30.03.2026 von SWYRL
Anna Kraft war gerade einmal 29 Jahre alt, als sie die Diagnose Multiple Sklerose bekam. Im Podcast mit Robin Gosens teilte die Sportmoderatorin, wie die Krankheit festgestellt wurde. Außerdem schildert sie offen "ihren größten Dämon".
Ein harmloser Friseurbesuch bereitete 2015 für Anna Kraft den Weg zum "schwärzesten Tag in ihrem Leben": Kurz vor Weihnachten habe sie nach einem dreistündigen Termin ein Kribbeln im Bein gespürt, schilderte die Sportreporterin im Podcast "Wie geht's? Mit Robin Gosens". Zunächst habe sie gedacht, ihr Bein sei schlichtweg eingeschlafen. Doch auch im Auto und zurück daheim habe das Gefühl nicht nachgelassen. Selbst ihr eigentliches "Allheilmittel", eine warme Dusche, habe keine Abhilfe geschaffen, im Gegenteil: "Ich habe nicht gefühlt, dass das Wasser heiß ist."
Deshalb habe Kraft die Ambulanz aufgesucht, um sich untersuchen zu lassen. Weil sie dort mit "hängender Gesichtshälfte" angekommen sei, hätten die Ärzte die damals 29-Jährige rasch untersucht. Der zunächst geäußerte Verdacht Schlaganfall erhärtete sich zwar nicht, trotzdem wurde Kraft über Nacht im Krankenhaus behalten. "Aus diesem nicht lange bleiben sind über zweieinhalb Wochen geworden", blickte sie zurück. Nach den ersten Untersuchungen stand rasch die Diagnose fest: Multiple Sklerose. "Der Tag hat sich eingebrannt. Das ist wie ein zweiter Geburtstag, nur im negativen Sinne", beschrieb die RTL-Sportmoderatorin im Podcast.
Abonniere unseren Newsletter und wir versprechen, deine Mailadresse nur dafür zu verwenden.
RTL-Moderatorin über MS-Diagnose: "Ich habe motorisch den Stecker gezogen bekommen"
"Ich konnte dann nicht mehr laufen. Ich habe motorisch den Stecker gezogen bekommen", erklärte Anna Kraft, wie sehr sich die Symptome anfangs bemerkbar machten. "Plötzlich ist dein Körper dein absoluter Feind." Ehe die Ärzte ihr die Diagnose ausstellten, wusste die Sportmoderatorin nur wenig über die Krankheit. Wie übel der Befund ist, sei ihr erst nach dem Austausch mit ihrem Umfeld bewusst geworden: "Meine Mutter hat am Telefon nichts gesagt. Diese Reaktion hat mir gezeigt: Das muss was Schlimmes sein."
Sie habe die Krankheit als "Familienmitglied" akzeptieren müssen, auch wenn sie darauf "ehrlich gesagt keinen Bock hatte". Dank wirksamer Medikamente könne sie mit der Krankheit aber gut leben, verwies Anna Kraft darauf, seit zwei Jahren schubfrei zu sein. Dennoch hat die 40-Jährige regelmäßig mit Einschränkungen zu kämpfen. "Mein größter Dämon ist die Fatigue", kam sie auf eine MS-Begleiterscheinung zu sprechen. "Da kannst du 20 Liter Kaffee trinken, aber es geht nicht weg." Zudem sei es "sehr erniedrigend", dass mitunter die Blasenfunktion nicht mitspiele und sie auf eine Windel angewiesen sei.
Anna Kraft will über Multiple Sklerose aufklären
Die Komplexität der Krankheit anzunehmen, habe sie zwei Jahre gekostet, teilte Anna Kraft im Gespräch mit Robin Gosens. Besonders die Tatsache, mitunter auf Hilfe angewiesen zu sein, habe ihr zu schaffen gemacht. "Ich hätte mir früher eher die Finger abgeschnitten", blickte die Zweifachmama zurück. "Aber wenn man ganz unten ist, springt man über seinen Schatten."
Heute würde die RTL-Moderatorin nur eines anders machen: früher offen mit ihrer Krankheit umgehen. Doch sie wollte sich "nicht über die Krankheit definieren lassen" - und: "Ich wollte keine Tränengeschichte in der 'Bild' sein." Dazu schwang die Sorge mit, beruflich nicht mehr in dem Maße berücksichtigt zu werden wie vor der Diagnose. Heute spricht Kraft offen über ihre Erfahrungen mit MS, besonders um andere Betroffene zu ermutigen und aufzuklären.


