Im Interview zu "Im Schatten der Angst - Der Skorpion"

Jörg Schüttauf: "Wenn ich alleine irgendwo hinreise, geht das meistens nicht gut aus"

06.03.2026 von SWYRL/Martina Maier

"Bei mir muss die Hütte nicht mehr unbedingt brennen", sagt Jörg Schüttauf, aber gute Rollen spielt er noch immer mit Leidenschaft: Im ZDF-Thriller "Im Schatten der Angst - Der Skorpion" ist er als forensischer Psychiater zu sehen. Ein Interview über seine Karriere, die Wende und Vorteile beim "Traumschiff"-Dreh.

"Mir wurde gesagt, Sie hätten wichtige Fragen für mich", eröffnet Jörg Schüttauf das Gespräch und schiebt einen kleinen Lacher hinterher. Damit ist die Richtung klar: Es wird eine äußerst kurzweilige und unterhaltsame Dreiviertelstunde, in der der sympathische Schauspieler mit der bewährten Strubbelfrisur erzählt, als gäbe es kein Morgen. Voller Elan kommen die fröhlichsten Antworten, sei es über seine Rollen als Weltretter oder als Verführer, sei es über seine Jugend in der ehemaligen DDR oder auch über sein Dasein als Inliner fahrender Opa.

Einem breiten Publikum bekannt wurde der im heutigen Chemnitz geborene 64-Jährige spätestens durch die Hauptrolle in "Lenz", die ihm einen Grimme-Preis einbrachte. Später war er acht Jahre lang der Frankfurter "Tatort"-Hauptkommissar Frank Dellwo. In rund 150 weiteren Rollen in Film und Fernsehen - unvergessen beispielsweise seine Performance als Sterbehelfer an der Seite von Udo Wachtveitl im hochgelobten "Tatort: Außer Gefecht" - zeigte Jörg Schüttauf die ganze Bandbreite seines Könnens. Nun ist der Vater zweier erwachsener Töchter in "Im Schatten der Angst - Der Skorpion" (Montag, 9. März, 20.15 Uhr, ZDF) "mal wieder als Professor" zu sehen.

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"Julia Koschitz ist wirklich ein Pfund"

teleschau: Was liegt Ihnen mehr zu spielen, den Guten oder den Bösen?

Jörg Schüttauf: Im Grunde spiele ich alles sehr gerne. Etwas mehr Futter gibt es für den überraschenden Part des Bösen, der am Anfang der vermeintlich Gute ist und dann doch von hinten durch die kalte Küche als Böser daherkommt. Recht lieb und nett zu sein, das kann ich auch, aber die Darstellung des Antagonisten, also der der Probleme macht, weil er welche hat, ist die dankbarere Aufgabe. Den Autoren fällt zu diesem Part auch mehr ein als zum sonnigen, verständnisvollen Bubi.

teleschau: Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Schüttauf: Da gab es erstmal eine Leseprobe, in der wir uns an die Texte herangetastet und sie ein bisschen mundgerechter gemacht haben. Das ging aber sehr gut, weil Julia Koschitz, die wirklich ein Pfund ist, und der Regisseur, also der Mann, der die federführende Oberherrschaft hatte, sehr verständnisvoll waren. Es ist ein guter Beginn einer neuen Arbeit, wenn man sich ohne kriegerische Absichten an den Stoff heranwagt und sagt: "Hier könnte man vielleicht noch was ändern". Es steht zwar alles schon im Buch, aber eben nicht so, wie es aus meinem von Geburt an geschaffenen Munde fällt.

teleschau: Apropos kriegerische Absichten: Erleben Sie es häufiger, dass Filmschaffende aufeinander losgehen?

