Die wichtigsten Kriegsfilme aller Zeiten
Jeder stirbt für sich allein: Wie brutal, blutig und sinnlos Krieg ist, führt das Kino immer wieder erschütternd vor Augen. So wie Oliver Stone mit seinem mehrfach preisgekrönten Antikriegsdrama "Platoon" (15. Februar, 22.05 Uhr, ARTE), das 1986 in die Kinos kam und für einige seiner Darsteller den Durchbruch bedeutete. Die Galerie zeigt, was aus Charlie Sheen, Tom Berenger, Willem Dafoe und Co. wurde.
© FoxPlatoon
Charlie Sheen spielt in "Platoon" den jungen Soldaten Chris Taylor, der im Vietnamkrieg zwischen Wahnsinn und Moral seinen Weg suchen muss. Der Film gewann vier Oscars, darunter den für den "Besten Film", und gilt bis heute als einer der realistischsten Kriegsfilme. Für Sheen bedeutete die Hauptrolle den großen Durchbruch und die Anerkennung als ernsthafter Schauspieler.
© FoxCharlie Sheen
Als Charakterdarsteller konnte sich Sheen indes nicht lange halten. Zwar wirkte er 1987 noch in dem gesellschaftskritischen Drama "Wall Street" mit - wieder unter der Regie Oliver Stones. Danach aber richtete er sich im gepfelgten Unterhaltungskino ein á la "Young Guns", "Die Indianer von Cleveland" und "Die drei Musketiere" ein. Mit den "Hot Shots"-Filmen, denen sich einige weitere Parodiefilme anschlossen, fand Sheen seine Berufung fürs Komödienfach.
© Craig BarrittCharlie Sheen, "Two and a Half Men"
Vor allem in Sitcoms fand Sheen die ideale Bühne für seinen Hang zur Komik. Nachdem er bereits 2000 als Nachfolger von Michael J. Fox in der Sitcom "Chaos City" überzeugt hatte, wurde er in "Two and a Half Men" zum Star einer ganzen TV-Generation. Die Sitcom über einen hedonistischen Single und seinen spießigen Bruder war weltweit ein Quotengarant. Sheen verkörperte den trinkfesten Frauenhelden, den viele mit seinem echten Leben gleichsetzten.
© ProSieben / Warner BrothersCharlie Sheen
"Two and a Half Men" war erst Höhepunkt, doch dann trauriger Wendepunkt in Sheens Karriere. Seine (Drogen-)Eskapaden vor und hinter der Kamera forderten 2011 ihren Tribut. Weil er öffentlich Serienmacher Chuck Lorre als "verseuchte Made" beschimpfte und über die Show lästerte, setzten ihn die Serienmacher kurzerhand auf die Straße. 2015 bekannte Sheen in einem emotionalen TV-Interview, dass er HIV-positiv sei. Danach zog er sich weitgehend aus dem Rampenlicht zurück.
© 2025 Getty Images/Arturo HolmesPlatoon (1986)
Tom Berenger (Mitte) spielt in "Platoon" den skrupel- und gewissenlosen Unteroffizier Robert E. Lee Barnes, der nicht nur mit größter Härte gegen den Feind einschließlich Zivilbevölkerung vorgeht, sondern die Waffen auch gegen Männer in den eigenen Reihen richtet.
© Orion PicturesTom Berenger
Tom Berenger spielte bereits in den 1970-Jahren erste Rollen, Aufsehen erregend etwa in "Auf der Suche nach Mr. Goodbar" und der Western-Komödie "Butch & Sundance - Die frühen Jahre". Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er im folgenden Jahrzehnt, als er etwa in Lawrence Kasdans Drama "Der große Frust" (1983) mitspielte und für "Platoon" seine bislang einzige Oscar-Nominierung erhielt.
© 2023 Getty Images/Presley AnnTom Berenger
Allerdings verblasste Berengers Stern nach "Platoon" allmählich. An den künstlerischen Erfolg seiner Leistung im Antikriegsdrama konnte er nicht mehr anknüpfen. Aufsehen erregte er in den 1990ern noch mit Wolfgang Petersens "Tod im Spiegel", dem Thriller "Sliver" oder "Gingerbread Man" von Robert Altman. Danach wurden anspruchsvolle Rollen und Projekte rarer. Zuletzt war der dennoch produktiv gebliebene Schauspieler in der Romanze "Plan B" (2024) zu sehen.
© 2023 Getty Images/Gregg DeGuireWillem Dafoe
Willem Dafoe (links) spielt in "Platoon" Sergeant Elias Grodin, der sich gegen die skrupellosen Methoden seines Kollegen Barnes (Tom Berenger) entgegenstellt und dafür mit seinem Leben bezahlen wird.
© Orion Pictures CorporationWillem Dafoe
Willem Dafoe erlebte mit "Platoon" seinen Durchbruch, nachdem seine Karriere mit dem Megaflop "Heaven's Gate" denkbar schlecht gestartet war. Nach dem Antikriegsdrama entwickelte er sich zu einem der vielseitigsten Schauspieler seiner Generation. Spielerisch schafft Dafoe immer wieder den Spagat zwischen Arthouse- ("Die letzte Versuchung Christi") und Blockbuster-Produktionen ("Spider Man", "John Wick").
