"WM-Wahnsinn und Titel-Träume"

"Die Leute verstehen eine Sache nicht", sagt Nico Schlotterbeck in WM-Doku der ARD

10.06.2026 von SWYRL/Jens Szameit

In der TV-Doku "WM-Wahnsinn und Titel-Träume" erläutert Nico Schlotterbeck seine Lehren aus der verkorksten Katar-WM vor vier Jahren. Aus der Politik will er sich diesmal raushalten. An die Medien richtet der Abwehrspieler Kritik.

Er soll dafür sorgen, dass Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA möglichst wenige Gegentore bekommt: In der ARD-Doku "WM-Wahnsinn und Titel-Träume" wird Nico Schlotterbeck auf seine Verantwortung als Hoffnungsträger in der Abwehr angesprochen. "Es ist krass, wie sich das bei mir entwickelt hat", gibt der Nationalspieler zu Protokoll. Im Gespräch mit Reporterin Esther Sedlaczek äußert der BVB-Star in dem Zusammenhang deutliche Medien-Kritik.

In seiner Anfangszeit beim DFB habe er "viele gute Spiele gemacht", aber auch "viele Elfmeter verursacht", erinnert sich der 26-Jährige. Dann sei das Japan-Spiel bei der WM in Katar 2022 gekommen. Im Hinterkopf habe er gehabt, keinen weiteren Elfmeter verursachen zu wollen, da sei ihm der Gegenspieler weggelaufen und habe getroffen. Das "mediale Echo" auf seine Leistung und das Ausscheiden habe ihn hart getroffen, gibt Schlotterbeck zu. "Ich hatte damit lange zu kämpfen, weil das mit einem Menschen was macht."

Einen Tag nach dem 1:2 gegen Japan seien Freunde und Familie ins Hotel gekommen. Alle hätten ihm bescheinigt "eigentlich" ein gutes Spiel gemacht zu haben. Das wiederum habe er mit der medialen Berichterstattung nicht in Einklang bringen können. Er habe sich gefragt, ob seine Familie ihn anlüge.

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WM-Aus hat Nico Schlotterbeck "Tage, Wochen, Monate verfolgt"

"Die Leute verstehen eine Sache nicht: Man macht das ja nicht extra", gibt Schlotterbeck im für die ARD-Doku geführten Interview zu verstehen. Das Aus in Katar habe ihn "Tage, Wochen, Monate verfolgt". Dabei sei er aber als Mensch gereift, "weil ich gemerkt habe: Hey, es ist wirklich nur Fußball. Es ist nicht so, dass es um Leben und Tod geht." Heute sei der Einzige, der ihm Druck macht, er selbst.

Noch etwas anderes hat Nico Schlotterbeck aus der verkorksten Katar-WM und dem Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft gelernt: In politische Diskussionen wolle er sich bei der am Donnerstag beginnenden und von der Präsidentschaft Donald Trumps überschatteten WM 2026 nicht einmischen. "Ich halte mich da komplett raus", sagt Schlotterbeck. "Ich finde, das ist nicht meine Aufgabe als Spieler, sondern eher die Aufgabe der Verantwortlichen vom DFB. Weil wenn wir wie in Katar in etwas reinrennen, dann endet es so wie in Katar, und das wollen wir alle nicht."

"WM-Wahnsinn und Titel-Träume" ist am Mittwoch, 10. Juni, 20.15 Uhr, im Ersten zu sehen und schon jetzt in der ARD-Mediathek.

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