18.02.2026 von SWYRL/Jasmin Herzog
"Waterworld" gilt als eine der größten Pleiten der Filmgeschichte - zu Unrecht. Ohnehin lohnt sich bei diesem Sci-Fi-Actionspektakel ein vorurteilsfreies, erneutes Hinschauen.
Die Vision ist gar nicht so unrealistisch. Die Welt ist nach dem Schmelzen der Pole auf Wasser gebaut. Nur wenige Menschen haben das überstanden und kämpfen den Kampf ums Überleben, immer auf der Suche nach dem letzten bisschen Festland. Schwimmende Städte werden von Piraten heimgesucht, Urin wird wiederverwertet, fahrende Händler bieten Staudengewächse feil. Kevin Costner träumte diesen teuren Traum. 175 Millionen Dollar kostete die Produktion von "Waterworld" (1995). Nun wiederholt Kabel Eins das Action-Spektakel, das zu seiner Entstehungszeit als teuerster Film aller Zeiten galt.
Dass das Endprodukt die finanziellen Erwartungen an den Kinokassen nicht erfüllt hat, mag an den zahlreichen Pannen gelegen haben, die bekannt wurden, wohl aber auch an der überzogenen Hoffnung, ein Stück epochales Kino zu machen.
Was auch immer die Gründe für das vergleichsweise schwache Einspielergebnis waren: Die oft verbreitete Erzählung, dass "Waterworld" ein Mega-Flop gewesen sei, ist nicht richtig. Zwar beliefen sich die Einnahmen an den Kinokassen "nur" auf etwa 264 Millionen Dollar, während die Gesamtkosten inklusive Marketing bei etwa 300 Millionen Dollar lagen. Später wurde der Film jedoch dank Video- und anderen Verkäufen noch profitabel.
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Für Fans altmodischen Actionhandwerks ein großes Vergnügen
Auch der Film selbst ist besser als sein Ruf: Das Thema "Waterworld" bot völlige Freiheit in der Fantasie aller Beteiligten, auch wenn die optischen Parallelen zu George Millers "Mad Max" nicht zu übersehen sind. Die Autoren Peter Rader und David Twohy nutzen bekannte Strickmuster. Da ist der Mariner (Costner), ein einzelgängerischer Händler, dem die Menschheit egal geworden ist. Er wird in einen Piratenüberfall auf eine See-Kolonie verwickelt, gerät in Gefangenschaft und wird schließlich von Helen (Jeanne Tripplehorn) und ihrer Adoptivtochter Enola (Tina Majorino) unter der Bedingung befreit, er möge ihnen auf seinem Schiff die gemeinsame Flucht ermöglichen.
Fortan geht es um zweierlei: Zum einen um die wenig überraschende Läuterung des Helden vom verbitterten Eremiten zum freundlichen Familienmenschen, zum anderen um die Verfolgung des Trios durch den Bösewicht Deacon (Dennis Hopper). Er kennt das Geheimnis der jungen Enola, die auf ihrem Rücken eine Tätowierung trägt, die den Weg zum letzten Fleckchen Eiland weisen soll.
"Waterworld" ist immer vor allem dann unterhaltsam, wenn die Special-Effects-Fachleute das Ruder in die Hand nehmen. Statt überflüssiger Spielereien sorgen die zweckmäßige Anwendung des Blue-Screen-Verfahrens und sorgsam eingesetzte Computeranimationen für Begeisterung beim Freund des klassischen Actionfilms. Und nicht zuletzt lohnt ein Blick auf den Film auch deshalb, weil nach den vielen Jahren seit seinem Entstehen inzwischen ein vorurteilsfreier Blick darauf möglich ist.



