Carl Barks und andere Erfinder berühmter Comicfiguren
Im Vergleich zu ihren weltberühmten Figuren bleiben die meisten Zeichner eher unbekannt. So wie dieser Mann, der bis heute im Schatten seiner weltbekannten Charaktere steht, die für einen großen Unterhaltungskonzern schuf: Carl Barks begnadeter Zeichner und "Vater" von Dagobert Duck, Daniel Düsentrieb und zahlreicher weiterer Disney-Figuren. Am 27. März wäre Barks 125 Jahre alt geworden, die Galerie zeigt aus diesem Anlass weitere Erfinder berühmter Comicfiguren.
© IMAGO / Bridgeman ImagesDagobert Duck
"Duck Tales - Woo hoo" - wer in den späten 80er-, frühen 90er-Jahren aufwuchs, hat die Titelmelodie sicher noch im Ohr: Im Rahmen des ARD-"Disney Club" lief damals "DuckTales - Neues aus Entenhausen" und erzählte damals neue Geschichten von Onkel Dagobert und Co. Carl Barks erfand Dagobert als Antagonisten seines Neffen Donald Duck. Ihren ersten Auftritt hatte die "reichste Ende der Welt" 1947 in der Disney-Geschichte "Christmas On Bear Mountain", bevor sie 1952 mit einer eigenen Comic-Reihe in Serie ging.
© DisneyCarl Barks
Carl Barks (1901-2000) war einer der einflussreichsten Zeichner Disneys. Seine bekannteste Schöpfung blieb Dagobert Duck, im Original Scrooge McDuck genannt, was auf sein geistiges Vorbild verweist: den Geizhals Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens' "Weihnachtsgeschichte". Barks erfand daneben viele weitere Zeichentrick- und Comicfiguren, darunter Gustav Gans, Daniel Düsentrieb und die Panzerknacker.
© IMAGO / Avalon.redLucky Luke
"Einsamer Cowboy, du bist so weit, weit von zuhaus ...": Die Titelmelodie zu "Lucky Luke" haben sicher viele noch im Ohr, durch Trickfilme und Serien wurde der Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten, weltweit populär. "Lucky Luke" basiert aber auch auf einer altehrwürdigen Comicserie, die bis in das Jahr 1946 zurückreicht.
© Ascot EiteMorris (Maurice De Bevere)
1946 erschien der erste "Lucky Luke"-Comic. Sein Erfinder, der Belgier Maurice De Bevere alias Morris (1923 bis 2001), schrieb die Geschichten zu Beginn der Serie noch selbst. Danach verfasste Asterix-Miterfinder René Goscinny die Texte. Der weltweit erfolgreichste Western-Comic erscheint bis heute, Zeichner Achdé arbeitet dabei mit wechselnden Autoren.
© Donald Stampfli/RDB/ullstein bild via Getty Images"In den Fußstapfen von Lucky Luke"
Die Faszination für den Cowboy hält bis heute an: Für die dreiteilige Doku "In den Fußstapfen von Lucky Luke" begab sich der Pariser Comic-Zeichner Jul auf die Suche nach den Vorbildern für den berühmten Comic. Und in der neuen Serie "Lucky Luke" (erhältlich seit 23. März auf Disney+) erlebt der berühmte Revolverheld - in Gestalt des französischen Schauspielers Alban Lenoir - weitere Wild-West-Abenteuer.
© ARTE/Grand Angle ProductionsSpider-Man
Aktuell schlüpft Tom Holland in das Kostüm des Spinnenmanns - zuletzt in "Spider-Man: No Way Home" (2021). Der erste "Spider-Man"-Comic erschien 1961, die Figur ist nur einer von zahlreichen erfolgreichen Superhelden aus dem Hause Marvel, von denen viele von einem Mann (mit)erdacht wurden.
© Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbHStan Lee
Spider-Man, Hulk, Iron Man, Thor, Ant Man, Black Panther ... Die Liste der Superhelden, die der am 12. November 2018 verstorbene Stan Lee im Laufe seines Lebens (mit)erfand, ist schier endlos.
© Michel Boutefeu/Getty ImagesDie Peanuts
Sie zählen seit fast 75 Jahren zu den beliebtesten Zeichentrickfiguren der Welt: Hund Snoopy, sein Besitzer Charlie Brown und die anderen "Peanuts" tollen sich heute zwar nicht mehr in Comic-Strips, dafür aber bei Apple TV+ (Bild).
© AppleCharles M. Schulz
Charles M. Schulz (1922 bis 2000) veröffentlichte 1950 die erste "Peanuts"-Geschichte. Bis zu seinem Tod erschuf der Zeichner über 17.800 Comicstrips und schrieb die Drehbücher für die Fernseh- und Kinoauftritte von Charlie Brown, Snoopy und Co. - ein großes Stück Comic-Geschichte.
© Roger Higgins / New York World-Telegram and the Sun Newspaper Photograph Collection (Library of Congress)Asterix
Auch diese beiden haben Grund zum Jubeln: Asterix (rechts) und Obelix zählen seit ihrer Erfindung 1959 zu den populärsten Comic-Figuren der Welt. Bis heute erscheinen immer wieder neue Comic-Abenteuer, Kinofilme und TV-Serien mit den von Julius Cäsar nicht zu besiegenden, unbeugsamen Galliern.
© ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2017 LES EDITIONS ALBERT RENE / GOSCINNY – UDERZOAlbert Uderzo
Zeichner Albert Uderzo (1927 bis 2020) erfand die Figur des Asterix 1959 speziell für den Start der französischen Jugendzeitschrift "Pilote", zwei Jahre später erschien der erste eigene Comic-Band mit den Abenteuern der Gallier. 2013 vertraute er seine Schöpfung einem neuen Team an: Zeichner Didier Conrad und Autor Jean-Yves Ferri verantworten inzwischen die Asterix-Geschichten.
