"Bares für Rares"
Verkäufer Leon sorgte in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" mehrfach für Aufsehen: Erst begeisterten seine seltenen Gedenkringe Wendela Horz mit ihren bewegenden Geschichten, dann ließ der hohe Wunschpreis Horst Lichter staunen, und im Händlerraum wurde schließlich hart gefeilscht. Die Entscheidung fiel erst per Münzwurf.
© ZDF"Bares für Rares"
Bereits beim ersten Blick auf die drei historischen Ringe geriet Expertin Horz ins Schwärmen: "So viele unglaubliche Geschichten stecken darin." Die Schmuckstücke wurden vor über 20 Jahren auf einem Bonner Flohmarkt gekauft, doch ihre Ursprünge reichten deutlich weiter zurück. "Es gibt so viel zu erzählen", kündigte die Expertin an.
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Der erste Ring aus Gold trug im Ringkopf kunstvoll geflochtenes Haar, das von einem Bergkristall sowie einem Kranz aus Gagat geschützt wurde. "Ein klassischer Gedenkring", erklärte Horz und nannte die Zeitspannte 1810 bis 1830. Die Ringschiene sei jedoch im 20. Jahrhundert durch eine Fassung aus 375er-Gold ersetzt worden.
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Auch der zweite Ring stammte aus dem frühen 19. Jahrhundert, war aber aus 585er-Gold gefertigt und mit Saatperlen und einem Chrysoberyll besetzt. Dem Edelstein schrieb man damals besondere Kräfte zu: Er sollte seinem Träger Wohlstand bringen und vor negativen Einflüssen schützen: "Er zieht quasi Geld an, wehrt aber auch den bösen Blick ab."
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Der dritte Ring des Trios bestand aus 750er-Gold, war mit Diamant und Perlen besetzt und einer Punze zufolge 1810 in London geprüft. Auf der Ringschiene entdeckte Horz eine goldene Inschrift auf schwarzem Emaille: "In memory of Alex Gibb". Solche klassischen Gedenkringe wurden von wohlhabenden Familien nach einem Todesfall verschenkt.
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"Es sind drei Ringe, die auf unterschiedliche Art und Weise an eine geliebte Person erinnern wollen", betonte Horz. Trotz ihres Alters und sichtbarer Gebrauchsspuren waren die historischen Schmuckstücke bemerkenswert gut erhalten. Auch heute könnten die Ringe noch problemlos getragen werden, lautete das Fazit der Expertin.
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Diese Ringe seien Sammlerobjekte und laut Expertise "sehr gefragt und gut verkäuflich". Der Wunschpreis des Verkäufers fiel entsprechend hoch aus. Leon wünschte sich 1.500 Euro pro Ring. Lichter konnte seinen Ohren kaum trauen. "Pro Ring?", fragte der Moderator ungläubig nach. "Wieso nicht?", entgegnete Leon selbstbewusst.
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Der reine Goldwert lag insgesamt bei 900 bis 1.000 Euro. Insgesamt schätzte Horz das "schöne Konvolut" aber nur auf 1.500 Euro und bliebt somit deutlich unter der Preisvorstellung des Verkäufers. Leon nahm die Händlerkarte trotzdem an. Schließlich sei ein Verkauf immer noch besser, als wenn die Ringe weiterhin ungenutzt zu Hause liegen würden.
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Schon beim Öffnen der Schatulle erregten die Ringe gesteigerte Aufmerksamkeit. "Das haben wir selten: echtes Haar", staunte Wolfgang Pauritsch. Auch Susanne Steiger zeigte sich angetan vom Gedenkschmuck aus der späten georgischen Zeit: "Sehr dekorative Zeitzeugen." Anschließend stieg sie mit einem ersten Gebot von 500 Euro ein.
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Im Bietergefecht mit Friedrich Häusser und Pauritsch kletterte der Preis stetig nach oben. Bei 1.300 Euro stieg Pauritsch aus: "Ich verabschiede mich." Steiger erhöhte schließlich auf 1.400 Euro, ließ Häusser ebenfalls auf der Strecke und fragte optimistisch: "Kommen wir ins Geschäft?" Doch Leon beharrte auf dem Schätzwert der Expertin.
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"1.500 Euro? Das will ich aber nicht", konterte Steiger und fragte ratlos: "Was machen wir denn jetzt?" Leon hatte eine Idee: Der endgültige Kaufpreis sollte per Münzwurf entschieden werden. Er setzte auf Kopf, Steiger warf die Münze und tatsächlich landete sie auf Kopf. "Das Glück war auf meiner Seite", freute sich der Verkäufer.
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"Herzlichen Glückwunsch", gratulierte Steiger dem Verkäufer und erklärte lächelnd: "Also, so habe ich noch nie drei Ringe gekauft." Die ungewöhnliche Preisermittlung hatte nicht nur Steiger sondern der ganzen Runde Spaß gemacht. Zum Abschluss hoffte die neue Besitzerin: "Die drei Ringe bringen mir jetzt hoffentlich ein bisschen mehr Glück."
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Als weiteres Objekt der Sendung datierte Sven Deutschmanek einen Werbeaufsteller der Hannen-Brauerei (Mönchengladbach) Ende der 1980er-Jahre. Gewünscht wurden 80 Euro, geschätzt 80 bis 120 Euro und am Ende 50 Euro von Julian Schmitz-Avila für den Köbes gezahlt.
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Eine Vase aus dem Second-Hand-Shop (Einlaufspreis: 20 Euro) stammte Colmar Schulte-Goltz aus der Werkstatt Barovier & Toso in Murano. Für die Glasvase aus den 1960er-Jahren wünschte sich die Verkäuferin stolze 5.000 Euro. Der Experte taxierte 3.000 bis 4.000 Euro. Schließlich erhielt Wolfgang Pauritsch für 2.000 Euro den Zuschlag.
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Wendela Horz datierte ein Schlangenarmband von Kollmar & Jourdan aus Pforzheim in die 1920er-Jahre. Für den Schmuck aus Doublé, vergoldete Kupfer-Zink-Legierung, wünschte sich die Verkäuferin 200 Euro. Horz taxierte 100 bis 150 Euro. Wolfgang Pauritsch zahlte letztlich 150 Euro.
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Einen portablen Strommesser (Amperemeter) datierte Sven Deutschanek zwischen 1901 und 1905. Für den alten Messer im Holzgehäuse von Hartmann & Braun (Frankfurt am Main) wünschte sich der Verkäufer fünf bis 80 Euro. Deutschmanek schätzte 30 bis 60 Euro. Wolfgang Pauritsch zahlte 70 Euro.
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