Bares für Rares
"Ganz fürchterlich", lautete das knallharte Urteil eines Händlers in der Donnerstagsausgabe von "Bares für Rares". Schuld daran war ein außergewöhnliches Schmuckstück mit tierischer Vergangenheit.
© ZDFBares für Rares
Konkret handelte es sich um eine schillernde Kette samt passendem Armband, einst ein Geschenk der Großmutter. Was daran für Irritation sorgte? Die glänzenden Elemente waren keine Edelsteine - auch wenn sie auf den ersten Blick genau danach aussahen.
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"Oha oha oha", entfuhr es Horst Lichter beim ersten Blick auf das ungewöhnliche Ensemble. Der Gastgeber ahnte direkt, womit er es zu tun hatte ...
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"Das sind die Panzer von kleinen Käfern!", mutmaßte Lichter richtig. "So ist es", bestätigte Wendela Horz. Tatsächlich bestanden die Schmuckstücke aus echten Panzern südamerikanischer Schildkäfer.
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"Die ganz mutigen Damen haben sich auch damit geschmückt." Laut der Expertin seien einstmals Abertausende dieser Käfer verarbeitet worden. Nicht nur Schmuck entstand daraus, sogar Abendkleider wurden mit den Tierpanzern bestickt - eine Vorstellung mit Gruselfaktor.
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"Damals hat sich niemand Gedanken gemacht, was das für das Tier bedeutet", erklärte Horz weiter. "Heute sind wir Gott sein Dank weiter und wir gehen - zumindest viele von uns - respektvoller mit Tieren um."
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Nicht ohne Grund wurden die Insekten früher auch "Natürliche Edelsteine" genannt. Als Wendela Horz mit der Taschenlampe auf den Schmuck leuchtete, schimmerten die Panzer noch immer eindrucksvoll in Blau- und Grüntönen.
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Die Unterseiten der Käferpanzer erinnerten die Expertin wiederum ein wenig an Aliens. Horst Lichter hingegen konnte kaum hinsehen, so fremdartig wirkten die Stücke auf ihn.
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So kurios der Schmuck auch wirkte: Verkauft werden durfte er dennoch. Die Tiere stehen nicht unter Schutz, außerdem waren die Stücke bereits sehr alt. Entstanden waren sie vermutlich zwischen 1890 und 1900.
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Für ihr stolzes Alter von weit über 130 Jahren präsentierten sich Kette und Armband erstaunlich gut erhalten. 500 bis 700 Euro hielt die Expertise für realistisch. Doch wie würden die Händler auf den Käferschmuck reagieren?
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Mit reichlich Staunen. "Ich hab das noch nie als Collier gesehen", meinte Fabian Kahl (links) beeindruckt. Und als Anaisio Guedes fragte, ob die Verkäuferin den Schmuck selbst getragen habe, stellte sie trocken klar: "Nein. Ich trage keine toten Tiere um den Hals." Das saß.
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Julian Schmitz-Avila (rechts) zeigte dafür volles Verständnis: "Käfer find ich ganz fürchterlich."
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Fabian Kahl hatte deutlich weniger Berührungsängste. Nach einem munteren Bieterduell legte er schließlich 700 Euro für den außergewöhnlichen Schmuck auf den Tisch.
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"Wenn wir diesen Stuhl anschauen, gibt es nur zwei Möglichkeiten", erklärte Detlev Kümmel zu Beginn seiner Expertise: "Selber gebastelt oder designt." Zweiteres war der Fall: Das Stück stammte aus Dänemark und wurde in den 1990er-Jahren von Designer Verner Panton entworfen.
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"Wow, cool", hallte es begeistert durch den Händlerraum, als das Designobjekt enthüllt wurde. Der "Pantonic 5010" lud sofort zum Probesitzen und Wippen ein. Die Verkäufer hofften auf 800 Euro, die Expertise lag wegen der Neulackierung allerdings nur bei 500 bis 600 Euro.
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Der Freischwinger kam bei allen Händlern bestens an. Am Ende sicherte sich Walter "Waldi" Lehnertz (links) das Designerstück für 510 Euro.
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Nach dem von Waldi kurzerhand getauften "Entenstuhl" blieb es tierisch: Ein kleiner Porzellanhund aus dem Hause Rosenthal wartete auf einen neuen Besitzer. Das Modell "Barsoi", gefertigt 1923 in Selb, wurde auf 150 bis 200 Euro geschätzt.
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Als größter Hundefan im Händlerraum erwies sich Julian Schmitz-Avila. Er nahm den Vierbeiner für 200 Euro mit.
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Als Nächstes stand eine Haarspange aus 750er-Gold zum Verkauf. Das Schmuckstück von Designerin Sabine Samuel überzeugte Wendela Horz mit einer "außergewöhnlich schönen Qualität" und wurde auf 1.600 bis 1.800 Euro taxiert.
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Im Händlerraum wurde engagiert geboten. Vor allem zwei Händler bekamen sich wegen des Modells "similis 2" in die Haare. Für 2.000 Euro schlug Julian Schmitz-Avila schließlich erneut zu.
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Im Doppelpack wurden anschließend zwei alte Gemälde präsentiert. Laut Expertise stammten die floralen Motive mit ihren opulenten Stuckrahmen von Clara von Sivers und seien in den 1890er-Jahren entstanden. Der Schätzwert lag bei 1.000 bis 1.500 Euro.
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Im Händlerraum folgte dann allerdings die Überraschung: Kein einziger Händler wollte bieten. Der Grund: Alle fünf hielten die Werke wegen der ungewöhnlichen Signatur für Kopien.
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