Schüttauf: Allzu häufig passiert das nicht, aber du musst immer mal Kompromisse eingehen, gerade wenn es um Stoffe geht, die in der Vergangenheit spielen, etwa mit einer DDR zu tun haben, die ich - so schlecht sie auch gewesen sein mag - so eben nicht kenne. Da gibt es oft Geschichten, die so schwarz-weiß sind, dass ich denke: "Nee, ganz so war es eben nicht". Von Produktionsseite meint man öfter, man wolle es ein bisschen einfacher halten für das schlichte Publikum. Ich finde, da sollten wir historisch genauer werden. Manchmal gerät es dann in eine etwas hitzige Debatte, aber oftmals geht es mit friedlichen Mitteln auseinander und man hat einen Kompromiss gefunden.

teleschau: Versuchen Sie, Einfluss zu nehmen, wenn Sie eine Figur in dieser Zeit spielen?

Schüttauf: Mir als Schauspieler, der es persönlich erlebt und die Hälfte seines Lebens dort verbracht hat, reicht mein kleiner Einfluss, wenn ich äußern kann: "Nee, so haben wir es nicht gesagt" oder "das ist kein geflügeltes Wort, das ist mir fremd", wie es eben im Ohr des alten Ex-DDRlers drin ist. Vielleicht kann man es vergleichen mit dem Mann, der auf der Alm groß geworden ist und plötzlich jemand aus dem Ruhrgebiet kommt und ihm erzählt, wie das mit dem Viehtrieb funktioniert ...

teleschau: Wenn Sie selber Stoffe entwickeln würden, inwiefern würde der sich unterscheiden?

Schüttauf: Wenn ich das könnte, dann hätte ich es längst gemacht (lacht). Ich bin nicht derjenige, der es kaum erwarten kann, der Welt zu erklären, was sich so in meinem Kopf abspielt, was ich so erlebt habe.

Über die DDR: "Ich bin weit davon entfernt, alles schönzumalen"

teleschau: Was haben Sie denn erlebt?

Schüttauf: Alles, was man eben so mitkriegt, wenn man zu einem Großteil seiner Jugend Schüler, Lehrling, Student war. Soldat auch noch, nicht zu vergessen. Nach vier Jahren im Beruf öffnete sich der eiserne Vorhang und die Welt war plötzlich größer, die Wege weiter und die Meinungen vielfältiger. Apropos Vorhang, am Theater zu sein in der DDR war echt ein Geschenk.

teleschau: Wie meinen Sie das?

Schüttauf: Erstmal hatten wir immer volle Häuser, denn das Theater war so ziemlich der einzige Ort, wo die Wahrheit gesagt wurde. Deswegen gierten die Leute danach. Wir waren auch nicht angehalten, unablässig zu lügen, sondern brachten alles, was wir zwischen den Zeilen verpacken konnten, mit staatlicher Absegnung unter. Mit der Werkbank hatte ich nicht allzu viel zu tun, und was die Leute auf den Betriebsgeländen mit ihren rauchenden Schornsteinen so alles auszuhalten hatten, wusste ich gar nicht so richtig. Insofern bin ich nicht ganz so böse auf die vergangene DDR. Aber ich bin weit davon entfernt, alles schönzumalen, in der Historie genauso wenig wie im Hier und Jetzt.

teleschau: Wie haben Sie damals die Stimmung am Theater wahrgenommen?

Schüttauf: Wir waren uns eigentlich alle einig, ob man nun in der Partei war oder nicht, dass es so nicht weitergehen könne. Es war ja offensichtlich, dass die Leute langsam die Schnauze voll hatten vom Mangel und den Lügen. Wenn's hieß, der oder diejenige fährt nach Ungarn in den Urlaub, wusste man schon, dass man sie so bald nicht wiedersehen würde, weil sie eben rübermachen wollten.

teleschau: Gab es trotzdem Fluchtgedanken?

