"Bares für Rares"
Horst Lichter (links) staunte nicht schlecht, als Experte Detlev Kümmel in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" zur Rasierklinge griff: "Das ist das erste Mal, dass wir was kaputt machen." Die Verkäuferin stimmte dem ungewöhnlichen Eingriff zu, obwohl der ermittelte Schätzwert nach der Aktion sogar niedriger ausfiel als zuvor.
© ZDF"Bares für Rares"
Irmgard und Marlena aus Bayern wollten ein besonderes Konvolut verkaufen, dessen Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen: ein Klassiker der chinesischen Malereitradition, der kalligrafische Holzschnitte auf feinem Reispapier zeigte. Irmgards Onkel hatte es zum Firmenjubiläum als Geschenk erhalten - damals arbeitete er als Schriftsetzer.
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Laut Detlev Kümmel galt das Werk als echter Meilenstein, der immer wieder neu aufgelegt wurde. Doch die Ausgabe von 1952 brachte ein Problem mit sich: Die Verschlussknöpfe waren aus Elfenbein. "Das ist doof", ahnte Lichter und sprach bereits von "Magenschmerzen". Denn ohne eine behördliche Genehmigung ist ein Verkauf nicht erlaubt.
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Irmgard hatte lediglich 200 bis 300 Euro im Sinn. Kümmel schätzte den Wert des Kalligrafie-Handbuchs aber auf 1.000 bis 1.500 Euro. Die Überraschung war groß - und die Verkäuferin kam auf eine rettende Idee: Die Elfenbein-Verschlüsse sollten entfernt werden. Kümmel hielt den Vorschlag für sinnvoll und setzte ihn gleich in die Tat um.
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Mit einer Klinge trennte der Experte die Verschlüsse ab und versicherte, diese ordnungsgemäß beim Amt abzugeben. Lichter war dennoch nervös, denn: "Das ist das erste Mal, dass wir hier was kaputt machen", verriet er. Doch die Verkäuferin freute sich über die Händlerkarte, auch wenn der Wert nach dem Eingriff niedriger ausfiel: 900 bis 1.400 Euro.
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"Das ist ein ganz berühmtes Werk", erklärte auch Daniel Meyer (Mitte), während er die einzelnen Holzschnitte genau betrachtete. Liza Kielon hakte skeptisch nach: "Du kennst das?" Meyer nickte und bestätigte selbstbewusst: "Ich habe ihn sogar schon zweimal versteigert." Über den erzielten Preis schwieg er aber - auch auf Nachfrage von Fabian Kahl.
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Das fein gedruckte Werk sei heute wieder als gefragte "Re-Import-Ware zurück nach China" im Umlauf, berichtete Meyer und schwärmte: "Das ist eine schöne Rarität." Fabian Kahl stimmte zu und verwies zudem auf den "tollen Zustand". Anschließend mussten die Verkäuferinnen jedoch erst mal die entfernten Verschlüsse erklären ...
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Ohne die Aktion wäre ein Verkauf nicht möglich gewesen - umso größer fiel die Dankbarkeit bei den Händlern aus. Liza Kielon eröffnete das Bietergefecht mit 250 Euro, doch ihr Startgebot wurde rasch übertroffen. Im folgenden Schlagabtausch zwischen Julian Schmitz-Avila und Fabian Kahl (rechts) wurde die Marke von 1.000 Euro im Nu erreicht.
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Meyer hatte sich bislang bedeckt gehalten, stieg nun aber mit einem Gebot von 1.300 Euro ein. Das spornte Schmitz-Avila (rechts) erst recht an: Schließlich reise er zweimal im Jahr nach Hongkong und plane, das Stück dort weiterzuverkaufen. "Das verliert nicht an Wert - die Chinesen kaufen es zurück und stellen es sich ins Regal", erklärte er.
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Nun trieben Meyer und Schmitz-Avila die Gebote in die Höhe - sehr zur Freude der Verkäuferin, die nie geahnt hätte, einen solchen "Schatz" zu besitzen. Schmitz-Avila zeigte sich unbeirrbar: "Ich will neue Märkte erschließen", meinte er und überbot seinen Kontrahenten schließlich mit 1.600 Euro - und erhielt am Ende auch den Zuschlag.
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Ebenfalls in der Sendung präsentiert wurde Schmuck, der auf den ersten Blick zusammenpasste. Doch laut Wendela Horz war der Armreif aus 585er Weißgold mit 1,5 Karat Diamanten aus den 1970-ern, die Brosche aus 750er Gold aus den 1950-ern. Gewünscht wurden 3.000 bis 4.000 Euro, geschätzt 3.700 bis 4.000 Euro. Elke Velten zahlte 3.000 Euro.
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Ein Gemälde, das während des Zweiten Weltkriegs in den Familienbesitz kam, stammte laut Colmar Schulte-Goltz (links) aus dem Jahr 1900. Doch leider war die angegebene Signatur falsch: Das Bild ahmte den Wiener Künstler Jakob Waltmann nach, erreichte aber nicht dessen Qualität. Für eine Fälschung konnte Lichter keine Händlerkarte vergeben. Der Verkäufer war enttäuscht.
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Der Zustand einer Personenwaage aus den 1920er- bis 1940er-Jahren war Detlev Kümmel zufolge schlecht: Aus dem hydraulischen Kolben war Öl ausgelaufen. Der Wunschpreis lag bei 1.500 Euro, der Experte schätzte jedoch nur 500 bis 600 Euro. Am Ende kaufte Daniel Meyer die Waage für 200 Euro, nachdem sonst niemand Interesse gezeigt hatte.
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Eine Kette mit Anhänger (585er und 750er Gold) aus den 1990er-Jahren schätzte Expertin Wendela Horz vor allem wegen der Reinheit des großen Aquamarins (40 Karat) sowie dem Tansanit und Diamanten auf 2.600 bis 3.000 Euro. Doch die Verkäuferin hatte sich 4.800 Euro gewünscht und nahm den Schmuck nach der Expertise lieber wieder mit.
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Colmar Schulte-Goltz datierte die Vorratsdosen mit Druckdekor der Porzellanfabrik Schönwald anhand der Stempelung auf 1919 bis 1927. Die Verkäuferin wünschte sich 150 Euro, auch der Experte schätzte den Wert so ein. Liza Kielon zahlte schließlich 120 Euro für das Küchenset in einwandfreiem Zustand.
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