10.03.2026 von SWYRL/Michael Eichhammer
Master Chief gegen die Trump-Administration: Schauspieler Steve Downes, der seit vielen Jahren dem Protagonisten der Spielereihe "Halo" seine Stimme leiht, wehrt sich dagegen, dass ein One-Liner von ihm ungefragt in einem Video des Weißen Hauses genutzt wird.
Es sind neue Tiefpunkte im sogenannten "Meme War": In einem offiziellen Video des Weißen Hauses werden Luftschläge auf den Iran mit Entertainment-Szenen aus der Popkultur unterlegt - von Filmen über Serien bis zu Videospielen. Zu den zitierten Franchises zählen "Halo", "Deadpool", "Star Wars", "Tropic Thunder", "Top Gun", "Gladiator", "John Wick", "Superman", "Breaking Bad" und "Yu-Gi-Oh".
Einer der Protagonisten kritisiert diese irritierende und geschmacklose Art der Propaganda scharf: Steve Downes, langjährige Stimme in Microsofts "Halo"-Spielen, spricht von "widerlicher und kindischer Kriegs-P...grafie" und "ekelhafter Kriegspropaganda vom Weißen Haus". Der US-amerikanische Synchronsprecher prangert an, dass ein markiger Spruch des Master Chiefs benutzt wurde, ohne dass er um Erlaubnis gefragt wurde. Deshalb fordert er, dass diese Passage umgehend aus dem Video entfernt wird.
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Auch Musiker und Schauspieler wehren sich
Und er ist mit seinem Unmut nicht allein: Auch ein Ausschnitt aus der Kriegsfilm-Parodie "Tropic Thunder" kommt in dem Clip des Weißen Hauses vor. Der kreative Kopf hinter dem Blockbuster von 2008 - Schauspieler und Regisseur Ben Stiller - fordert ebenfalls, die Inhalte aus dem Propaganda-Clip zu entfernen. Gleiches gilt für "Yu-Gi-Oh"-Sprecher Dan Green. Beide verweisen auf die friedlichen Botschaften hinter ihren Figuren, die nicht für politische Aussagen missbraucht werden sollen.
Die Verwendung von populären Memes, Ausschnitten und Musikstücken ist kein Einzelfall, sondern Medien-Strategie der US-Administration: Via Social Media wetterte unlängst beispielsweise Sängerin Kesha darüber, dass die Passage "This place about to blow" aus ihrem Hit "TiK ToK" in einem Video von Trumps Regierung auf TikTok gezeigt wird - just in dem Moment wo eine Rakete aus einem Kampfjet ein Kriegsschiff trifft.
Sogar Zeichentrick-Figuren sind nicht sicher vor der US-Propaganda-Maschinerie: SpongeBob Schwammkopf fragt in einem der kontroversen Videos: "Willst du sehen, wie ich es noch einmal mache?" - vor der Aufnahme einer Bombenexplosion.
Auch Szenen aus Filmen wie "Iron Man", "Braveheart" und "Transformers" wurden bereits in Clips des Weißen Hauses geschnitten. In einem weiteren KI-Filmchen flog Trump vermeintlich in einem Kampfjet über New York, wo er auf erboste Demonstranten Gülle regnen ließ. Dazu lief der Song "Danger Zone" aus "Top Gun". Sänger Kenny Loggings war nicht amüsiert darüber: Er forderte die Entfernung seiner Inhalte. Gleiches gilt für Künstler wie MGMT und Sabrina Carpenter.
Bei der Kontroverse um diese Art von Videos geht es nicht nur um Fragen des Urheberrechts: Kritiker werfen den Clips eine "Gamification des Krieges" vor - das reale Leid, welches Kriege auslösen, würde durch die Game- und Filmszenen trivialisiert. Darüber hinaus nutzt das Weiße Haus Games-Motive, um andere politische Kernbotschaften zu streuen, was unlängst Nintendo auf den Plan rief, weil Motive aus dem harmlosen "Pokémon Pokopia" für die MAGA-Bewegung verwendet wurden.


