06.03.2026 von SWYRL/Franziska Wenzlick
Deutschland stelle sich "auf die Seite des Völkerrechtsbruchs", empört sich Richard David Precht. Im gemeinsamen Podcast mit Markus Lanz macht der Autor seinem Ärger über Friedrich Merz Luft.
Dass Friedrich Merz nach seinem Treffen mit Donald Trump die Angriffe der USA und Israels auf den Iran verteidigt hat, hält Richard David Precht für höchst kritikwürdig. "Er fährt zu Donald Trump und er lobt ihn", zeigt sich der Autor in der aktuellen Ausgabe des Podcasts "Lanz + Precht" fassungslos. "Sein Verhalten gegenüber Donald Trump sagt: 'Du machst das Richtige und ich stehe an deiner Seite. Wir, die Bundesrepublik Deutschland, stehen an der Seite des Völkerrechtsbruchs.'"
Weil weder Israel noch die USA beweisen könnten, dass der Angriff auf den Iran Selbstverteidigung gewesen sei, handle es sich um "lupenreinen, klaren Völkerrechtsbruch", betont Precht im Gespräch mit ZDF-Polittalker Markus Lanz. Es sei "unsere Aufgabe als Europäer", für "die Stärke des Rechts" einzutreten - so wie dies etwa der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez trotz heftiger Kritik von Donald Trump getan hätte. "Und Deutschland stellt sich auf die Seite des Völkerrechtsbruchs."
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Precht wirft Merz "Verrat" an den eigenen Prinzipien vor
Precht habe "damit ein gigantisches Problem", stellt er klar. "Ich finde, die Art, wie Merz dort aufgetreten ist - ich finde das unwürdig für einen deutschen Bundeskanzler!" Zudem halte der TV-Philosoph Merz' Positionierung für "einen Verrat an den Prinzipien, dass wir zu denjenigen gehören wollen - und das auch unserem Selbstverständnis nach tun -, die die Werte der westlichen Wertegemeinschaft weiter aufrechterhalten". Es sei Konsens, "dass wir die Guten sein wollen", sagt Precht und äußert abermals Kritik am Kanzler: "Hier hat er sich an die Seite des Völkerrechtsbrechers gestellt."
Die ganze Episode von "Lanz + Precht" gibt's unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Video-Podcast im Youtube-Kanal des ZDF.

