"Time Flies"-Ankündigung

Apple treibt's bunt: Neue iPad- und Watch-Modelle, aber kein Wort zum iPhone

Kein Wort zur nächsten iPhone-Generation, dafür stellte Apple bei seinem "Time Flies"-Event in Cupertino neue Apple-Watch-Modelle, aktualisierte iPads und einen Fitness-Service vor.

Ob den Online-Zuschauern beim Apple-Showcase aus Cupertino die Luft weggeblieben ist, lässt sich schwer sagen - mit der neuen Apple Watch Series 6 hätte es sich immerhin messen lassen. Das beim "Time Flies" betitelten Event vorgestellte Modell kann neben Puls und Herzströmen via EKG nun über einen zusätzlichen Infrarot-Sensor die Sauerstoffsättigung im Blut bestimmen. Der Wert ermögliche einen Einblick in das "allgemeine Befinden", so Apple. Der Hersteller will nun in mehreren Studien zudem erforschen, welche Gesundheitsanwendungen künftig mit den gewonnenen Erkenntnissen möglich sind.

Am grundlegenden Design der Apple Watch hat sich wenig geändert, im Inneren arbeitet nun der neue S6-Chip mit Dual-Core-Prozessor - basierend auf dem A13-Modell aus dem iPhone. Das bringe bis zu 20 Prozent mehr Leistung. Obwohl das Always-on-Display mehr Leuchtkraft besitzt und zudem ein Höhenmesser "dauerhaft aktiv" ist, beträgt die Akku-Laufzeit wie beim Vorgängermodell rund 18 Stunden. In Deutschland ist die Series 6 ab Freitag, 18. September, zu Preisen ab 418 beziehungsweise 515 Euro (Mobilfunkversion) zu haben.

Etwas günstiger fällt die ebenfalls vorgestellte Apple Watch SE aus. Wie das iPhone mit derselben Typbezeichnung vereint sie teils aktuelle Technik mit Bauteilen aus älteren Watch-Modellen und soll eine preisbewusste Klientel ansprechen. Ab 291 beziehungsweise 340 Euro (Mobilfunkversion) gibt's den S5-Chip aus der Series 5, den Höhenmesser und die Beschleunigungssensoren der neuen Series 6. Im Gegenzug muss auf das Always-on-Display, die EKG-Funktion und ein USB-Netzteil verzichtet werden. Letzteres begründet Apple mit Umweltaspekten.

Um den Absatz der Uhren weiter anzukurbeln, können künftig auch Nutzer ohne eigenes iPhone die Apple Watch nutzen. Allerdings muss die Uhr über das iPhone einer anderen Person gekoppelt werden - eine Funktion, die hauptsächlich auf Familien abzielt und in Deutschland zusammen mit der Telekom umgesetzt werden soll.

Farbenspiele beim iPad Air

Vor zehn Jahren wurde das iPad auf den Markt gebracht und feiert seitdem enorme Erfolge. Zum Jubiläum präsentierte Apple eine runderneuerte Version des iPad Air. Das kantige Design mit schmalen Gehäuserändern orientiert sich deutlich an den aktuellen iPad-Pro-Modellen, fällt dank den fünf Farbtönen Silber, Dunkelgrau, Roségold, Grün und Himmelsblau aber deutlich bunter aus.

Das 10,9 Zoll große Display hat eine Auflösung von 2.360 mal 1.440 Pixel, unterstützt den P3-Farbraum und die True-Tone-Technik, die die Farbtemperatur automatisch an das Umgebungslicht anpasst. Der Touch-ID-Sensor, beim Vorgängermodell noch im Home-Button untergebracht, steckt nun im Einschaltknopf. Aus den Lautsprechern dringt Stereo-Sound.

Die größte Neuerung verrichtet aber im Inneren ihren Dienst: Apple präsentierte mit dem A14-Bionic das erste Mobile-SoC, das auf einem 5-nm-Herstellungsprozess basiert. Bedeutet: Es konnten noch mehr Transistoren auf kleinerer Fläche verbaut werden, sodass am Ende mehr Leistung bei erhöhter Energieeffizienz zur Verfügung steht. Der A14 wird auch in der neuen iPhone-Generation verbaut sein, die allerdings mit keinem Wort bei der Präsentation erwähnt wurde.

Die 12-Megapixel-Einzelkamera ist das gleiche Modell wie beim iPad Pro und in der Lage, 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufzunehmen. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 7 Megapixel. Ebenfalls vom Pro bekannt: der Anschluss für Apples Magic Keyboard, WLAN nach 802.11ac und die Unterstützung des Apple Pencil 2.

Nach zehn Stunden will das Tablet wieder ans Netz. Geladen wird das neue Air über einen USB-C-Anschluss - das Ende von Lightning ist absehbar.

Die Preise für das iPad Air beginnen bei 632 Euro - für die "Vollausstattung" (256 Gigabyte Speicher, LTE) sind indes 934 Euro fällig. Das Gerät ist laut Apple im Oktober verfügbar.

Update für das Budget-iPad

Auch das Einstiegs-iPad wird erneuert. Die achte Generation bekommt als Prozessor einen A12 Bionic mit 6-CPU- und 4-GPU-Kernen. Geblieben sind die Maße, das LC-Display und die Unterstützung des Apple Pencils der ersten Generation. Das Tablet ist ab 18. September im Handel und kostet in der einfachsten Version mit spärlichen 32 Gigabyte Speicher 369 Euro. Mit SIM-Karten-Steckplatz und maximal 128 Gigabyte werden 603 Euro fällig. Erhältlich ist es in den Farben Silber, Space Grau und Gold.

Eines für alles

Im Service-Bereich wandelt Apple auf den Spuren von Amazon und seinem Prime-Angebot: Wer beim Internet-Versand-Riesen "Prime"-Kunde ist, bekommt nicht nur kostenlose Paketlieferungen, sondern hat darüber hinaus Zugriff auf zahlreiche Musik-Titel, Filme, Serien und neuerdings auch PC-Games.

Ähnliches schwebt Apple mit "One" vor: die Bündelung zahlreicher Einzelangebote - darunter Apple Music, Apple TV+, Apple Arcade, Apple News+ und ein neuer Service namens Fitness+, der über eine eigene App mit virtuellen Workoutkursen zu mehr Sport anregen soll. Die Apple Watch misst dabei, ob die Übungen der Trainingseinheiten richtig durchgeführt werden.

Eines für alles also? Nicht ganz. "Apple One" kommt im Herbst in unterschiedlichen Ausführungen. Das Basispaket für Einzelpersonen enthält iCloud mit 50 GByte Online-Speicherplatz, Apple TV+, Apple Music sowie Apple Arcade und kostet 15 Euro im Monat - für die Familiennutzung verlangt Apple 20 Euro.

Das 30 Dollar teure Premium-Abo, das zusätzlich Apple News+, Fitness+ und 2 Terabyte iCloud-Speicher enthält, wird allerdings hierzulande vorerst nicht verfügbar sein. News+ und Fitness+ sind nur in wenigen englischsprachigen Regionen verfügbar.

Alle Pakete sind 30 Tage lang kostenlos, ehe automatisch das zahlungspflichtige Abonnement beginnt. Eine Kündigung ist jederzeit möglich, betont Apple.


Das könnte dir auch gefallen

Trending auf SWYRL