06.04.2026 von SWYRL/Rupert Sommer
"Manchmal sind es die kleinen Dinge, die die Welt verbessern", sagte Ralf Dümmel begeistert über ein Medizin-Produkt in der "Höhle der Löwen". Andere kamen zu eingem völlig gegenteiligen Eindruck.
Millionen Menschen in Deutschland schnarchen, leiden an Heuschnupfen oder bekommen wegen verengter Nasenöffnungen nur schlecht Luft: Ihnen möchte ein Ingenieur aus Barcelona helfen, der in Stuttgart ein Start-up aufgebaut hat. Ignasi entwickelte die Idee aufgrund einer persönlichen Leidensgeschichte. Der 46-jährige Spanier, der als Maschinenbauingenieur nach Deutschland kam und in Stuttgart lebt, laboriert selbst an verengten Nasenöffnungen.
Deswegen atmete er tagsüber nicht ganz frei, nachts brachte ihn sein Schnarchen um einen gesunden Schlaf. Mit den üblichen Hilfsmitteln wie Nasenstrips oder Spreizklemmen machte er keine guten Erfahrungen. Außerdem kann man so was ja auch eher schlecht am Arbeitsplatz tragen. Ignasis Lösung: kleine Einsätze aus medizinischem Silikon, die von außen kaum sichtbar sind und eingesetzt in die Nasenöffnung das Atemorgan weiten und für bessere Luftzirkulation sorgen. In der "Höhle der Löwen" fand die Präsentation ein gespaltenes Echo.
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"Tut ein bisschen weh", klagt Carsten Maschmeyer
Ralf Dümmel probierte das Produkt in der VOX-Show gleich mal aus - mit großer Begeisterung. "Ich kann wirklich freier atmen", freute er sich. Ähnlich gut kamen die kleinen Teile bei Dagmar Wöhrl an. "Ich fühle mich irgendwie frischer", sagte sie über die Naseneinsätze. Schon schwebten der Familienunternehmerin aus Franken lange Waldspaziergänge oder Jogging-Touren an der frischen Luft vor.
Carsten Maschmeyer kam mit den Atem-Hilfsmitteln hingegen nicht auf Anhieb zurecht. "Tut ein bisschen weh", meinte der Star-Investor, er erzählte aber auch, dass er wegen mehrerer Nasenoperationen im Zuge einer Krebsbehandlung besondere Probleme hat.
Das war allerdings nicht der Grund, warum Maschmeyer keine Geschäfte mit "Venticross" machen möchte: Ihm gefiel nicht, dass das Gründer-Trio die Firma parallel zu Berufen in der Automobilindustrie und der Unfallchirurgie betreibt. Aus dem gleichen Grund meldete sich auch Frank Thelen ab. Er mag ebenfalls keine Nebenbei-Unternehmer.
Judith Williams funkt dazwischen: "Es ist echt unbequem"
Am schnellsten reagierte Dagmar Wöhrl, die auch gleich zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten für die Erfindung im Bereich der Nasendilatoren (so der medizinische Fachbegriff) sieht - etwa bei Allergikern. Zu den Finanzvorstellungen der "Venticross"-Gründer - 50.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile - sagte sie: "Ich finde das fair." Wöhrl macht genau zu diesen Konditionen das erste Angebot. "Wir würden sehr, sehr gut zusammenpassen."
Ralf Dümmel legte rasch nach. Auch er ging auf die Konditionen ein, sagte aber auch: "Ich finde, dass ich für das Produkt der Beste bin." Womit er nicht gerechnet hatte: Plötzlich kam heftiges Störfeuer vom Nebensessel - eigentlich so gar nicht die feine Art. Judith Williams kritisierte "Venticross" mit harten Worten. "Es ist echt unbequem", meinte sie und sprach von einem nicht guten Produkt. Man merkte, wie sehr Wöhrl und Dümmel das wurmte. Tatsächlich ging Ralf Dümmel dann auch noch mal dazwischen: "Wir empfinden das nicht so."
Ohnehin machte Beauty-Unternehmerin Williams kein Angebot, es lief auf das Duell Wöhrl vs. Dümmel hinaus. Die Gründer berieten sich - und entschieden sich für den Unterstützer, der offenbar von Anfang an ihr Wunsch-Ööwe war: Ralf Dümmel. Der sprang auf, jubelte und umarmte das Trio. Ein Deal, der bald schon nicht nur ihn frei durchatmen lassen dürfte!



