"Lanz & Precht"

Lanz überrascht nach Insider-Gespräch mit Trump-Aussage: "Vielleicht nehmen wir das einfach mal ernst"

09.01.2026 von SWYRL/Gianluca Reucher

Markus Lanz und Richard David Precht haben sich in der neusten Folge ihres Podcasts "Lanz & Precht" über den Venezuela-Angriff der USA unterhalten. Dabei äußerte Precht eine schlimme Befürchtung, während Lanz nach einem Insider-Gespräch mit seiner Aussage zu Donald Trump aufhorchen ließ.

Der Angriff der USA in Caracas in der vergangenen Woche und die daraus resultierende Entmachtung von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro schlägt weiterhin hohe Wellen. Grund genug für Markus Lanz und Richard David Precht in der neusten Folge ihres Podcasts "Lanz & Precht" über die Hintergründe und Konsequenzen des umstrittenen Manövers zu sprechen.

Dabei erinnert sich Markus Lanz, dass sein Podcastpartner nach dem Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska im August 2025 genau einen solchen Venezuela-Angriff der Vereinigten Staaten schon prophezeit hatte. "Ich dachte wirklich, als du damit ankamst, das ist eine Verschwörungstheorie. Das kann nicht sein", bekennt der ZDF-Moderator. Doch für Richard David Precht sei das Vorgehen der USA abzusehen gewesen. Als es dann in der vergangenen Woche wirklich passiert ist, habe sich der 61-Jährige schließlich gedacht: "Oops! They dit it again".

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Markus Lanz hat nach Trumps Venezuela-Angriff schlimme Befürchtung: "Jetzt sitzen wir in der Falle"

Der Philosoph habe sich erinnert gefühlt an den Dezember 1989, als die USA den damaligen Regierungschef Panamas Manuel Noriega gestürzt hatten. "Alles unter dem Vorwand: Drogenbekämpfung. Genau dasselbe", zieht Precht Parallelen und widerspricht daher der Meinung vieler, der Venezuela-Angriff würde nun "ein ganz neues Zeitalter" einleiten.

"Das hat Kontinuität", meint Precht stattdessen und stellt mit Blick auf die Völkerrechtsbrüche der USA fest: "Ich glaube, die passen nicht auf eine DIN-A4-Seite." Die Kriege auf den Philippinen, in Afghanistan, im Irak, in Libyen und am Horn von Afrika nennt er dabei als Beispiele und resümiert: "Im Grunde genommen ist das, was Trump hier macht, kein völliger Bruch mit der bisherigen US-amerikanischen Politik. Sondern es ist direkte Kontinuität und Fortsetzung dessen, was man schon immer gemacht hat." Das fehle ihm aktuell in der öffentlichen Wahrnehmung.

Einen großen Unterschied gebe es laut Precht aber doch: So sei bei jedem Putsch zuvor immer die Rede von einer "Befreiung" des angegriffenen Landes gewesen, beispielsweise vom Kommunismus. Donald Trump allerdings sage jetzt: "Nö, wir wollen das Öl haben." Daher sei "der Grad der Ehrlichkeit" das, was nach Meinung des Podcasters nun wirklich neu ist. "Aber es ist keine neue Form von Politik."

"Ja, das finde ich auch", stimmt ihm Markus Lanz zu und stellt die Frage, ob die Reaktion der deutschen Regierung auf den Völkerrechtsbruch "nicht entschlossen genug" sei. Dem Polittalker zufolge sei das Völkerrecht "vor allen Dingen für uns unglaublich wichtig". Deutschland sei darauf angewiesen, dass die militärischen Großmächte - USA, Russland, China - "davon überzeugt sind, dass es besser ist, friedlich miteinander zu leben, als es nicht zu tun". Lanz weiter: "Jetzt sitzen wir in der Falle, denn das haben wir gerade nicht."

Precht stellt nach Trumps Venezuela-Angriff üble Theorie auf: "Ich glaube, dass es diesen Deal gibt"

Die sehr zurückhaltende Reaktion Deutschlands erklärt sich Markus Lanz mit der "großen Angst, die wir als Europäer ja haben müssen", dass es im Hintergrund "den großen Deal" gibt: "Lass du mich bitte in Venezuela machen und dafür lasse ich dir freie Hand in der Ukraine." Diesbezüglich äußert Richard David Precht eine schlimme Befürchtung: "Ich glaube, dass es diesen Deal gibt", vermutet er eine eben solche Absprache zwischen den USA und Russland und hält "die Empörung der Russen für gespielt".

Die Reaktion von Friedrich Merz, der die Sachlage "komplex" genannt hatte, bezeichnet Precht als "einen Witz". Der Schriftsteller wählt deutliche Worte und unterstellt dem Bundeskanzler "Feigheit". Merz habe Angst, dass er Trump verärgern könnte und die USA in der Folge die Ukraine im Stich lassen, ist sich Precht sicher. Außerdem glaube er auch an "eine gewisse klammheimliche Freude über diese gelungene Operation und über das Ausschalten von Maduro".

"Ich sehe das tatsächlich anders. Ich sehe es wirklich ganz anders", widerspricht ihm Markus Lanz plötzlich. Denn wenn sich Friedrich Merz jetzt deutlich gegen Donald Trumps Vorgehen aussprechen würde, hätte er laut dem ZDF-Moderator "wenig zu gewinnen und unglaublich viel zu verlieren". Stattdessen halte er die Reaktion des Bundeskanzlers für "sehr verantwortungsvoll und auch klug".

Lanz führt aus: "Wir sitzen gerade in Paris zusammen und versuchen irgendwie einen Friedensprozess in der Ukraine in Gang zu kriegen. Wenn ich deutscher Bundeskanzler wäre, würde ich nichts tun, weil du weißt, dass du die Amerikaner für diesen Friedensprozess brauchst. Wir sind nicht in der Lage, dass wir als Europäer das eigenständig hinkriegen."

Dass die USA bezüglich der Ukraine Rücksicht nähmen auf europäische Interessen, sei für Precht allerdings "eine Illusion". Lanz hält den Blick auf die Frage, worum es den Amerikanern eigentlich in der Ukraine geht, wiederum für "zu schlicht". Der Polittalker hatte "in dieser Woche im Hintergrund ein sehr interessantes Gespräch mit jemanden, der da sehr, sehr nah dran ist und der mir aus den amerikanischen Verhandlungskreisen sagt, dass die den klaren Auftrag von Trump haben, dort jetzt irgendwie für Frieden zu sorgen". Einen Namen möchte Lanz zum "Quellenschutz" nicht nennen, ergänzt aber: "Das scheint denen tatsächlich ein Anliegen zu sein und vielleicht nehmen wir das einfach mal ernst."

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