13.05.2026 von SWYRL
Olivia Jones kämpft seit Jahren unermüdlich für Toleranz und Vielfalt. Wie wichtig es ist, insbesondere junge Menschen zu sensibilisieren, betonte die Dragqueen nun in einem Interview.
Olivia Jones sieht die Rechte queerer Menschen dieser Tage wieder stark bedroht: "Die Gewalt gegen Homosexuelle steigt wieder. Hinzukommen Ausgrenzung und der weltweite Rechtsruck", beklagt sie im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau: "Das alles macht mir große Sorgen." Die Kult-Dragqueen fordert: "Wir müssen als Gesellschaft wieder zusammenstehen und für unsere Rechte und unsere Freiheiten kämpfen! Denn unsere Demokratie, unsere Meinungsfreiheit, die Rechte von queeren Menschen - das alles sollte doch eigentlich selbstverständlich sein!"
Im Vergleich zu ihrer Kindheit sei die Gesellschaft "viel toleranter geworden", weiß die 56-Jährige: "Durch das Internet ist es auch viel leichter, Gleichgesinnte zu finden. Es gibt viele Selbsthilfegruppen, die es zu meiner Zeit noch nicht gab." Dennoch sei es sei wichtig, "jungen Menschen zu sagen, dass diese Freiheiten, die sie heute genießen, hart erkämpft wurden". Denn eben diese Freiheiten seien heute wieder in Gefahr, so fürchtet sie: "Da sind wir als Gesellschaft gefragt: Wir dürfen uns das einfach nicht bieten lassen! Es gibt so viele Möglichkeiten, sich einzusetzen, aber Stillschweigen bringt uns auf keinen Fall weiter."
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"Dass ein Kind so sein darf, wie es möchte, ist der Schlüssel, um glücklich zu sein"
Einen Beitrag für mehr Akzeptanz und Toleranz könnten auch Fernsehfilme wie "Olivia" leisten: Der Film unter Regie von Till Endemann basiert auf Olivia Jones' Autobiografie "Ungeschminkt: Mein schrilles Doppelleben" und erzählt von ihrem steinigen Weg von einem kleinen Jungen, der wegen seiner Queerness angefeindet wurde, zur Kult-Ikone, die Olivia Jones heute ist. "Es geht einfach darum, den Menschen Kraft zu geben und vielleicht auch Eltern, die queere Kinder haben, zu zeigen, wie wichtig Akzeptanz und Liebe sind", erklärt Jones: "Dass ein Kind so sein darf, wie es möchte, ist der Schlüssel, um glücklich zu sein."
Mit Blick auf das Fernsehprogramm im Allgemeinen sieht sie derzeit großen Nachholbedarf: "Es gab eine Zeit, in der Queerness in den Medien viel sichtbarer war. Aber heute habe ich das Gefühl, dass der momentane Rechtsruck in den USA zunehmend auch zu uns rüberschwappt, und das finde ich ziemlich gefährlich."
Gegen Desinformation vorgehen
Neben der Sichtbarkeit queerer Menschen in den Medien sei es jedoch auch wichtig, "dass man gegen diesen ganzen Hass im Internet, diese Desinformationen und dieses Schüren von Ängsten vorgeht". Dafür setzt die Dragqueen auch auf den Dialog mit den Verfasserinnen und Verfassern von Hassbotschaften, denn: "Viele junge Menschen wissen gar nicht, was ihr Mobbing und ihr Hass anrichten." Das sei auch Thema im Film "Olivia".
"Olivia" läuft am Mittwoch, 13. Mai, um 20.15 Uhr, im ZDF, und ist schon jetzt online abrufbar.


