Nord Nord Mord - Sievers und das mörderische Türkis - Mo. 17.01. - ZDF: 20.15 Uhr

Seltene Leichtigkeit

14.01.2022 von SWYRL/Wilfried Geldner

Gerade mit der Fähre auf Sylt angekommen, entdeckt Kommissar Feldmann einen quer stehenden Wagen auf der Straße - und in den Dünen eine Leiche. Der Tote stellt sich als Kunstsachverständiger heraus, er war gerade dabei, in einer Sylter Galerie Bilder fürs New Yorker MoMA zu aquirieren.

Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) findet einen Toten in den Dünen. Als er den Täter ergreifen will, bricht er sich das Bein und wird fortan ans Bett gefesselt sein. Feldmann ist daher mindestens so wütend wie der große Sylter Maler Bitomsky, der mit seiner Schwester in einen Riesenstreit gerät und sie dabei fast erschlägt. Ist Bitomsky (Andreas Lust) so außer sich, weil der Kunstexperte und Kurator Piontek keines seiner Bilder für die große MoMA-Ausstellung "Deutsche Gegenwartskunst" in New York auserkoren hat? Hat er gar Piontek ermordet, den Mann, der nun tot in den Dünen liegt? - Alle diese Fragen stellen sich am Beginn des Kunstkrimis "Nord Nord Mord - Sievers und das mörderische Türkis", der mit Augenzwinkern und großer Empathie seine Protagonisten auf die Schippe nimmt - Kunstmaler, Galeristen und Experten ebenso wie das Sylter Ermittlerteam, das sich geradezu blind versteht.

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Sievers bekommt einen Expertentipp

Diesmal bekommt das Dreieck Sievers (Peter Heinrich Brix), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Feldmann erstaunlich selbstgewisse Konkurrenz aus Wien. Der Praktikant Ottfried Lechner (Felix Everding) weiß immer alles, bevor es alle anderen wissen, und den Kollegen im Revier ist er so eifrig zu Diensten wie ein Oberkellner im Sacher. Bald schon muss Feldmann in der Sylter Zeitung lesen, dass Lechner seine Stelle übernommen habe.

Die Regie (Benno Kürten) gibt dem Operettenbuffo und Sportwagenfahrer aus besserem Haushalt ebenso viel Raum wie allen anderen - wie Feldmann, der sich im Krankenhaus mit der Krankenschwester anlegt, wie Sievers, der wortkargen Denkfabrik im Hintergrund, und wie Ina, der intelligenten Seele des Teams. Bei alldem wird der mörderische Kunstskandal aber keineswegs aus den Augen verloren. Hat Piontek eine Fälschung entdeckt und musste deshalb sterben? Die türkisgrüne Farbe unter seinem Fingernagel lässt darauf immerhin schließen. Meuchelte ihn der von ihm verschmähte Maler - oder doch der Galerist (Gustav Peter Wöhler), der die astronomischen Summen seiner Kunstgeschäfte dahinschwinden sah?

Das Drehbuch (Thomas O. Walendy) bedient alle mit kleinen eigenen Geschichten, ohne sich deswegen zu verheddern. Andreas Lust spielt den Maler in seinem Kunstfuror genial, Feldmanns schnarchender Bettnachbar (David Bredin) ist als Helfer im Krankenhaus schon rein körperlich eine Wucht. Und selbst Sievers darf nochmal in eigener Sache ran, wenn er sich von Pionteks Assistentin (Patrycia Ziolkowska) einen Expertentipp zum (gefälschten) Renaissance-Bild seiner Freundin (Bellini, "Jüngling mit roter Kappe") geben lässt. Feldmann aber muss mit ansehen, wie Ina mit dem Wiener als Schattenriss hinterm Vorhang Walzer tanzt. Kurz gesagt: Selten gelang eine Kriminalkomödie so unbeschwert wie diese Ausgabe des Sylt-Krimis "Nord Nord Mord".

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