17.02.2026 von SWYRL/Jasmin Herzog
"Monaco Franze - Der ewige Stenz" ist nicht nur bayerisches Kulturgut, sondern längst auch über die weiß-blauen Grenzen hinaus bekannt, beliebt und leidenschaftlich zitiert. Ein besonderes Highlight in Helmut Dietls Zehnteiler ist die Faschingsepisode "Herr der Sieben Meere".
Mit Witz, Charme und Sprüchen für die Ewigkeit ("Immer des Gschiss mit der Elli!") spielt sich der "Monaco Franze", unsterblich gemacht durch seinen Darsteller Helmut Fischer, seit 1983 in die Herzen der TV-Zuschauer. Und unsterblich ist der Münchner Kultschauspieler längst: Seit 1998 sitzt Helmut Fischer als Statue an der Münchener Freiheit, seit 2022 leistet ihm "Monaco Franze"-Erfinder Helmut Dietl dort Gesellschaft. Die anhaltende Begeisterung für den "ewigen Stenz" zeigt sich nicht nur daran, dass der BR am Faschingsdienstag (17. Februar, 22.45 Uhr) einmal mehr die legendäre Faschingsfolge der zehnteiligen Serie, "Herr der sieben Meere", wiederholt, sondern auch daran, dass es Fans gibt, die eine eigene Monaco-Franze-Straße fordern.
Zum 40-jährigen Jubiläum der Serie 2023 versuchte auch ein Geburtstags-Spezial unter dem Titel "Und ewig lockt der Stenz" zu ergründen, warum "Monaco Franze" zur ikonischen Fernsehserie geriet und noch immer zu unterhalten vermag. Aber auch, warum die Zeitlosigkeit der Geschichte sicherlich heutzutage an ihre Grenzen gelangt: Schließlich war die Hauptfigur ein - wenn auch sympathisch und elegant - unverbesserlicher Aufreißer und Ehebrecher, der den Frauen bisweilen listig nachstellte. Sicher ist: Das von einem sehr männlichen Blick geprägte Format könnte heute so nicht mehr produziert werden.
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Leichtmatrose und Herr der sieben Meere
Einer der Gründe für die Langlebigkeit der Serie liegt sicherlich darin, dass die Serie mehr erzählt als nur die Geschichte eines sympathischen Schwerenöters: Dank Eheschließung mit der gut betuchten Annette von Soettingen (Ruth Maria Kubitschek) führt der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Endvierziger zwar ein sorgenfreies Leben in München-Schwabing. Annettes Akademiker- und Politikerfreunde mit ihrer provozierend snobistisch zur Schau gestellten vermeintlichen intellektuellen Überlegenheit sind dem Monaco Franze allerdings ein Graus.
Und sie machen Helmut Dietls Liebeserklärung an seine Heimatstadt gleichzeitig zur Gesellschaftssatire. Durch die Augen des einfachen Mannes entlarven Dietl und sein Co-Autor Patrick Süskind ("Das Parfum") die Münchner Schickeria der damaligen Zeit: ihre Prunksucht, ihre peinliche Oberflächlichkeit und Blindheit gegenüber der ernüchternden Realität. Diese Gegensätze werden auch in der Faschings-Folge deutlich.
Früher ging es im Münchner Fasching so bunt und wild zu, dass auch beim Monaco Franze und seinem Freund Manni Kopfeck (Karl Obermayr) im Kommissariat nach dem"Böse-Buben-Ball" oder der "Nacht der süßen Bienen" zahlreiche Vermisstenanzeigen eingehen - die sich spätestens an Aschermittwoch meist von selbst erledigen. Auch die beiden Schwerenöter stürzen sich mit Begeisterung in den Münchner Fasching.
Dummerweise liegt der Monaco ausgerechnet am Faschingsdienstag krank im Bett. Oder hat er nur keine Lust, sein "Spatzl" zum Maskenball von Staatssekretär Braun (Klaus Guth) zu begleiten? Als der Manni ihn anruft, ist er so deliriös, dass er nicht einmal weiß, als was er zum Hausball im Donnersberger Hof gehen könnte. - "Ich als Leichtmatros' und du als Herr der Sieben Meere, wia allerweil halt", hilft ihm der Manni. - "Meinst? Jetzt hab ich aber schon ein Antibiotika g'nommen und gegen den Hals was und ein Beruhigungsmittel und meine Kreislauftropfen. Und an Grog und zwei Chinin gegen's Fieber..." - "Ja des is doch wunderbar", freut sich der Manni, "dann bist ja fit!".
Und so macht sich das umtriebige Duo auf in eine Nacht voller Überraschungen. Für die größte wird ausgerechnet die sonst so kontrollierte Annette sorgen, die, an Aschermittwoch heimkehrend, eine der vielen Ausreden ihres Mannes bestätigt: "Es gibt Sachen im Leben und besonders im Fasching, die, wenn man's nicht selber erlebt hat, dann glaubt man's selber fast net."
Hält "Monaco Franze" dem Historiker-Check stand?
Kaum zu glauben ist auch der Eifer seiner Fans: Als im November der Bayerische Landesverein für Heimatpflege dazu aufrief, bis Ende März für ein großes Straßennamen-Projekt Namen von Persönlichkeiten einzureichen, fand sich neben Politikern wie Hans-Jochen Vogel, Barbara Stamm und Wilhelm Hoegner auch der "Monaco Franze" auf der Vorschlagsliste.
Der Geschäftsführer des Verbands, Dr. Rudolf Neumaier, zog im Januar Zwischenbilanz: "Wir suchen ja Namen von Personen, die sich um die Demokratie in Bayern verdient gemacht haben. Ohne der Historiker-Jury vorgreifen zu wollen, kann man feststellen, dass die Ideen jetzt schon großartig sind." Ob es Pumuckl oder Franz Münchinger aus der Fernsehserie "Monaco Franze" am Ende auf die Liste schaffen, wage er allerdings zu bezweifeln, sagt Neumaier.



