Dass es in demokratischen Verhältnisse leichter fällt, die Welt zu verändern, findet die Schauspielerin hingegen nicht. "Heute besteht die Schwierigkeit darin, gehört und ernst genommen zu werden. Weil es den Leuten - noch - gut geht, ist die Veränderungsbereitschaft geringer, selbst wenn man die Welt vor die Wand fährt. Zudem gibt es heute so viele Möglichkeiten sich abzulenken oder auf andere Themen anzuspringen, dass es schwieriger ist, Menschen für eigentlich notwendige gesellschaftliche Veränderungen zu gewinnen."

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Unter dem Strich, so Fautz im teleschau-Interview, sollte das Ende der 80-er in der ehemaligen DDR Erreichte heutigen Protestbewegungen wie "Fridays for Future" aber gewaltig Mut machen. "Der Erfolg beider Gruppen schien am Anfang extrem unwahrscheinlich", erklärt sie. "Gerade die jüngeren Teilnehmer bei 'Fridays for Future' müssen sich immer wieder anhören, dass ihr Protest doch eh nichts bringt, weil er die Welt nicht verändern wird und dass die Mächtigen und die träge Mehrheit der Bevölkerung am Ende doch beim Status quo bleiben werden. Hätten die wenigen Aktivisten in der damaligen DDR auf diese Meinung gehört, wäre die Wende so niemals passiert."

Jania Fautz: "Dass aus einer kleinen Bewegung eine große werden kann, die ein ganzes Land und die Welt verändert, hat die Zeit Ende der 80-er gezeigt." Ihr Film "Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution" erzählt auf eindrücklicher Art und auf Tatsachen beruhend von dieser Zeit. Fautz spielt eine junge Leipzigerin, die Ende der 80-er mit einer anarchischen Jugendgruppe die Wende initiiert. Der Film entstand nach dem gleichnamigen Sachbuch von Peter Wensierski.

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