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Nina Hagen auf dem "Highway To Heaven": Das sind die Musik-Highlights der Woche

28.03.2026 von SWYRL/John Fasnaugh

Suzi Quatro, Paul McCartney, Paula Carolina und Nina Hagen, die auf ihrem neuen Cover-Album wieder viele Lieder für den lieben Gott spielt: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

"Gott", "Jesus" und "Hallelujah": In der heutigen Musik hört man solche Vokabeln nicht mehr sonderlich oft, und wenn, dann selten mit ernsthafter christlicher Botschaft. Aber wenigstens eine Kerze brennt da noch: Nina Hagen feiert mit dem Gospel-Cover-Album "Highway To Heaven" einmal mehr ihren Glauben. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Suzi Quatro, Paul McCartney und Paula Carolina.

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Nina Hagen - Highway To Heaven

Jedes Jahr melden die Kirchen neue erschreckende Austrittszahlen, an normalen Sonntagen herrscht oft gähnende Leere in der Messe, und von der Wirkmacht, die der Glaube heutzutage noch auf die Menschen und ihren Alltag hat, sollte man gar nicht erst anfangen. Der Trend ist eindeutig. Aber da ist ja immerhin noch diese eine Frau, die erst sehr spät angefangen hat, Kerzen für den lieben Gott anzuzünden, und wahrscheinlich hört sie in diesem Leben auch nicht mehr damit auf. Nina Hagen, die immer schon am liebsten ihren eigenen Weg ging, ließ sich 2009 evangelisch taufen. Die Liebe zum Schöpfer, sagt sie, werde seither mit jedem neuen Tag nur noch größer. Und offenbar auch mit jedem neuen Album: Auf "Highway To Heaven" feiert die Rock-Röhre mal wieder ihren ganz eigenen Gottesdienst.

Die Stimme ist nicht mehr das, was sie früher einmal war. Dafür hat Nina Hagen in der Vergangenheit zu viel gequalmt - weiß sie selbst. Große Live-Konzerte sind auch nicht mehr drin. Aber die Exzentrikerin jetzt mal wieder auf Platte zu hören, vier Jahre nach dem Album "Unity" (2022) und wenige Wochen nach ihrem 71. Geburtstag, ist doch ein Erlebnis. Wieder werden mehr oder weniger bekannte Gospel-Klassiker und andere Gotteslieder nachgesungen. Mit tiefer Stimme und immer noch kunstvoll gerolltem "R" verneigt Nina Hagen sich vor Künstlerinnen wie Dorothy Norwood, Sister Rosetta Tharpe und Mahalia Jackson. Insgesamt 14 Songs enthält der neue Langspieler, auf dem Nina Hagen auch Duette mit ihren alten Freundinnen Nana Mouskouri und Gitte Haenning singt.

Suzi Quatro - Freedom

"I can't be nobody else but me", singt Suzi Quatro in "Choose Yourself", einem von insgesamt 13 Songs auf ihrem brandneuen Album "Freedom" - sie könne niemand anders sein als sie selbst. Wie eine Erkenntnis aus dem allerhöchsten Philosophie-Regal wirkt das zunächst vielleicht nicht, aber es steckt doch unheimlich viel Wahrheit drin. Und eigentlich auch viel "Freedom" im modernen Sinne: Wenn man sich selbst so akzeptiert und feiert, wie man ist, dann schafft das automatisch auch Freiheit. So erscheint plötzlich auch dieser vermeintlich stumpfe und abgedroschene Albumtitel ganz schön clever.