Schüttauf: Bei einigen Theatern in Ostberlin gab es die Möglichkeit, mit dem einen oder anderen Stück in das sogenannte nichtsozialistische Ausland zu reisen. Damit war man also ein Reisekader und der konnte über diesen Weg schon mal etwas mehr rumkommen als ein gewöhnlicher DDR-Bürger. Das war mein Fluchtgedanke. So hätte ich schon vor meinem 65. Lebensjahr gucken können, ob es sich überhaupt lohnt, da drüben zu sein (lacht). Ich stellte mich also 1987 dort den Regisseuren vor, und die beschlossen, dass ich das Zeug dazu hätte, an das berühmte Deutsche Theater zu kommen. Aber erst im Jahre 1990, denn vorher hatte ich noch einen Vertrag in Potsdam. Und als ich im Frühjahr 1990 von einer Telefonzelle, die auf der anderen Seite der Glienicker Brücke stand, also schon im Westen, im Deutschen Theater anrief, hatte sich mein planmäßiger Weg Richtung Karriere- und Hauptstadttheater plötzlich in Luft aufgelöst. Es hieß, dass ich über die Wende hin vergessen worden war. Man empfahl mir an einem anderen Theater in Berlin vorzusprechen, was ich dann auch mit Erfolg tat.

"Meist bin ich der einfache Mann mit dem Spaten in der Hand"

teleschau: Als Sie das erste Mal im Westen waren, was waren Ihre Eindrücke?

Schüttauf: In der ersten Nacht fuhr ich mit meiner damaligen Freundin, meiner jetzigen Frau, von Potsdamer Seite aus mit so einem Rentnerbus, mit dem die älteren Herrschaften aus Westberlin zu Besuch kamen, über die Grenze. Mit lauter Nachtschwärmern, die wir alle kannten, stiegen wir schweigend nacheinander in den Bus, es gab irgendeinen sinnlosen Stempel in den Pass und in Wannsee wurden wir ausgeladen. Da war tote Hose. Also ging es weiter zum Ku'damm mit Halligalli und großer Fete. Wir wälzten uns durch die Massen und konnten es nicht fassen. Pünktlich zum Dienstbeginn waren wir zurück in Potsdam.

teleschau: Bald kamen die ersten Dreharbeiten im Westen ...

Schüttauf: Der erste Dreh in Hamburg war total aufregend für mich. Ich hatte nicht viel Text, vergaß aber immer alles komplett. Alle sagten: "Mensch, was ist denn los mit dir?", aber ich war einfach wahnsinnig aufgeregt. Ich war in Hamburg und es war alles so anders, dicke Autos, ich war echt von der Rolle. Es war der Wahnsinn!

teleschau: Sind Sie jemand, der sich mit Politik sehr auseinandersetzt?

Schüttauf: Ich bin genauso politisch oder unpolitisch wie die meisten. Nicht der, der bei der Demo ganz vorne ein Plakat schwenkt und in ein Sprachrohr skandiert. Unterschreibe hier und da auch mal eine Petition, von der ich der Meinung bin, dass der Inhalt und die Richtung mit meiner Meinung übereinstimmen. Aber dass ich mich gesellschaftlich allzu sehr einbringe, kann ich nicht gerade von mir behaupten. Ich bin definitiv nicht der Mann, der versucht, den Leuten zu erklären, wie sie die Sache zu sehen haben. Die Nachrichten im Fernsehen schalte ich auch gerne mal weg, weil sie zu viele Sorgen auf die Seele brennen, sodass man sich freut, wenn man durch Zufall mal was Positives hört.

teleschau: Machen Ihnen die steigenden Zahlen bei der AfD Angst?

Schüttauf: Zur AfD will ich mich nicht weiter äußern, weil ich der Meinung bin, dass sie schon zu viel Aufmerksamkeit in allen möglichen Foren bekommt. Da muss ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben. Ich wähle anders. Und ganz nebenbei denke ich, dass die Vernunft und der Verstand stärker sein werden, als immer nur auf Protest und Opposition zu setzen.

teleschau: Wenn sich früher die Anfragen häuften, wählten Sie Ihre Rollen nach der Gabel-Methode aus und pieksten eine Gabel ins Drehbuch, um zu sehen, ob Ihre Figur auf den entsprechenden vier Seiten etwas zu sagen hatte. Welche Kriterien entscheiden heute?

