Schauspieler mit Zukunftssorgen

"Watzmann ermittelt"-Star Peter Marton zum Krieg in der Ukraine: "Egal, wer gewinnt, wir alle verlieren"

20.09.2022 von SWYRL

In der Krimiserie "Watzmann ermittelt" (neue Folgen ab Mittwoch, 21. September, im Ersten) spielt Peter Marton einen erfolgreichen Polizisten, im Alltag wird er von eben diesen nach eigener Aussage auch schon mal mit rassistischen Bemerkungen konfrontiert. Nun sprach Marton über seine ambivalenten Erfahrungen.

Die Diskrepanzen zwischen seiner Rolle als respektierter Polizist in der Krimireihe "Watzmann ermittelt" (neue Folgen ab Mittwoch, 21. September, 18.50 Uhr, im Ersten) und seinem Dasein als österreichischer Schauspieler mit kenianischen Wurzeln bekommt Peter Marton in Zeiten wie diesen zunehmend zu spüren. Im Zuge der Dreharbeiten zur vierten Staffel des beliebten Vorabendkrimis aus dem Berchtesgadener Land musste der Schauspieler häufig die Grenze überqueren, um nach Oberbayern zu gelangen. Kontrollen lagen wegen des G7-Gipfels in Schloss Elmau an der Tagesordnung, wie er jetzt in einem Interview zum Staffelstart berichtete. "Wenn ich dann explizit als Einziger gefragt werde, ob ich schon mal 'Kontakt' zur Polizei hatte, ist das schon ein beklemmendes Gefühl", schilderte der 39-Jährige betroffen.

Während vom Fahrer nur der Personalausweis in Augenschein genommen worden sei, geriet Marton nach eigener Aussage offenbar in Verdacht, möglicherweise bereits straffällig geworden zu sein. "Das fand ich schon krass", sagte Marton in dem Gespräch, das anlässlich des Staffelstarts geführt wurde. Vor allem im ländlichen Raum spüre der Schauspieler einen "gewissen Alltagsrassismus" vermehrt.

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"Wir alle verlieren"

Etwas aufgekratzt tritt Marton in den neuen "Watzmann"-Folgen als Ermittler Jerry Paulsen auf: Er soll seine bislang unbekannte Schwester vom Flughafen abholen, hat jedoch ein eher schwieriges Verhältnis zum Thema Familie. "Ich finde die Geschichte wird auch gleich spannender, wenn Jerry statt großer Freude erst einmal Unsicherheit spürt und von der Situation überfordert ist", schwärmt der Mime von der Idee der Autoren.

Überfordernd wirkt auch so manch eine aktuelle Schlagzeile auf den 39-Jährigen. "Sicher habe ich die Hosen voll - nicht erst seit im Februar der Krieg in der Ukraine losgegangen ist. Flirten mit dem 3. Weltkrieg, Pokern mit Atombomben", fasste es der "Watzmann"-Darsteller beunruhigt zusammen: "Egal, wer gewinnt, wir alle verlieren." Er fühle sich wie in einem George Orwell-Film im ersten Drittel.

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