ZDF-Journalist

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen sagt über seine Sicherheit in den USA: "Wir sind alle gewarnt"

13.01.2026 von SWYRL

Die Arbeitsbedingungen für Journalisten in den USA werden härter. Manche Kollegen bräuchten Personenschutz vor Trump-Anhängern, berichtet ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. In einem Interview zeigt er sich von der Geschwindigkeit der Umwälzungen in Amerika überrascht.

Vor gut einem Jahr begann Donald Trumps zweite Amtszeit als US-Präsident. Zu den vielen TV-Dokumentationen, die sich zum Jahrestag einer Zwischenbilanz widmen, gehört der Film "Trumps Amerika - Macht, Wandel, Widerstand", der am Dienstag, 13. Januar, 20.15 Uhr, bei ARTE laufen wird.

Im Vorfeld der Ausstrahlung hat der Kultursender einen der beteiligten Experten für ein ausführliches Interview befragt. Der ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen war vergangenes Jahr ins Visier des Trump-vertrauten Ex-Botschafters Richard Grenell geraten und wurde außerdem wegen Äußerungen zum ermordeten Aktivisten Charlie Kirk attackiert.

Seiner Arbeit könne er dennoch weiter frei nachgehen, versichert der Journalist im ARTE-Gespräch: "Aber wir sind alle gewarnt, dass das natürlich Folgen haben könnte, die nicht zu rechtfertigen sind auf der Basis von journalistischen Standards, an die wir uns alle halten."

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Theveßen: Trump hat in kürzester Zeit "schlimmste Befürchtungen" wahr gemacht

Amerikanische Kollegen würden massiv "ins Visier genommen", erklärt der 58-Jährige, sie würden beleidigt und beschimpft. Er wisse "von US-Kollegen, die mittlerweile Personenschutz haben, die ihre Häuser überwachen lassen, damit ihre Familien geschützt sind vor den Anhängern von Donald Trump", weiß Theveßen zu berichten. Dennoch versuchten alle, ihren "Job zu machen".

Von den Entwicklungen seit der zweiten Vereidigung Trumps fühlt sich auch der Washington-Korrespondet überrumpelt. "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass in so kurzer Zeit, also innerhalb eines Jahres der amerikanische Präsident in der Lage sein würde, all das umzusetzen, was unsere schlimmsten Befürchtungen sind", gibt Theveßen zu. Trump habe die regelbasierte Ordnung untergraben und Signale in die Welt gesendet, "dass man sich als Amerika enger verbunden fühlt mit unseren Gegnern, Wladimir Putin beispielsweise", als mit den bisherigen Verbündeten.

Das vorgelegte Tempo der Umwälzungen sei ein großes Problem, "weil wir nicht schnell genug einen Plan parat haben. Und ein Plan alleine reicht ja nicht." Theveßen betont: "Man braucht dann eben auch Maßnahmen und dazu sind eine Menge Ressourcen notwendig. Gelder, die reingesteckt werden müssen in den Aufbau von Infrastruktur bis zum Militär, all das ist gerade erst in Gang gekommen. Das heißt, Donald Trump agiert viel schneller, als ich mir und als wir alle uns das vorstellen konnten."

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