Weil wir Champions sind - Mi. 25.05. - VOX: 20.15 Uhr

Was ist schon normal?

19.05.2022 von SWYRL/Elisa Eberle

In der Tragikomödie "Weil wir Champions sind" soll Wotan Wilke Möhring als Trainer neun kognitiv beeinträchtigte Spieler für das Basketball-Regionalliga fit machen. Doch die eigentliche Frage, die der Film wieder und wieder stellt, lautet: Was ist eigentlich normal?

Er galt als der Star am Basketball-Himmel: Als erfolgsverwöhntem Bundesliga-Trainer lag Andreas Ellgut (Wotan Wilke Möhring) die Sportlerwelt zu Füßen. Doch nach einer nächtlichen Trunkenheitsfahrt wird er zu Sozialstunden verdonnert: Anstelle der Profis soll er fortan eine Mannschaft mit kognitiv beeinträchtigten Menschen trainieren, mehr noch: Er soll sie sogar für die Regionalliga fit machen. "Weil wir Champions sind" ist eine Adaption der preisgekrönten spanischen Tragikomödie "Campeones" (2018). Regie führte der Comedy-erprobte Filmemacher Christoph Schnee ("Alles Atze"). Das Drehbuch stammt von Andreas Fuhrmann und Oliver Philipp. Bei RTL+ steht die Tragikomödie bereits seit Anfang April zum Abruf bereit. VOX zeigt sie nun erstmals im Free-TV.

Der ehrgeizige Andreas ist natürlich alles andere als begeistert von seinem neuen Job: "Es ist einfach unmöglich aus diesen Gestalten ein Team zu machen", klagt er beim ersten Treffen mit seiner neuen Chefin (Ursula Werner): "Ich trainiere normale Spieler. Das sind aber keine Spieler und normal - normal sind die auch nicht." Doch was ist schon normal, will die patente Frau wissen: "Sind wir beide normal?" Diese zentrale Frage wird in "Weil wir Champions sind" sowohl vor als auch hinter der Kamera immer wieder auf den Prüfstand gestellt.

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Dreh unter besonderen Bedingungen

Mit Antonia Riet, Matthias Sander, Jonas Relitzki, Jochen Riemer, Simon Rupp, Nico Michels, Luca Davidhaimann, Tanino Camilleri und Christian Forst standen gleich neun kognitiv beeinträchtigte Laiendarstellerinnen und -darsteller vor der Kamera. Für das Team von Produzentin Nina Viktoria Philipp bedeutet dies ein besonders hohes Maß an Geduld und Engagement. Vier Monate dauerte es allein, geeignete Darstellerinnen und Darsteller ausfindig zu machen: "Wir mussten alle infrage kommenden Einrichtungen, Behindertenwerkstätten, Sportvereine und freie inklusive Theatergruppen anschreiben und besuchen", erinnert sie sich.

Die eigentlichen Dreharbeiten nahmen schließlich sechs Wochen (7. Juni 2021 bis 23. Juli 2021) in Anspruch. Es war eine besondere Zeit, von der Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring im Interview schwärmt: "Es war eine sehr tolle Erfahrung, weil es eine sehr behutsame Herangehensweise war und der harmonischste Dreh, den ich jemals gemacht habe: Das sind Menschen, die wir sogenannten Normalos in eine abwertende Schublade stecken, weil sie uns so besonders anders erscheinen und wir sie ausschließlich auf ihre von uns so bewerteten kognitiven Einschränkungen reduzieren. Dass diese Menschen das selber gar nicht so empfinden, sondern einfach so sind, wie sie sind, und alle anderen ebenso wenig, ist sehr beeindruckend."

Andreas' späte Einsicht

Im Film wachsen die Basketballspieler nicht nur zu einem starken Team zusammen, unterstützt vom einzigen Mädchen namens Krafzik (Antonia Riet) haben sie sogar plötzlich eine reale Chance auf das Finale. Viel wichtiger ist jedoch die Entwicklung, die Andreas im Laufe seiner Sozialstunden durchläuft: Je mehr Zeit er mit seinen Schützlingen verbringt, umso besser lernt er, sie und ihre Eigenheiten zu schätzen. Die frohgelaunten und herzerwärmend direkten Spieler schaffen es sogar, aus dem von Vorurteilen zerfressenen Menschen einen besseren Vater für seinen Sohn Daniel (Ben Münchow) und einen besseren Freund für seine Ex-Partnerin Pia (Katharina Schüttler) zu machen.

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