Schüttauf: Das mit der Gabel ist lange vorbei. Heute gucke ich mir die Sachen genauer an. Wenn dann der Drehort auch noch außerhalb meines Wohnbereichs liegt oder gar im entfernten Ausland, umso besser. Im Fall von "Der Skorpion - Im Schatten der Angst" war es Wien, da schaut man doch gerne mal vorbei. Außerdem hat man mich als Professor besetzt. So weit habe ich es im wahren Leben ja nie gebracht. Meist bin ich doch eher der einfache Mann mit dem Spaten in der Hand (lacht).

"Hatte das Glück, in vielen Farben und Facetten meinem Beruf nachzukommen"

teleschau: Sie waren dreimal auf dem Traumschiff ...

Schüttauf: Genau, und beim dritten Mal durfte ich meine Mutter mitnehmen. So ist auch sie in den Genuss der Seychellen gekommen. Auch sonst war das nicht die schlechteste Erfahrung: wunderbare Kollegen, hochprofessionell, alles ging schnell und permanent schien die Sonne. Außerdem: Wenn ich alleine irgendwo hinreise, geht das meistens nicht gut aus.

teleschau: Wieso?

Schüttauf: Weil ich mich immer verlaufe oder die Fähre verpasse. Es ist schön, wenn sich jemand um einen kümmert. Die Aufnahmeleitung muss schon nachsehen, ob der Herr Schüttauf nicht seine Ausweispapiere verloren hat oder sonst irgendwas passiert, was der Produktion am Ende des Tages auf die Füße fällt. Deswegen passt man auf mich auf, kümmert sich um mich und das tut am Ende allen gut. Mir besonders.

teleschau: Wenn Sie nicht arbeiten, sollen Sie passionierter Skifahrer sein...

Schüttauf: Ja, Abfahrt und Loipen, wie alles in meinem Leben immer autodidaktisch. Aber schon wegen meiner Körpergröße bin ich kein großer Skifahrer. Ich bin ja nun mal sehr gedrungen und werde gern der "Haflinger des deutschen Films" genannt (lacht). Nach der Abfahrt freue ich mich, wenn ich ohne Verletzungen unten angekommen bin. Aber ich mag den Winter in den Bergen und habe es auch nicht weit von Berlin aus in den Harz oder ins Erzgebirge.

teleschau: Weitere von Ihnen präferierte Fortbewegungsmittel sind seit Jahren die Inliner und Ihr Segelschiff - noch immer?

Schüttauf: Wenn der Schnee weg ist, geht es wieder mit den Inlinern los. Und das Boot steht im Moment in der beheizten Halle, denn gerade kann man zu meiner Lieblingsinsel Hiddensee rüberlaufen, weil das Eis nicht mehr wegzuschaufeln ist.

teleschau: Wie ist es für Sie, immer häufiger den Opa zu spielen?

Schüttauf: Es bleibt mir ja nichts anderes übrig (lacht). Die jugendlichen Helden mit dem verführerischen Blick haben sich für mich definitiv erledigt. Da bin ich froh, dass die Hauptfigur einen Vater oder eben einen Großvater hat. Und wenn der nicht schon nach 20 Minuten unterm Dach hängt, weil depressiv und alles mögliche, dann ist es umso schöner.

teleschau: Welche Rolle würden Sie gerne spielen?

Schüttauf: Da fällt mir beim besten Willen nichts ein. Ich hatte das Glück, in vielen Farben und Facetten meinem Beruf nachzukommen, ob das eine Komödie war oder kaputte Psychopathen. Alles, wonach sich ein Schauspielerherz sehnt, durfte ich machen. Ich habe mehrfach die Welt gerettet. Atombomben auf Ölplattformen im Atlantik entschärft. In Australien Touristen vorm Ertrinken bewahrt. Sogar die Gelbaugenpinguine haben mir ihr Überleben zu verdanken. Im Film "Vorwärts immer" bin ich derjenige, der für die friedliche Revolution gesorgt hat. Also was soll da noch kommen?