© obs/Egmont Ehapa Media GmbH/2020 LES EDITIONS ALBERT RENERené Goscinny
Auch anfangs war Asterix in Teamarbeit entstanden: Während Albert Uderzo sich um die Zeichnungen kümmerte, sorgte Texter René Goscinny (1926 bis 1977) dafür, dass die Geschichten großen Wortwitz besaßen und stets auch aktuelle Ereignisse reflektierten.
© Robert Picard\INA via Getty ImagesClever & Smart
Seit 1958 erleben die beiden Agenten des T.I.A. (Trans-Internationaler Agentenring) immer wieder neue Abenteuer: Die "Clever & Smart"-Geschichten um Verwandlungsgenie Fred Clever und Prügelknabe Jeff Smart leben vor allem durch ihren überzeichneten Slapstick-Humor und Anspielungen auf aktuelle (politische) Ereignisse.
© Carlsen ComicsFrancisco Ibáñez
Er war der Schöpfer der "Clever & Smart"-Geschichten: Der spanische Zeichner Francisco Ibáñez starb im Juli 2023 im Alter von 87 Jahren. Bis zu seinem Tod veröffentlichte er immer noch neue Abenteuer - zuletzt "Mundial 2022" (nicht auf Deutsch erschienen) über die Fußball-WM in Katar.
© Josep Lago / AFP via Getty ImagesDie Schlümpfe
Auch sie eroberten von Belgien aus die Welt: Der erste Comic-Band mit den Schlümpfen erschien 1959, ab 1981 wurden die blauen Kobolde dank der Zeichentrickserie weltweit berühmt. Und auch die Schlümpfe erleben bis heute neue (Kino-)Abenteuer - obwohl ihr Schöpfer schon vor 30 Jahren starb.
© Super RTLPeyo (Pierre Culliford)
Unglaublich, aber wahr: Zunächst waren die Schlümpfe nur Nebenfiguren. Zeichner Pierre Culliford alias Peyo (1928 bis 1992) ließ die blauen Kobolde zunächst in einem seiner "Johann und Pfiffikus"-Comics auftauchen. Die Leser mochten die Schlümpfe aber so sehr, dass er ihnen bald ihre eigenen Geschichten widmete.
© Bruno Kellenberger/RDB/ullstein bild via Getty ImagesTim und Struppi
Der rasende Reporter und sein cleveres Hündchen: Generationen von Comiclesern haben sich von "Tim und Struppi" verzaubern lassen, die auch in einer Zeichentrickserie Verbrecher jagten. Steven Spielberg und Peter Jackson gehören zu erklärten Fans des Gespanns und verfilmten seine Abenteuer.
© UniversumHergé (Georges Prosper Remi)
Der belgische Zeichner Georges Prosper Remi alias Hergé (1907 bis 1983) gilt heute als einer der Väter der europäischen Comic-Kunst: Der erste "Tim und Struppi"-Comic erschien 1929, bis zu seinem Tod erschuf er 24 Bände.
© Francois LOCHON/GAMMA-RAPHO/Francois LOCHONMarsupilami
Wie die Schlümpfe war auch das Marsupilami zunächst "nur" eine Nebenfigur in den Abenteuern von "Spirou und Fantasio". 1952 hatte das gelb-schwarz gepunktete Fantasietier dort seinen ersten Auftritt, bevor es zu einer der bekanntesten Comic-Figuren der Welt wurde.
© Carlsen ComicsAndré Franquin
Nicht nur das Marsupilami, auch der liebenswerte Chaot Gaston stammten aus seiner Feder: Der Belgier André Franquin (1924 bis 1997) gilt neben Hergé als der wichtigste stilprägende Comiczeichner Europas.
© 2011 Gamma-Rapho/Frederic REGLAINSuperman
Dieser Comic ist so wertvoll, dass er aufwendig geschützt wird: Die allererste Ausgabe von "Superman" (Bild) erschien 1939. Der Besucher vom Planeten Krypton, der mit übermenschlichen Kräften das Böse bekämpft, war damals der erste Superheld überhaupt und zählt bis heute zu den berühmtesten Comic-Figuren aller Zeiten.
© Frederic J. Brown / AFP via Getty ImagesJerry Siegel und Joe Shuster
Im Nachhinein unvorstellbar: Autor Jerry Siegel (1914 bis 1996) und Zeichner Jo Shuster (1914 bis 1992) erfanden "Superman" bereits Anfang der 30er-Jahre, mussten dann aber lange tingeln, um ihre Figur an den Mann zu bringen. Der Verlag National Periodicals (später Detective Comics, kurz DC Comics, genannt) schlug dann zu: Für den Verkauf der Rechte an ihrer Figur erhielten sie 130 Dollar.
© Public Domain via Wikimedia CommonsBatman
Batman hält - in Form eines Fotos - seinen Schöpfer in Ehren: Fast zeitgleich mit "Superman" erschien 1939 auch der erste Comic über den als Fledermaus verkleideten Milliardär namens Bruce Wayne, der gegen Verbrecher in seiner Heimatstadt Gotham City kämpft.
© Alberto E. Rodriguez/Getty ImagesBob Kane
Zeichner Bob Kane (1915 bis 1998) ließ sich für Batman von einer frühen Filmversion des maskierten Zorro inspirieren. Der Fledermausmann war von ihm zunächst eher als Antiheld konzipiert worden, schließlich kämpfte Bruce Wayne aus rein persönlichen Motiven gegen Verbrecher: um den Mord an seinen Eltern zu rächen.
© Ron Galella, Ltd./Ron Galella Collection via Getty Images