Suzi Quatro weiß nach sechs Jahrzehnten im Rock-Geschäft ganz genau, wer sie ist und was sie kann. Sie weiß auch, was sie nicht kann, und versucht nicht, sich auf ihrem 19. Studioalbum irgendwie neu zu erfinden - "can't be nobody else" und so. Es sind ideale Voraussetzungen, um einmal mehr das Beste aus sich herauszuholen. Suzi Quatro spielt von der ersten bis zur letzten Sekunde kernigen, handgemachten Analog-Rock, geradlinig, cool und unheimlich selbstbewusst. Vor allem aber kriegt sie es hin, trotz Classic-Rock-Ansatz den heutigen Zeitgeist zu treffen, zumindest auf inhaltlicher Ebene. "Wir tragen oft Masken, um in dieser Welt irgendwie durchzukommen. Mir geht es darum, sich in der eigenen Haut wohl zu fühlen, nichts beweisen zu müssen und sich keinen Blödsinn gefallen zu lassen!", beschreibt Suzi Quatro die Grundidee hinter ihrer neuen Platte.

Paul McCartney - Days We Left Behind

Seine Fans wissen schon lange, dass da etwas Großes auf dem Weg ist, nur das "Wann?" war zuletzt noch offen. 2024 sprach Paul McCartney bereits sehr konkret über ein neues Album mit mehreren fertigen Songs, man rechnete mit einer Veröffentlichung irgendwann 2025. Ein bisschen länger hat es dann doch noch gedauert, aber jetzt ist es offiziell: Am 29. Mai bringt der inzwischen 83-jährige Ex-Beatle "The Boys Of Dungeon Lane" auf den Markt und damit seinen ersten neuen Langspieler seit "McCartney III" im Jahr 2020.

Die insgesamt 20. Soloplatte von Paul McCartney dürfte ein sehr persönliches Werk mit vielen autobiografischen Momenten werden, das deutet neben dem Albumtitel auch die erste Vorab-Single "Days We Left Behind" an. Der Name "Dungeon Lane" bezieht sich auf eine alte Straße in Liverpool, nahe dem Mersey-Ufer, in der Paul McCartney als Jugendlicher viel Zeit verbrachte und von der er auch in der neuen Single singt. "Days We Left Behind" sei in erster Linie ein "memory song", erklärt McCartney, also ein Erinnerungsstück. Überhaupt, so heißt es in der Ankündigungen, spiele die Vergangenheit des Sängers und Songschreibers eine zentrale Rolle auf dem neuen Album - mit Erinnerungen an seine Eltern, aber auch an "die Anfangstage mit George Harrison und John Lennon".

Paula Carolina - Wild

Dass man sich durch das Hören bestimmter Musik plötzlich wieder 20 oder 30 Jahre jünger fühlen könne - ein albernes Märchen. Aber mit manchen Eltern wird doch unweigerlich etwas passieren müssen, wenn sie aus den Zimmern ihrer Kinder das neue Album "Wild" von Paula Carolina hören. Erinnerungen an wilde JUZ-Abende, an Pogo und an Aufbegehren, vielleicht auch an wildes erstes Geknutsche. In dieser Musik zwischen Punk, Rock und Pop lebt ein ganz spezieller Spirit neu auf, wie auch schon vor zwei Jahren auf Paula Carolinas Debütalbum "Extra", den man in zeitgenössischen Veröffentlichungen nur noch selten findet.

Die Mamas und Papas, die früher selbst mal "wild" waren, sollten natürlich nur heimlich mitsummen oder mit dem Fuß wippen, denn gemacht sind diese Lieder von Paula Carolina ganz eindeutig für junge Menschen. Mutmaßlich vor allem für solche, die eher links wählen (oder später mal eher links wählen, wenn sie alt genug sind). Paula Carolina, 26, zeigt immer wieder deutlich an, welche Einstellungen sie mit auf die Bühne bringt, vor allem politisch (zum Beispiel in "Gib mir dein Geld!" und "Die Zecke"). Oft genug geht's auf "Wild" aber auch einfach nur um den Spaß, und manchmal - was völlig okay ist - geht's um gar nichts ("Ein Lied in dem nichts geschieht"). Rotzfrech, meinungsstark, lebhaft und gut drauf. Im April und Mai geht Paula Carolina mit dem "Wild"-Material auch auf Tour.

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