Hotel Mondial - Mi. 01.02. - ZDF: 19.25 Uhr

La Monde in Hotelpäckchengröße

22.01.2023 von SWYRL/Martina Maier

Eine neue Hotelserie - muss das sein? Nicht zwingend. Aber mit Gesine Cukrowski in der Hauptrolle lohnt ein Besuch im "Hotel Mondial" allemal, kuriose Geschichten inklusive. Das ZDF zeigt die erste Staffel am Vorabend: jeweils mittwochs, um 19.25 Uhr.

"Ein Hotel ist wie ein Schauspielerensemble", sagt Gesine Cukrowski. "Man muss sehr aufeinander abgestimmt arbeiten, damit es funktioniert." Und die 54-Jährige muss es wissen: Sie ist nicht nur Schauspielerin ("Ein Tisch in der Provence", "Tierärztin Dr. Mertens"), sondern in der neuen ZDF-Vorabendserie "Hotel Mondial" auch die Chefin der gleichnamigen Vier-Sterne-Herberge. Ein zweites "Hotel Paradies"? Mitnichten.

Das noble Haus im schönen Schwerin kommt ohne allzu viel Weichzeichner daher, allerdings nicht weniger soapig mit jeder Menge zügig erzählter Aufregungen und Themen, die das ZDF in den 90er-Jahren noch nicht angepackt hätte. Die ersten zwölf Folgen sind nun immer mittwochs, um 19.25 Uhr, zu sehen.

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Charmante Chefin? Leider ausgebucht.

Schon die ersten Bilder deuten an, worum es in Staffel eins gehen wird: Ein kleines Mädchen ist traumatisiert durch das Verschwinden seiner Mutter und kehrt viele Jahre später an den Ort des noch ungeklärten Geschehens zurück - ins Hotel Mondial. Dort will die inzwischen erwachsene Lara Hildebrandt (Joy Ewulu) nicht nur herausfinden, was damals passiert ist, sondern auch die Stelle als Assistentin der Geschäftsführung antreten. Doch die neue und ziemlich unterkühlte Chefin Eva de Vries (Gesine Cukrowski), die sich erst inkognito einschleicht, um sich dann schneller als jeder Zimmerservice liefern kann bei jedem unbeliebt zu machen, duldet niemanden neben sich und setzt Lara an die Luft. Schließlich darf die hartnäckige Dame an der Rezeption arbeiten.

Dort kommt Lara mit den außergewöhnlichsten Gästen in Kontakt: Mal ist es ein Informatiker, der sein Gedächtnis zu verlieren droht, mal ein Rockstar, dann wieder eine Gräfin auf Brautschau (toll: Daniela Ziegler) für ihren noch ungeouteten schwulen Sohn. Über allem thront Chefin de Vries mit ihrem unerbittlichen Sparkurs, distanzierter und empathiefreier als jeder Lobby-Kaktus. Warum die attraktive Frau zumindest anfänglich so gar nicht als Sympathieträgerin daherkommt, wird man im Laufe der Serie erfahren, beruhigt Gesine Cukrowski, die "großen Spaß daran hatte, die Figur auf Langstrecke zu erzählen." Ganz begeistert war sie vom Cast; mit Agnes Mann, die die Küchenchefin Uli spielt, sei es sogar "Liebe auf den ersten Blick gewesen", berichtet sie.

Das Spannende an einem Hotel ist bekanntlich, dass Menschen unterschiedlichster Herkünfte, Wünsche, Meinungen und Bildungsgrade durch die Drehtür hereingeschwappt kommen, während die Angestellten ähnlich einer Girl-Boy-Group - die Superschlaue, der Fiese, die Schüchterne, der Casanova und so weiter - für jeden Geschmack etwas bieten. Aus eben diesem scheinbar unbegrenzten "Hotel-Pool" bedient sich das "Mondial" und erzählt zum Teil recht originelle Geschichten unterhaltsam, aber ohne besonderen Tiefgang in einem stilvoll eingerichteten Haus. Letzteres kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es für die Dreharbeiten in einer alten Teppichfabrik errichtet wurde und trotz der durchs Bild laufenden Komparsen eher Studioatmosphäre aufkommt. Dafür gibt es gelegentlich auch Außenszenen, die das schöne Schwerin zeigen.

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