09.02.2026 von SWYRL
Während Bad Bunny beim Super Bowl Lateinamerika und die Vielfalt der USA zelebrierte, bot die Organisation Turning Point USA ein alternatives Halbzeitprogramm unter anderem mit Kid Rock. Etwa 5 Millionen Menschen schalteten ein - und unterstrichen so die Gespaltenheit des Landes.
Wenn sich Amerika noch auf eine Sache einigen kann, dann ist es vielleicht diese: Football. Der Super-Bowl, das Finalspiel der US-amerikanischen Football-Liga NFL, ist ein nationales Riesen-Event, das nicht nur von eingefleischten Fans des Sports verfolgt wird. Ob links oder rechts: Der Sport scheint die zutiefst gespaltene Nation zu vereinen. Für gewöhnlich schalten etwa 100 Millionen Menschen ein, wenn der Sieger der Liga ermittelt wird.
Seit 1967 ist die Halbzeit-Show Teil des Super-Bowls, mit der Zeit gewann das Event immer mehr an kultureller Bedeutung. Längst gilt es als Ehre, die prestige-trächtige Show in der Mitte des Finalspiels gestalten zu dürfen. Mit einer opulenten Darbietung kann eigentlich immer gerechnet werden. Doch mit Ausnahme der Sportwelt - und auch die ist nicht vollumfänglich ausgenommen - hat sich die US-Kulturlandschaft in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam mit dem politischen Leben extrem polarisiert. Künstlerinnen und Künstler, auf die sich alle einigen können, sind immer schwerer zu finden, und auch 2026 war keine Ausnahme: Bei dem aus Puerto-Rico stammende Rap- und Popstar Bad Bunny sehen Rechtskonservative schwarz.
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Country-Tribut an Gott und Charlie Kirk
Die rechtskonservative Non-Profit-Organisation Turning Point USA hat sich darum für 2026 ein alternatives Halbzeit-Programm ausgedacht. Mit Kid Rock ("All Summer Long", "Bawitdaba") trat einer der erfolgreichsten offenen Unterstützer Donald Trumps im Musikgeschäft als Headliner auf. Außerdem performten Brantley Gilbert, Lee Brice und Gabby Barrett auf. Während im Levi's Studium im kalifornischen Santa Clare zu Latin-Pop getanzt wurde, war die konservative Alternative von Country geprägt. Thematisch waren Gottesfürchtigkeit, Familienwerte und Patriotismus überpräsent.
Der Bedarf für eine Alternative zu der NBC-Variante war groß genug, um ein Millionenpublikum zu motivieren, um- oder einzuschalten: Die Zuschaueranzahl des YouTube-Streams erreichte bis zu 5,7 Millionen Menschen. Die meiste Zeit der 25 Minuten langen Show befanden sich 4 bis 5 Millionen Menschen im Stream.
Obwohl Turning Point USA im Vorfeld hatte verlauten lassen, dass die Show nicht politisch motiviert sei, sondern Entertainment für jeden biete, begann Gilbert seinen Auftritt mit der Behauptung: "Das ist das echte Amerika." Während der Show wurde dem 2025 erschossenen rechten Aktivisten Charlie Kirk zweimal gedacht. Kirk war Mitbegründer von Turning Point USA.


