20.03.2026 von SWYRL
Eigentlich hatte Chester Bennington mit dem Traum vom Rockstar-Dasein bereits abgeschlossen, da erhielt er einen folgenschweren Anruf. Beim Vorspiel vor seinen zukünftigen Bandkollegen von Linkin Park musste der Sänger, der am 20. März seinen 50. Geburtstag gefeiert hätte, noch eine letzte Hürde überwinden ...
Es war eine Mischung, die eine Erfolgsgeschichte ermöglichen sollte: Mit Chester Bennington hatte die Band, die später Linkin Park werden sollte, den perfekten Sänger gefunden. Emotional und nahbar, aber doch mit Power, hatte der Frontmann, der am 20. März seinen 50. Geburtstag gefeiert hätte, genau den richtigen Stil für die einflussreiche Rap-Rock-Band, die auch vor Emo-Einflüssen nicht zurückschreckte.
Dabei wäre Bennington um ein Haar nicht in die Band aufgenommen worden. Der erstaunliche Grund: Die restlichen Mitglieder waren sich nicht sicher, ob der tätowierte Alternative-Rocker optisch zur Band passen würde. Das wirkt erstmal schräg, die Bedenken hatten aber ihren Grund. Denn als Bennington zur Band stieß, hatte die bereits einen Plattenvertrag an der Angel - und in der Musikindustrie ist Optik nun einmal sehr bedeutsam.
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Den schicksalhaften Anruf erhielt Chester Bennington an seinem Geburtstag
Doch eines nach dem anderen. Linkin Park fanden - anfangs noch unter dem Namen Xero - zusammen, als die Mitglieder noch auf die Schule gingen. Ein ebenfalls "Xero" betiteltes Demo erreichte Jeff Blue, der zu diesem Zeitpunkt als Talentscout für die Plattenfirma Zomba Music arbeitete. Er erkannte das Potenzial, doch ein Plattenvertrag kam vorerst nicht zustande. Der Grund: Nach der Einschätzung von Blue passte der Stil von Sänger Mark Wakefield nicht zu der Band.
Dass der nach dem ausbleibenden Deal die Band verließ, erwies sich als Glücksfall, genauso wie, dass ein Bekannter die Aufmerksamkeit von Blue auf einen Sänger namens Chester Bennington lenkte. Der hatte gerade die Post-Grunge-Band Grey Daze verlassen und sich damit abgefunden, dass es wohl nichts werden würde mit einer Karriere im Rockgeschäft. Dann kam wie aus dem Nichts der Anruf von Jeff Blue, der wissen wollte, ob Bennington sich vorstellen könnte, für eine Rap-Rock-Band namens Xero vorzusingen. Ein gutes Omen: Bennington erhielt den Anruf am Tag seines 23. Geburtstags.
Aus Xero wurden Linkin Park
Beim Vorsingen in Los Angeles war Bennington nicht der einzige Kandidat, aber er überzeugte. Den restlichen Bandmitgliedern war sofort klar, dass sie es hier mit dem talentiertesten Kandidaten und besten Sänger unter den Bewerbern zu tun hatten. Wenn da nur nicht das Problem mit der Optik wäre, dass sie zögern ließ. Sie vertrösteten Bennington. Doch einer Stimme wie dieser konnten sie sich nicht verwehren. Letzten Endes warf die Band alle Bedenken über Bord: Bennington war dabei.
Nach dem Einstieg von Chester Bennington nannten sich Xero in Hybrid Theory um. Unter Eigenregie nahm die Band eine EP auf, ehe sie wieder den Kontakt zu Jeff Blue aufnahm. Der hatte das kleinere Label Zomba Records inzwischen verlassen und war zum Vizepräsident des Majorlabels Warner Bros. Records aufgestiegen. Im November 1999 unterschrieb die Band ihren Vertrag, benannte sich um in Linkin Park und verwendete ihren ehemaligen Bandnamen stattdessen als Titel ihres ersten Albums. "Hybrid Theory" wurde zum Megaseller und Linkin Park zu einer führenden Band der Nu-Metal-Szene. Der Rest ist Geschichte. Im Falle von Bennington eine tragische: Am 20. Juli 2017 nahm er sich das Leben.


