13.02.2026 von SWYRL
"Die Trauer schlägt in Wut um": Nach dem gewaltvollen Tod des Zugbegleiters Serkan Çalar fordert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für das Zugpersonal. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert wurde im ARD-Moma deswegen deutlich.
Der Fall des getöteten Zugbegleiters Serkan Çalar schlägt weiter hohe Wellen. Am Freitag beraten bei einem Sicherheitstreffen in Berlin Vertreter der Bahn und aus der Politik Schritte für eine erhöhte Sicherheit in den Zügen. "Wir erwarten handfeste Ergebnisse", verdeutlichte Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), im ARD-"Morgenmagazin". Konkret forderte er eine Doppelbesetzung von Zugbegleitern und die "Möglichkeit von Bodycams im Fernverkehr". Zudem müsse das "Verantwortungs-Ping-Pong" zwischen Bund und Ländern ein Ende haben.
Angesichts von über 3.000 gewalttätigen Übergriffen auf Bahn-Mitarbeitende im vergangenen Jahr wollte Interviewerin Sabine Scholt wissen: "Mit welcher Art von Gewalt haben es Ihre Kollegen zu tun?" Jeden Tag seien Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter "fünf bis neun Übergriffen" ausgesetzt, zählte Burkert auf. Neben körperlichen Attacken seien 2025 auch 15.000 verbale Angriffe registriert worden. Die Trauer über den Tod von Serkan Çalar "schlägt in Wut um", skizzierte Burkert das aktuelle Stimmungsbild.
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Bei der Bundespolizei "fehlt es an Personal, da fährt kaum jemand mit"
"Da gehört Bespucken dazu, das ist unfassbar", drückte Martin Burkert sein Entsetzen über die Zustände aus. "Ein Drittel unserer Kollegen hat Angst in der Arbeit, unvorstellbar." Er berichtete, dass 82 Prozent des im Einsatz befindlichen Zugpersonals bereits Übergriffe erlebt habe. Das habe auch andere Auswirkungen: "Die Kunden fühlen sich nicht mehr sicher."
"Wann und wo ist die Gefahr besonders groß?", wollte Scholt daraufhin wissen. "Das kann man gar nicht sagen", verwies der EVG-Vorsitzende auf die nicht vorhandenen Unterschiede zwischen Tages- und Nachtzeiten. Für das "Sicherheitsempfinden von Reisenden" brauche es eine Doppelbesetzung in den Waggons, wiederholte Burkert seine anfängliche Forderung. Zu reden sei auch über mehr Engagement der Bundespolizei: "Da fehlt es an Personal, da fährt kaum jemand mit."



