Bares für Rares
Dass Venedig abgebildet war, erkannte jeder sofort. "Oh, wow! Was für ein ausgesprochen farbenfrohes Gemälde!" So reagierte Horst Lichter auf das "außergewöhnlich große Bild", das ist seiner Trödelshow vorgestellt wurde. Es käme "sofort Urlaubsstimmung" auf. Doch gab er zu bedenken: "Nur der Himmel macht mir Sorgen."
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"Ich denke, das ist auch so gemeint", erklärte Xenia aus Geldern. Lichter fragte bei Colmar Schulte-Goltz nach. Der bestätigte die These. "Man könnte natürlich auch glauben, das Blau für oben ist ausgegangen", scherzte der Moderator. Doch was steckte wirklich dahinter?
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Das großformatige Gemälde hing früher in der Kanzlei der 64-Jährigen in Düsseldorf. Beim Umzug ließ sie es bei den Kollegen hängen. Die waren davon wohl nicht begeistert und fragten kürzlich: "Meinst du nicht es ist langsam mal Zeit, dass wir das abgeben?"
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Eine "Vedute" erkannte der Kunstexperte. Er übersetzte: "Man gibt Leuten, die dort sind, dort waren oder sich dorthin träumen, die Gelegenheit, den Platz so zu erleben wie er von der Architektur her ist." Zumindest normalerweise. Doch dieses Gemälde war nicht normal!
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Diese Vedute sei ungewöhnlich, weil ihr etwas Entscheidendes fehle, so der Experte: "Man zeigt sonst immer einen durch Menschen belebten Ort, hier sind überhaupt keine Menschen dabei." Noch ungewöhnlicher fand er "die merkwürdige Perspektive" und Farbigkeit.
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Der rot-schwarz-gelbe Himmel habe mit Venedig-Malerei "wenig zu tun", so Schulte-Goltz. Auch den bekannten großen Kanal und das Wahrzeichen Rialto-Brücke mit den prägenden Gebäuden im Hintergrund "erleben wir hier auf eine ganz merkwürdige Weise", fand der Experte.
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"Der Künstler geht einen völlig neuen Weg", fasste Colmar Schulte-Goltz seinen Eindruck zusammen. "Das Kitschige des Motivs wird uns dadurch offenbar", weshalb "wir es als fremdelnd annehmen", formulierte er gestelzt. Lichter fragte: "Wann hat er das gemalt?"
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"Schön ist, dass er es hinten drauf signiert und datiert hat", erwiderte der Kunstfachmann. Hans-Jörg Holubitschka malte das Bild im Jahr 2008. "Sein weltberühmter Lehrer ist Gerhard Richter", wusste Colmar Schulte-Goltz. Xenia wünschte sich bis zu 1.000 Euro. Zu viel?
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Im Gegenteil: Der Experte fand sogar 2.000 Euro realistisch. Händlerkarte! Lichter machte den Kollegen enthusiastisch auf ein Detail aufmerksam: Er sah einen Drachenkopf in den Wolken. "Er ist wirklich da, ich habe die ganze Zeit darauf geachtet!", beteuerte der Moderator.
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Wolfgang Pauritsch fragte Sarah Schreiber im Händlerraum, ob auf der Rückseite des Riesengemäldes ein Maler erkennbar sei. "Hans irgendwas", erwiderte Schreiber unbeeindruckt. "Ich kann es nicht erkennen. Aber Venedig erkennt man." Auch wenn es reichlich seltsam wirkte.
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Bevor sie selbst den Händlerraum betrat, verriet Xenia: "So ganz traurig über eine Abgabe wäre ich nicht, weil das Bild schon längere Zeit bei Kollegen war und ich es nicht mehr um mich hatte." Bei den Händlern angekommen, verschwieg sie dies natürlich.
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"Den Himmel würde ich bezeichnen als: Venedig in Flammen. Sehr speziell", sinnierte Sarah Schreiber. "Das ist eigentlich schon fast Pop Art", urteilte Wolfgang Pauritsch. Er meinte es als Kompliment. Dann fragte der Österreicher nach dem Künstler.
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"Hans-Jörg Holubitschka war Meisterschüler von Gerhard Richter an der Kunstakademie in Düsseldorf", wusste Xenia. Wolfgang Pauritsch machte beeindruckt "Hui!", Susanne Steiger kommentierte mit einem ebenso eingeschüchterten "Ah".
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"Ich habe es von ihm direkt erworben", berichtete Xenia. Der Zustand fand Pauritsch gut. Allerdings erkannte er einen kleinen Schlitz: "Das wurde mal verklebt." Xenia erklärte: Den habe Holubitschka selbst verursacht. Es klang, als wäre das Malheur somit Kunst.
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"Ich kenne diesen Künstler wirklich nicht, aber ich starte mit 300", entschied Wolfgang Pauritsch. Julian Schmitz-Avila folgte ihm. In 50er-Schritten kamen sie bei 600 Euro an, geboten von Pauritsch. "Es ist Pop Art vom Feinsten", schwärmte er erneut.
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"Ich liebe Venedig, ich finde es auch wahnsinnig spannend", dachte Sarah Schreiber laut, "aber seien Sie mir nicht böse, ich bin hier nicht dabei." Wolfgang Pauritsch fragte, was "Madame" zu den Geboten sagen würde. Madame sagte: "Wenn es so ist, dann ist es so."
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Pauritsch kaufte für 600 Euro und freute sich über "das großformatigste Venedigbild, das ich je gekauft habe". Er schwärmte von der "Farborgie". Der Preis war nicht so XXL wie das Bild, doch Xenia war froh, dass das eigenwillige Werk "überhaupt Gefallen gefunden hat".
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Beim Transport des Ölkabinetts von Thorsten und Tochter Tanja ging eine Glasscheibe kaputt. "Wie ärgerlich ist das denn!", zeigte Lichter Mitleid. Den Wunschpreis von 80 Euro erhöhte Deutschmanek auf 500 Euro! Pauritsch und Schmitz-Avila kauften gemeinsam - für 300.
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Ein Spielzeugauto fuhr über eine Schallplatte und machte Sketche von Heinz Erhardt hörbar. "Irre!", begeisterte sich der Moderator. Jürgens Wunschpreis: 80 Euro. Sven Deutschmanek empfahl 120. Den Schätzpreis bezahlte Friedrich Häusser.
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Zwei Porzellanplastiken von Royal Copenhagen stellten die Sternzeichen Stier und Krebs als Frauen dar. Das Ehepaar Jan und Claus erhoffte sich bis zu 300 Euro. Schulte-Goltz war einverstanden. Sarah Schreiber, selbst Sternzeichen Krebs, kaufte das Duo für 200 Euro.
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"Ohohoho! Das ist ja richtig was!", erkannte Lichter beim Blick auf die Waage. Das Schmucktrio aus Moskau bestand aus 583er-Gold, Diamanten und Perlen. Frank und Tochter Amélie erhofften sich 2.000 Euro. Wendela Horz erhöhte auf 3.000. Susanne Steiger bezahlte 2.800.
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