CDie zehn besten Filme von Pedro Almodóvar
Seit 50 Jahren prägt Pedro Almodóvar das europäische Kino wie wenige andere Regisseure. Von den provokanten Komödien seiner Anfangszeit bis zu den modernen Melodramen, die ihn zu einer festen Größe im Arthaus-Kino gemacht haben, hat die Filmografie des 76-Jährigen einiges zu bieten. So auch das bestechend schöne Drama "Leid und Herrlichkeit" (2019), das ARTE am 6. Mai 2026 um 20:15 Uhr ausstrahlt. Die Galerie präsentiert die zehn besten Filme des Spaniers.
© 2024 Getty Images/Vittorio Zunino Celotto10. Volver - Rückkehren (2006)
Gleichermaßen Komödie und Drama stellte "Volver - Zurückkehren" 2006 tatsächlich auch so etwas wie eine Rückkehr Pedro Almodóvars dar - denn mit seinen letzten Filmen hatte sich Regisseur bis dahin ganz dem Genre Melodram zugewandt. Penélope Cruz (links) brilliert als Raimunda, deren Leben schon chaotisch genug war, bevor ihre verstorbene Mutter Irene (Carmen Maura, links) aus dem Jenseits zurückkehrte.
© TOBIS Film9. Die Haut, in der ich wohne (2011)
Den Psychothriller "Die Haut, in der ich wohne" bezeichnete Almodóvar selbst als "Horrorgeschichte ohne Schreie und Kämpfe". Der Film, der auf einem französischen Science-Fiction-Roman basiert, ist tatsächlich furchteinflößend und beklemmend: Der geniale Schönheitschirurg Robert Ledgard (Antonio Banderas) hat eine künstliche Haut entwickelt, mit der er seine verstorbene Frau wieder zum Leben erwecken möchte. Dazu nutzt er den Körper einer Geisel.
© TOBIS Film8. Julieta (2016)
Nachdem Almódovar 2013 mit "Fliegende Liebende" noch einmal eine skurrile Komödie gedreht hatte, kehrte er mit "Julieta" zum Melodram zurück. Nach einer zufälligen Begegnung entschließt sich Julieta (Emma Suárez, Bild) sich auf die Suche nach ihrer Tochter zu machen, die vor einigen Jahren ohne Angabe eines Grundes den Kontakt zu ihr abgebrochen hat. In Rückblenden offenbart der Film Puzzlestücke, die Licht auf die Familiengeschichte hinter dem Drama werfen - und auf Julietas innere Dämonen.
© TOBIS Film7. Live Flesh (1997)
In der Buchverfilmung "Live Flesh" rettet der Polizist David (Javier Bardem, links) die Prostituierte Elena (Francesca Neri) vor dem von ihr besessenen Víctor (Liberto Rabal). Ein Schuss aus Víctors Pistole lähmt David für den Rest seines Lebens. Zwei Jahre später kommt Víctor aus dem Gefängnis, David und Elena sind ein Paar. Doch Almodóvar hinterfragt das Gut-Böse-Schema des Filmes und verwischt sie genüsslich. Das Ergebnis ist eine intensive Auseinandersetzung mit Eifersucht, Besitzansprüchen und Verlangen.
© Prokino6. Leid und Herrlichkeit (2019)
2019 drehte Almodóvar mit "Leid und Herrlichkeit" einen semi-autobiografischen Film mit zahlreichen Anspielungen für Fans des Spaniers - etwa in Form vom Filmpostern, die auf ältere Almodóvar-Werke anspielen. Die Geschichte handelt von dem alternden Filmemacher Salvador (Antonio Banderas), der anlässlich einer bevorstehenden Ehrung für sein Lebenswerk anfängt, über sein eigenes Leben nachzudenken. Ein Film, der sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, während er zeigt, wie die Gegenwart aus den Fugen gerät.
© Arthaus5. Sprich mit ihr (2002)
"Sprich mit ihr" handelt von einer obsessiven Beziehung - oder sogar zwei. Der Krankenpfleger Benigno (Javier Cámara, links) entwickelt eine Freundschaft mit Marco (Darío Grandinetti), dessen Freundin Lydia (Rosario Flores) seit einem Unfall im Koma liegt - wie er vermutet, kurz bevor sie Schluss machen wollte. Währenddessen entwickelt Benigno Gefühle für Lydias Zimmergefährtin Alicia (Leonor Watling, rechts). Für das provokante Melodram gewann Almodóvar den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film sowie den Oscar für das beste Drehbuch.
© TOBIS Film4. Pepi, Luci, Bom und der Rest der Bande (1980)
Wäre "Pepi, Luci, Bom und der Rest der Bande" Musik statt Film, wäre es ganz sicher Punkrock. Die schwarze Komödie erzählt von der modernen unabhängigen Pepi (Carmen Maura, rechts), Luci, der masochistischen Frau eines gewalttätigen Polizisten (Eva Siva, Mitte) und der sadistischen jungen Punkrockerin Bom (Alaska, links), mit der Luci eine Affäre beginnt. Der Humor ist provokant und der Film als künstlerischer Befreiungsschlag vom faschistischen Franco-Regime zu verstehen, das erst fünf Jahre zuvor zu Ende gegangen war.
© TOBIS Film3. Fessle mich
Auch "Fessle mich" gehört in die Reihe der Almodóvar-Filme, die eine toxische Beziehung zur Grundlage nehmen, um dann sicher Geglaubtes zu hinterfragen. Der kürzlich aus der Psychiatrie entlassene Ricky (Antonio Banderas) entführt die Schauspielerin Marina (Victoria Abril), um sie dazu zwingen, sich in ihn zu verlieben. Marinas Versuche zu fliehen scheitern - und eine Akzeptanz ihrer Lage wird immer attraktiver. Die schwarze Komödie seziert patriarchale Macht auf clevere Weise und spielt dabei subversiv mit den Klischees romantischer Komödien.
© Tobis2. Alles über meine Mutter (1999)
Auch "Alles über meine Mutter" nimmt klassischen Hollywood-Stoff und spinnt diesen weiter - allerdings eher als Hommage denn als Subversion. Die Krankenschwester Manuela (Cecilia Roth, Bild) verliert ihren einzigen Sohn bei einem Autounfall, als der sich ein Autogramm von seiner Lieblingsschauspielerin holen möchte. Der Vorfall löst eine Sinnsuche aus, in deren Verlauf sie sich mit der Schauspielerin, einer prostituierten Transfrau und einer HIV-positiven Krankenschwester anfreundet. Ein Film über die Stärke von Frauen und die Rollen, die sie spielen.
© Arthaus1. Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs (1988)
Im Originaltitel ist das Wort "Nerven" in Anführungszeichen gesetzt. Mit gutem Grund: "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" handelt nicht von hysterischen Frauen, die zum Amüsement von Männern herumkreischen, sondern von Frauen, die von Männern in den Wahnsinn getrieben werden und diese, nach einer wahnsinnig rasanten Eskalierungsgeschichte im Stile alter Screwball-Komödien, links liegen lassen. Schlagfertig, farbenprächtig, humorvoll: "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" zeigt, wie Humor ohne jegliche Klischees Barrieren einreißen kann.
© TOBIS Film