© 2023 Getty Images/Dia DipasupilWillem Dafoe
Überschattet wird die Karriere des Charakterdarstellers allenfalls von der Tatsache, dass er bislang zur Reihe großer Verlierer Hollywoods gehört. Dafoe war insgesamt viermal für einen Oscar nominiert - angefangen mit "Platoon" bis "Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit" (2019) -, gewinnen konnte er den begehrten Preis allerdings noch nicht. Zuletzt sorgte er mit Robert Eggers hochgelobter Klassiker-Neuverfilmung "Nosferatu - Der Untote" (2024) erneut für Aufsehen.
© 2025 Getty Images/Mike CoppolaKevin Dillon
Den Horror des sinnlosen Vietnamkriegs bekommt auch der von Kevin Dillon (links, neben Charlie Sheen) gespielte Soldat Bunny am eigenen Leib zu spüren. Der US-Schauspieler spielte in dem Kriegsfilm eine seiner erten Rollen. fünf Jahre später arbeitete er bei der Filmbiografie "The Doors" noch einmal mit Regisseur Oliver Stone zusammen.
© Orion PicturesKevin Dillon
Der Aufstieg in die A-Riege Hollywoods sollte Kevi Dillon jedoch versagt bleiben. Bei Kinoproduktionen auf Nebenrollen abonniert, schaffte er es dafür beim Fernsehen zu größeren Auftritten ("24", "New York Cops - NYPD Blue"). Seine Paraderolle spielte er in der Erfolgssitcom "Entourage", in deren gleichnamiger Kinofassung (2015) er ebenfalls mitwirkte. Zuletzt war Dillon im erzkonservativen Präsidenten-Biopic "Reagan" (2024) zu sehen.
© 2025 Getty Images/Alberto E. RodriguezForest Whitaker
Forest Whitaker spielte in "Platoon" die Rolle des Soldaten Big Harold. Dass er zu einem der renommiertesten Schauspieler Hollywoods aufsteigen würde, konnte man damals noch nicht absehen. Zu unauffällig waren bis dato seine Rollen meist in TV-Serien ("Cagney & Lacey"), zu klein auch sein Part in Stones Antikriegsdrama neben den Hauptdarstellern Charlie Sheen, Tom Berenger und Willem Dafoe.
© IMAGO / mptvForest Whitaker
Doch Whitaker arbeitete sich stetig nach oben. Unzählig die Pretigeprojekte, in denen er als Nebendarsteller mitwirkte, etwa "Die Farbe des Geldes" oder "Good Morning, Vietnam". Mit dem Biopic "Bird" etablierte er sich als Charakterdarsteller. Es folgten Kultfilme wie "The Crying Game", "Smoke", "Ghost Dog" und "Panic Room". Für seine Rolle eines Afrika-Diktators in "Der letzte König von Schottland" erhielt er einen verdienten Oscar.
© 2025 Getty Images/Jesse GrantKeith David
Auch Keith David stand mit seiner Rolle des "King" genannten Soldaten in "Platoon" am Anfang seiner Karriere. Seither war er in mehr als 400 Kino- und TV-Produktionen beteiligt, was das Dilemma auch dieses Schauspielers verdeutlicht. Der große Durchbruch war ihm nicht vergönnt, weshalb er offenbar auf Masse setzte musste, um sich über Wasser zu halten. Zuletzt war David in Serien wie "Duster" und "The Lowdowns" zu sehen. Sehr produktiv ist er auch als Synchronsprecher.
© 2025 Getty Images/Jamie McCarthyJohn C. McGinley
"Platoon", "Wall Street", "Gefährliche Brandung", "Sieben" und "The Rock": Die Reihe von Filmen, in denen John C. McGinley in kleineren Rollen mitwirkte, ist beeindruckend. Dennoch: Seine Paraderolle eines zynischen Arztes in der Kultserie "Scrubs" blieb bis heute seine größte. Nach dem Ende der Sitcom spielte der US-Schauspieler erneut nur Nebenrollen, etwa in "Chicago P.D." und "Brooklyn Nine-Nine".
© 2018 Getty Images/Paul ArchuletaJohnny Depp
Johnny Depps Rolle in "Platoon" war so klein, dass er leicht übersehen werden konnte. Wenige Jahre später war er dafür so auffällig, wie man als Schauspieler nur sein kann. Depp erreichte dank kleinerer ("Dead Man"), größerer ("Sleepy Hollow") und größter Film-Produktionen ("Fluch der Karibik"-Reihe) Megastar-Status in Hollywood. Dorthin muss er sich allerdings wieder zurückkämpfen, seitdem seine Drogen- und Alkohol-Eskapaden der Karriere empfindlich geschadet haben.
© 2024 Getty Images/Neil P. MockfordOliver Stone
Oliver Stone ist der vielleicht politischste Regisseur in Hollywood. Mit Filmen wie "Platoon", "Wall Street" oder "JFK - Tatort Dallas" steckte er seine Finger immer tief in die Wunden Amerikas. Doch aus dem engagierten Filmemacher wurde allmählich ein hoch umstrittener. Mit seinen Autokraten-Dokus "Comandante" und "Die Putin-Interviews" handelte er sich den Vorwurf einseitig-unkritischer Darstellung komplexer und vor allem: moralisch problematischer Sachverhalte ein.
© 2019 Getty Images/Thomas Niedermueller