"Einer, der im ruhigen Zustand ganz gut zurechtkommt"

teleschau: Was für eine Art Opa sind Sie im wirklichen Leben?

Schüttauf: Ich sag mal so: Ich bin auf alle Fälle strenger als die Eltern dieser Kinder. Und ich habe was dagegen, wenn sie mich Opa nennen. Ich bin der Jörg und basta. Als ich letztens auf der Skipiste war und die Enkelin erzählte, dass ich ihr Opa sei, haben die Anderen das nicht geglaubt. Das hat mich gefreut. Nach dieser Begebenheit war ich ein sehr netter, lieber, herzensguter Opa zum großen Erstaunen meiner Enkelin (lacht).

teleschau: Ihre Tochter ist Dokumentarfilmerin. Können Sie sich vorstellen, mal etwas mit ihr gemeinsam zu machen?

Schüttauf: Ja, hab ich auch schon. Ich habe mal geholfen, einen Sprechertext mit einzusprechen. Aber wenn ich in der Dokumentation selbst auftauche, ist es ja keine Dokumentation mehr. Sie ist auch noch nicht auf die Idee gekommen zu sagen: "Wir machen mal eine Dokumentation über dich, Jörg" (lacht).

teleschau: Spielen Sie mit dem Gedanken an den Ruhestand?

Schüttauf: Im Laufe der Jahre wird man entspannter, wenn mal 14 Tage keiner anruft. Ich bin grundsätzlich einer, der im ruhigen Zustand ganz gut zurechtkommt. Andere würden es faul nennen. Und wenn man das dann irgendwann "Ruhestand" nennt, ist das für mich auch in Ordnung. Bei mir muss die Hütte nicht mehr unbedingt brennen. Es wird schon wieder schneller ungemütlich, als es einem lieb sein kann. Deshalb genieße ich schon jetzt freie Tage und einfach mal das Nichts-Machen.

teleschau: Hatten Sie schon während Ihrer Schulzeit die Gabe, Ihre Mitschüler zu unterhalten und für Stimmung zu sorgen?

Schüttauf: Deswegen bin ich Schauspieler geworden. Meine liebe Klassenlehrerin, die noch immer in der Chemnitzer Ecke lebt, wo ich herkomme, bat mich, doch lieber die Bühne aufzusuchen, wenn ich Lust hätte, lustige Sachen zu erzählen. Mit sieben Jahren ging ich in eine Kindertheatergruppe, die war fußläufig von zu Hause zu erreichen. Dort probierten wir unter anderem Weihnachtsmärchen unter der Regie von immer demselben Mann, der mich auch immer disziplinieren wollte. Ich konnte mich da sehr gut austoben und merkte, dass das etwas sein könnte, was ich gern machen würde, wenn ich groß bin. Und dann tat ich das auch.

teleschau: Würden Sie denselben Weg wieder einschlagen?

Schüttauf: Oh, das weiß ich nicht. Wahrscheinlich würde ich etwas anderes machen. Vielleicht wäre ich Tischler geblieben, das ist ja meine ursprüngliche Ausbildung. Heute ist alles so anders. So viel mehr junge Leute könnten sich vorstellen irgendwas mit Medien zu machen. Jeder hat einen eigenen Podcast oder sucht nach möglichst vielen Followern. Der Beruf des Schauspielers, wenn man mal die Bühne außen vor lässt, ist ein recht beliebiges Genre geworden.

teleschau: Oder hätten Sie sich etwas ganz anderes vorstellen können?

Schüttauf: Wie schon gesagt, damals gab es für mich nur diesen einen Weg, und der hat ja auch ganz gut geklappt. Sicherlich habe ich auch mal davon geträumt, Skilehrer zu werden, aber das war mindestens so weit weg wie Flugpilot bei der Lufthansa. Obwohl ich mir fast sicher bin, dass ich ein besserer Pilot hätte werden können als ein guter Skilehrer. Dass ich kein Tischler geworden bin, darüber freut sich die sächsische Handwerkerinnung immer noch sehr.

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