"Deutschland sucht den Superstar"

Bohlen giftet gegen "Rap-Prinzessin" - da werden DSDS-Erinnerungen ans "Durchnudel-Gate" wach

14.04.2026 von SWYRL/Jürgen Winzer

Dieter Bohlen macht sich auch mit frischen 72 Lenzen Gedanken um die Gesellschaft. Da sorgt er sich vor allem um die Kleinsten. Eine selbsternannte "Rap-Prinzessin" aus Stuttgart bekam es zu spüren und war am Ende genauso von Bohlen enttäuscht wie DSDS-Jurorin Isi Glück.

Dieter Bohlen ist Jahrgang 1954 und somit mitten in der Generation Boomer (Jahrgänge 1946 bis 1986) geboren. Aber er steht auch mit 72 noch mitten im Leben, also auch dem modernen. Jedenfalls muss er sich zum 21. Mal in seinem Leben als Juror bei "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) anhören, was (hauptsächlich) die Generation Z (1997 bis 2010) so gesanglich zu bieten hat. Und das ist, bedauerlicherweise, ab und zu gar nicht mal so viel. Am vierten Casting-Tag platzte dem Titanen dann auch mal die Hutschnur.

Zur Aufführung kam am vierten Casting-Tag von "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) die Kandidatin Nummer 9. Marie Emylie Marques Moreira (25) stellte sich als "Rap-Prinzessin" eigentlich aus Stuttgart, jetzt aber Berlin und als hauptberufliche Schauspielerin vor. Die Jury tat sich gleich eher schwer. "Warum bist du so angezogen, wie du angezogen bist?", fragte Bohlen. Jury-Kollege Bushido hakte nach: "Kannst du nicht singen und deshalb rappst du?"

Marie Emylie hat es bei YouTube schon auf 1.730 Abonnenten gebracht und feiert sich in der Account-Beschreibung "Emylie vereint Hyperpop, Techno und Deutschpop-Gesang zu einem Sound, der inspiriert und bewegt." Kein Wort von Rap. Trotzdem: Sie groovte dann mit ihrem eigenen Song "Marie Monroe" los. Deutlich inspired by Shirin D., Katja K., Nina C. oder Loredana A.

"Bin busy, hab Termine. Jeder will gern wissen, was ich mach, was ich verdiene. Mary Monroe, bin die süßeste Blondine." Nur Isi Glück (35) wippte angetan mit. Bushido (47) guckte kritisch, Bohlen sparsam.

Marie rappte weiter: "Jetzt machen alle große Augen wie bei Anime. Ich bin die Sugar-Mami, nenn mich Mr. Money-Maker. Bin Anfang 20, mach mehr Geld als dein Papi, ho. Wer bitte behauptet, dass ich für Erfolg ein Abi brauch? Du wärst gerne auch so, die Uhr an meinem Handgelenk kostet mehr als dein Auto."

Da hatte Dieter Bohlen genug. Sein Reklamierarm ging hoch, Abbruch.

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Dieter Bohlen hatte schon häufiger Zoff mit starken Rapperinnen

Um Musik, Rap oder Gesang ging's erst mal gar nicht. Dieter war vor allem wegen der Text-Message not amused. "Was ihr da immer so an die Jugendlichen transportiert, diese ganzen Klischees. 'Ich hab so viel Kohle, ich verdiene in der Sekunde werweißwas' - und dann geht ihr nach Hause in eure Ein-Zimmer-Wohnung und überlegt euch, ob ihr euch nen Hamburger kaufen könnt." Dieter redete sich in Rage. Schließlich würden die unschuldigen Kinder in der Schule die transportierten Klischees glauben.

Nämlich die Mär, so Bohlens unausgesprochene Message, dass man auch ohne "richtige Arbeit" zu Wohlstand kommen könne. Mit neuen Verdienstmethoden hatte Bohlen - "klassische" Laufbahn: Abitur, Studium, Abschluss, mühsames Strampeln als No-Name-Produzent, schließlich 1984 Durchbruch über Nacht zum Megastar - schon früher Probleme. Davon kann Jill Lange ein trauriges Lied singen. Als sie sich 2023 in der Jubiläumsstaffel vorstellte und ihre Teilnahme an Datingformaten wie "Are You The One" oder "Ex On The Beach" thematisiert wurde, fragte Bohlen nach ihrer beruflichen Karriere: "Hast du denn was Normales gemacht oder nur Abi und dich dann durchnudeln lassen?"

Der Vorfall schlug höchste Wellen und ging als "Durchnudel-Gate" in die DSDS-Annalen ein. Die damalige Jurorin Rapperin Katja Krasavice wäre Bohlen am liebsten direkt an die Kehle gesprungen und lieferte sich in der Folge einen unschönen Beef mit dem Titanen.

Auch mit Genre-Kollegin Shirin David, die 2017 in der DSDS-Jury saß und angeblich für die Jubiläumsstaffel ein Millionenangebot für ein Comeback ablehnte, zoffte sich Dieter öffentlich. Rap und vor allem die starken jungen und (vor)lauten Frauen des Genres, die gar nichts vom Patriarchat im Musikbiz halten, scheinen nicht so Bohlens Ding zu sein.

Jill Lange wurde 2023 bis in die dritte Runde des Thailand-Recalls mitgezogen, bevor sie endlich ausschied. Das bleibt Marie Emylie erspart. Sie bekam zwei Nein-Stimmen von Dieter und Bushido. Damit war der Drops gelutscht. Ballermann-Star Isi Glück ("Och, komm!") war beinahe so enttäuscht wie Marie Emylie.

Isi Glück ist traurig über das Aus der "Rap-Prinzessin"

Es ist nicht unironisch, dass gerade DSDS über die Jahre der jungen Generation vorgaukelte (und fairerweise in einigen Fällen auch nachdrücklich bewies), dass man es mit dem Talent fürs Trällern zu Ruhm und Reichtum bringen kann.

Dass der Glücksstrahl des Schicksals auch sie treffen möge, davon dürfen nach dem vierten Casting-Tag der 21. Staffel von DSDS diese Kandidaten weiterträumen: Noemi Stefaniak (23) aus Hamburg, Maric Verch (31) aus Eitorf, Lukas Weiß (24) aus Schlüsselfeld, Zeliha Coban (22) aus Reute und Zeliha Coban (22) aus Reute. Denn sie bekamen den schimmernden Recall-Zettel und sind damit unter den besten 30 des 2026er Jahrgangs.

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