Eurovision Song Contest 2022 - Sa. 14.05. - ARD: 21.00 Uhr

Große Hoffnung auf "Rockstars"

08.05.2022 von SWYRL/Christopher Schmitt

In ganz Europa werden wieder die Ohren aufgesperrt und die Daumen gedrückt: Der ESC findet 2022 in Turin statt, und Deutschland schickt einen jungen Singer-Songwriter aus der Nähe von Landsberg am Lech nach Italien - mit dem Zeug zum internationalen Star.

"Der Klang der Schönheit": Welch ein passendes Motto für den Eurovision Song Contest 2022, der zum dritten Mal in "Bella Italia" ausgerichtet wird. Insgesamt 25 Länder nehmen am Finale des größten Musikwettbewerbs der Welt teil. Deutschland schickt den deutsch-amerikanischen Singer-Songwriter und Rapper Malik Harris nach Turin, der mit seinem melancholischen Hit "Rockstars" die enttäuschenden deutschen Auftritte der vergangenen Jahre vergessen machen soll.

In Italien, welches vertreten durch die Rockband Måneskin den ESC 2021 für sich entschied, nicht mit dabei ist Russland. Das Land wurde aufgrund des Angriffskriegs in der Ukraine vom 66. ESC ausgeschlossen - die Ukraine nimmt hingegen teil.

Zur Einstimmung auf das europäische Musik-Event zählt Barbara Schöneberger ab 20.15 Uhr live den "ESC - Countdown für Turin" herunter. Die Song-Contest-erprobte Moderatorin begrüßt unter anderem den Comedian und eingefleischten Song-Contest-Fan Thomas Hermanns, Musiker Max Giesinger sowie den einzigen dreifachen ESC-Sieger: den irischen Sänger Johnny Logan, der zweimal als Interpret und einmal als Komponist und Texter triumphierte. Logan wird ein Medley seiner drei Gewinnersongs zum besten geben.

Der Vorhang zur großen Show fällt dann um 21 Uhr. Langjährige Fans müssen auch dieses Jahr nicht auf die gewohnte Kult-Stimme verzichten: Seit 1997 kommentiert Peter Urban das musikalische Kräfte-Messen zwischen den Ländern - und auch 2022 wird der inzwischen 74-Jährige das Geschehen auf der Bühne wieder einordnen.

Abonniere unseren Newsletter und wir versprechen, deine Mailadresse nur dafür zu verwenden.

Times Square, "Black Lives Matter", Eurovision Song Contest

"Der ESC und ich, das wäre was", erklärte Deutschland-Vetreter Malik Harris bereits im Vorfeld des ESC-Vorentscheids. Nach eigener Aussage ist der 24-jährige sehr stolz darauf, das Land beim ESC zu repräsentieren. Harris stammt aus der Nähe von Landsberg am Lech, wo er heute noch wohnt. In einer musikalischen Familie wuchs er unter "ständiger Musikbegeisterung um mich herum auf". Bereits mit 13 Jahren spielt er Coversongs, ein Jahr nach seiner ersten Single "Say The Name" (2018) nimmt ihn das Label Universal Music unter Vertrag.

Im Oktober 2020 ist sein Gesicht sogar eine Woche lang auf dem Times Square in New York City zu sehen - Star-Appeal ist also vorhanden, diese Ehre wurde noch keinem deutschen Künstler zuteil. Mit "Faith" hat Malik Harris zudem eine Hymne für die "Black Lives Matter"-Bewegung geschrieben. Im August 2021 folgte sein Debütalbum "Anonymous Colonist" - und nun der Auftritt beim Eurovision Song Contest. Als eines von fünf "Big Five"-Ländern, ist Deutschland durch Harris für das Finale gesetzt.

Als Vorbilder nennt der Sänger, der sich autodidaktisch Gitarre- und Keyboardspielen beibrachte, Ed Sheeran und US-Raplegende Eminem. So hat in seinem poppig-melodiösen Song "Rockstars" auch ein leidenschaftlich gerappter Part Platz. Nicht nur musikalisch, auch textlich stellt das melancholische Lied - laut Harris "zwei Minuten Therapiesitzung mit mir selbst" - eine Antithese zum letztjährigen deutschen ESC-Beitrag dar: In Rotterdam versuchte sich Jendrik mit dem Gute-Laune-Song "I Don't Feel Hate", landete jedoch auf dem vorletzten Platz.

Enttäuschungen ist Deutschland beim Eurovision Song Contest definitiv gewohnt: Seit 2015 belegte die schwarz-rot-goldene Delegation zweimal den letzten und dreimal den vorletzten Platz - wohlgemerkt bei 26 respektive 27 teilnehmenden Ländern. Zuletzt gelang Michael Schulte 2018 in Portugals Hauptstadt Lissabon ein Achtungserfolg: "You Let Me Walk Alone" wurde von den europäischen Musikfans auf den vierten Platz gevotet. Der letzte deutsche Sieg datiert aus dem Jahr 2010, als Lena Meyer-Landrut Oslo aufmischte.

Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Italien erneut Favorit

Und was macht die Konkurrenz? Nach vier ESC-Songchecks - ausgewertet werden hier die Meinungen von Usern sowie Expertinnen und Experten - hat hauchzart Gastgeber Italien die Nase vorn: Demnach darf sich das Duo Mahmood & Blanco, Ersterer vertrat Italien bereits 2018 beim ESC, Hoffnungen auf den Sieg machen. Mit nur einem halben Punkt Rückstand dicht auf den Fersen befindet sich die Niederlande mit S10 und ihrem Hit "De Diepte".

Bei den ESC-Songchecks landete Schwedens Vertreterin Cornelia Jakobs im Gesamtrating nur auf Rang sieben, doch ein Fanvoting sieht sie mit "Hold Me Closer" auf dem Weg zum Sieg. Die Wettbüros kommen hingegen zu einem anderen Ergebnis: Ende April lag der Ukrainische Beitrag von Kalush Orchestra auf Rang eins. Solidaritätsbekundungen mit dem vom russischen Angriffskrieg stark gebeutelten Land, könnten eine gewichtige Rolle spielen.

Nach der Show ist vor der Show

Wenn sich die Aufregung und das Konfetti gelegt hat, geht es für Barbara Schöneberger und ihre Gäste ab 0.50 Uhr wieder in die launige Analyse. Gemeinsam lässt die Runde die Highlights des ESC Revue passieren: Was waren die bewegendsten Momente? Wer legte in Turin die beste Performance hin, und wer drängte sich mit schrillen Kostümen in den Vordergrund? Auch Malik Harris wird erneut aus Italien zugeschaltet sein und versuchen, seine frisch gewonnenen Eindrücke in Worte zu fassen.

Wer sich bereits mit den Halbfinals auf das große ESC-Finale einstimmen will, kann dies am Dienstag, 10. Mai, ab 21 Uhr, sowie am Donnerstag, 12. Mai, zur gleichen Zeit tun: Zu sehen sind die ersten Entscheidungen live auf dem Spartensender ONE, in der ARD-Mediathek sowie auf eurovision.de.

Das könnte dir auch gefallen


Trending auf SWYRL