03.04.2026 von SWYRL/Julian Weinberger
Journalisten und fußballnahe Reporter glaubten an einen "aufwendigen Streich", doch 2001 machte Mainz 05 einen Spieler zum Trainer. Welchem Zufall Jürgen Klopp seinen ersten Job als Coach und damit den Start einer großen Laufbahn zu verdanken hat, löst nun eine Sky-Doku auf.
Zwei deutsche Meisterschaften, eine in der Premier League, dazu der Titel in der Champions League 2019: Jürgen Klopp zählt ohne Zweifel zu den erfolgreichsten deutschen Trainern der Fußballgeschichte. Dabei wäre es beinahe gar nicht zu dieser Weltkarriere gekommen, wie die neue Sky-Dokuserie "Jürgen Klopp: Die Ära Liverpool" (ab 3. April) aufschlüsselt. Denn Klopps erster Trainerjob im Fußball beim FSV Mainz 05 war alles andere als geplant. "Er ist eher zufällig zum Trainer geworden", bestätigt Journalist Raphael Honigstein in der vierteiligen Serie.
Im Februar 2001 hingen die Mainzer tief im Tabellenkeller der zweiten Liga fest. Als der damalige Coach Eckhard Krautzun die Mannschaft vor die Wahl stellte, wurde klar: Das Team steht nicht länger hinter dem Trainer - und der damalige Sportdirektor Christian Heidel zog Konsequenzen. "Über Nacht wurde der alte Trainer gefeuert und Klopp wurde Trainer. Keiner konnte es glauben", beschreibt Honigstein.
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Klopp blickt auf Start als Trainer zurück: "Zu der Zeit waren wir tot"
Im Kreise der Journalisten habe man die Berufung von Klopp auf den Chefsessel gar für einen "aufwendigen Streich" gehalten, so Honigstein. Doch das Geld bei der Mannschaft am Bruchweg war knapp und die Alternativen rar. "Zu der Zeit waren wir tot, aber wir waren eine Gruppe von Freunden", blickt Klopp selbst in der Doku zurück. Doch schon bald sollte der Erfolg dem vermeintlichen Mainzer Notfallplan recht geben und aus der Übergangslösung Klopp wurde ein Erfolgsmodell.
"Sie erkannten, es war eine brillante Idee", erläutert es Raphael Honigstein in der Sky-Doku. "Mainz spielte plötzlich einen Fußball, den Mainz niemand zugetraut hätte." Nach zwei dramatisch verpassten Aufstiegen in die Bundesliga schafften es Klopps Mannen 2004 endlich in die deutsche Eliteliga.
Dass der Charismatiker an der Seitenlinie die Mainzer Elf in der Bundesliga etablierte, blieb nicht unbemerkt: 2008 gab Jürgen Klopp den Avancen von Borussia Dortmund nach. Von den späteren Erfolgen unter "Kloppo" war der BVB damals noch weit entfernt. Noch wenige Jahre zuvor war man denkbar knapp der Insolvenz entkommen, entsprechend klein war das Budget. Doch die Kombination aus Klopps taktischen Ideen und einer jungen, frischen Mannschaft fruchtete. "Der Fußball war nicht mehr wiederzuerkennen", rekapituliert Honigstein den Dortmunder Wechsel zum "Heavy-Metal-Style" - der Grundlage für die historischen Titel 2011 und 2012.


