Katar und die Menschenrechte

TV-Expertin Almuth Schult über arabische Fußballerinnen: "Sie sind so frei wie wir"

22.11.2022 von SWYRL/Eric Leimann

Dass sie trotz aller Kritik am WM-Turnier in Katar für die ARD als TV-Expertin arbeitet, hat auch mit den Frauenrechten zu tun, für die sich die ehemalige Welttorhüterin und TV-Expertin Almuth Schult starkmachen will: Warum es politisch ist, wenn arabische Frauen Sport treiben.

Auch wenn Almuth Schult die Fußball-WM kritisch sieht, die Torhüterin zeichnete kurz vorn ihrem ersten Einsatz als ARD-TV-Expertin am Mittwoch, 23. November, ein eher differenziertes Bild des umstrittenen Tunriers in Katar. Im Interview mit der Agentur teleschau sagte die 31-Jährige: "Den arabischen Einfluss hatten wir bei einem WM-Turnier noch nie. Die Turniere fanden in Europa und Südamerika statt, nur jeweils einmal in Asien, Nordamerika und in Südafrika. Große Teile der Welt wurden in der langen Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften noch nicht abgebildet."

Almuth Schult wird die Abendspiele im Ersten gemeinsam mit Alexander Bommes unter die Lupe nehmen. "Auch die arabische Kultur interessiert mich", erklärt sie. "Es wird immer viel über den Umgang mit Frauen diskutiert. Auch das ist ein Grund für meine Teilnahme: Es ist wichtig, dass Frauen rund um dieses Event präsent sind."

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"Wichtig, dass überhaupt Frauen aus Deutschland vor Ort sind"

Tatsächlich interessiert sich Almuth Schult schon länger für Sportlerinnen mit islamischem Hintergrund, seit sie bei einem Testspiel der afghanischen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen in Deutschland zuschaute - was, wie man sich denken kann, vor der Rückkehr der Taliban an die Macht stattfand. "Die Spielerinnen tragen andere Klamotten, aber sie sind so frei wie wir. Unter der kurzen Fußballhose lange Tights und natürlich auch lange Ärmel, weil die Haut bedeckt sein muss bis auf Gesicht, Füße und Hände. Sie tragen auch ein spezielles Sport-Kopftuch, das in der Bewegung nicht verrutscht. Trotzdem hat man das Gefühl, die Frauen gehen beim Fußballspielen aus sich heraus." Almuth Schult sagt, sie wisse "von Spielerinnen des FC Bayern München, dass sie mit einheimischen Mädchen im arabischen Raum trainiert haben und dass das für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung war".

Generell möchte Almuth Schult, die selbst wohl nicht nach Katar reisen wird, die Sichtbarkeit von Frauen rund ums Turnier erhöhen: "Es ist auf jeden Fall wichtig, dass überhaupt Frauen aus Deutschland vor Ort präsent sind. Esther Sedlaczek wird für die ARD in Katar sein, was mich sehr freut, weil sie auch im Stadion ist und vor der Kamera das Geschehen leiten wird." Eine starke "Präsenz" von Frauen, so Schult, sei ein Ziel, das man bei dieser WM hervorragend vorantreiben könne.

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