13.04.2026 von SWYRL/Rupert Sommer
Zwei junge Top-Uni-Absolventen aus München ziehen mit ihrer Erfindung für vollgestellte Fensterbretter herbe Kritik auf sich. Doch dann kommt es zum Kampf mit Seltenheitswert: Carsten Maschmeyer vs. Ralf Dümmel.
Amüsement, Spott - und schließlich Begeisterung für eine allzu simple Idee: Die beiden Jung-Unternehmer Lukas und Benedikt hinter der Münchner Studentenfirma "Frischluft Fensterbrett" lösten im Staffelfinale von "Die Höhle der Löwen" (Montag, 20.15 Uhr bei VOX und vorab bei RTL+) gleich eine ganze Palette teils widersprüchlicher Emotionen aus.
Das Besondere an ihrer Gründung: Ursprünglich war es nur eine private Tüftelarbeit. "Es war nie der Gedanke, daraus ein Unternehmen zu machen", erklärte der BWLer Lukas, der eben erst die LMU München absolviert hatte. Ebenfalls von einer Top-Uni, der TU München, stammt sein Mit-Gründer, der zwar Maschinenbau-Ingenieur ist, aber in der "Höhle der Löwen" mit einer Entwicklung überraschte, für deren Konstruktion man nicht unbedingt höchste akademisch Weihen benötigt hätte.
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42 Millionen Insta-Views - und "kein Cent für Marketing"
Es geht um ein direkt innen am Fensterrahmen angebrachtes Board (für Zimmerpflanzen-Töpfe oder Deko-Artikel), das beim Öffnen und Lüften nicht extra freigeräumt werden muss - weil es mitschwenkt. Sogar eine Halterungsleiste gibt es, sodass die Fenster samt beladenem Fensterbrett auch gekippt werden können.
Was verblüfft: Als die beiden Jungs sich beim Anbringen dieser Konstruktion in ihrer Studentenbude filmten, erreichten die zugehörigen Instagram-Clips teilweise über 42 Millionen Views. Perfekte Werbung für ihr Produkt. "Wir haben keinen Cent für Marketing ausgegeben", sagte Lukas in der VOX-Show stolz. Ihr "Frischluft Fensterbrett" verkauft sich schon jetzt gut.
Frank Thelen: "Ich glaube, ihr verschwendet eure Lebenszeit"
Von der Investorenbank aus wehte dennoch erst mal scharfer Gegenwind: "Wer hat sich denn dieses grausame Logo ausgedacht?", kritisierte Janna Ensthaler zunächst noch liebevoll spöttisch den Gründer Lukas. Dann aber meinte auch Carsten Maschmeyer: "Die Leiste sieht ein bisschen beknackt aus." Besonders schroff reagierte Frank Thelen, der Tech-Investor: "Das nicht das, was deutsche Ingenieurkunst heute hervorbringen sollte", polterte er. "Ich glaube, ihr verschwendet eure Lebenszeit."
Und doch war der Pitch damit noch lange nicht zu Ende - im Gegenteil: Jetzt wurde es erst richtig spannend. Die Idee, mit viralem Marketing Wirbel zu machen, imponierte dem einen oder anderen Löwen sehr. Die größte Überraschung: Plötzlich stieg Carsten Maschmeyer, üblicherweise ja eher auf High-Tech- und Digital-Lösungen fixiert, in das Wettbieten um die hemdsärmelige Firmenidee ein: "Ich riskiere, dass meine Mitarbeiter sagen, der Chef hat 'ne Macke."
Die Gründer zocken - und treiben den Preis nach oben
Daneben witterte auch "Mister Regal" ein Geschäft. So kam es zu einem Duell, wie man es in der "Höhle der Löwen" nur selten erlebt: Ralf Dümmel gegen Carsten Maschmeyer. Beide erklärten sich bereit, die von den "Frischluft Fensterbrett" gewünschten 170.000 Euro zu investieren, wollten aber ebenfalls beide 15 Prozent (statt ursprünglich angebotener 10 Prozent) haben. "Jetzt habt ihr die Qual der Wahl", Ralf Dümmel.
Danach lag Hochspannung in der Luft. Und sogar Carsten Maschmeyer wurde nervös. Er hatte seine Angebotszusage zunächst noch an eine Klausel geknüpft. Er wollte investieren, sich aber auch Zugriff auf eine nächste Firmenidee der hoch qualifizierten Uni-Absolventen sichern. Als er sah, wie lange Lukas und Benedikt sich im Löwen-Tunnel berieten, sprang Maschmeyer auf, ging noch einmal zu den jungen Männern und rief ihnen zu: "Ich verzichte auf das Recht, bei der nächsten Idee der Erst-Investor zu sein."
Da war die Entscheidung aber schon gefallen: Die "Frischluft Fensterbrett"-Erfinder konfrontierten Ralf Dümmel mit einem Gegen-Angebot: Die kurios unrunde Summe von 199.000 Euro für 15 Prozent? Dümmel schmunzelte - und schlug dann ein. "Hättet ihr 200.000 Euro gesagt, wäre ich raus gewesen", scherzte er.
Ein Deal für die mutigen Fensterbrett-Revoluzzer. "Ein kleiner Traum wird für uns wahr", schwärmte Co-Gründer Lukas. Er hatte - wie so viele andere Jung-Unternehmer auch - schon als kleiner Junge die VOX-Sendung gesehen.



