20.03.2026 von SWYRL
Ausverkaufte Stadien, Streaming- und Chart-Rekorde: BTS zählt zu den erfolgreichsten Bands der letzten Jahre. Jetzt kehren die sieben Mitglieder mit einem neuen Album zurück. Wir erklären das Phänomen.
Seitdem BTS ihr letztes gemeinsames Album veröffentlichten, sind vier Jahre vergangen - eine lange Zeit in der Welt des K-Pop. Doch jetzt meldet sich die erfolgreichste Band Südkoreas zurück: Die Konzerte der nächsten weltweiten Tour waren rasend schnell ausverkauft, nun kommt am Freitag, 20. März, auch das neue Album "Arirang" heraus. Einen Tag später feiert die Band um 12 Uhr deutscher Zeit ihr Comeback in einem Live-Konzert auf Netflix. Aber wer steckt eigentlich hinter dem Erfolg? Und wie gelang es den sieben Mitgliedern, zu einem weltweiten Phänomen zu werden?
BTS wurde von der damals noch kleinen, südkoreanischen Unterhaltungsagentur Big Hit Entertainment gegründet. Ihr Name, auf Koreanisch "Bangtan Sonyeondan" (방탄소년단), bedeutet so viel wie "kugelsichere Pfadfinder". Seit 2017 steht die Abkürzung außerdem für "Beyond the Scene" (deutsch: "Jenseits der Szene").
Die Mitglieder Kim Nam-joon (31) aka RM und Min Yoon-gi (33) alias Suga waren im Vorfeld als Underground-Rapper aktiv. Jung Ho-seok (32) mit dem Künstlernamen J-Hope und ebenfalls Rapper in der Band, war Streetdancer. Die vier Sänger Kim Seok-jin (33) alias Jin, Park Ji-min (30), Kim Tae-hyung (30) aka V und Jeon Jungkook (28) gingen zur Universität oder noch zur Schule, bevor sie als BTS-Mitglieder ausgewählt wurden.
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"Wir haben ausgesprochen, was andere Menschen empfanden"
Schon bevor sie ihre erste EP "2 Cool 4 Skool" im Juni 2013 veröffentlichten, bauten sich BTS auf Twitter, YouTube und Co. eine Fanbase auf, die seither immer weiter gewachsen ist. Diese Fan-Nähe behalten sie unter anderem über Livestreams bis heute bei. Die BTS-"ARMY", wie die Fans genannt werden, ist maßgeblich am Erfolg der Band beteiligt: Koreanische Fans übersetzten die Lyrics der Songs für all jene, die die Sprache nicht sprechen. Sie machten Radiosender und Stars auf die Band aufmerksam und trieben Verkaufs- und Streaming-Zahlen in die Höhe.
Fragt man die auf der ganzen Welt verteilte "ARMY", warum sie so begeistert sind von einer Band, deren Sprache sie meist nicht sprechen, nennen sie zahlreiche Gründe: die Musik, elektrisierende Auftritte, eine ehrliche Freundschaft innerhalb der Band und bewegende Songtexte. Seit ihrer Debütsingle "No More Dream" (2013) sind die Mitglieder, zu Beginn insbesondere die drei Rapper, am Schreiben und an der Produktion ihrer Songs beteiligt, was in der K-Pop-Industrie eher selten der Fall ist. Ihre Lieder beschäftigen sich unter anderem mit den Problemen der Jugend ("Silver Spoon"), Selbstliebe ("Answer: Love Yourself") und mentaler Gesundheit ("Whalien 52"), aber auch dem unbedingten Erfolgswillen ("Dope").
"Wir haben die Geschichten erzählt, die die Leute hören wollten und hören konnten, Geschichten, die andere nicht erzählen konnten oder wollten", erklärte Suga in einem Interview mit "Time" im Jahr 2018. Und weiter: "Wir haben ausgesprochen, was andere Menschen empfanden - Schmerz, Ängste und Sorgen." Der Rapper sprach in seinem ersten Solo-Album, das er unter dem Namen Agust D veröffentlichte, offen über seine Depression.
Von Hip Hop bis Reggaeton: So klingt BTS
Wie im K-Pop üblich werden die meisten Songs der Band teils gesungen und teils gerappt. Vor allem den ersten Alben der Band sind die Einflüsse des amerikanischen Hip-Hop deutlich anzuhören. Die Mitglieder nannten unter anderem Eminem und Nas als ihre Vorbilder und ließen sich auch bei neueren Songs noch von Künstlern wie Tupac inspirieren.
Im Laufe der Jahre kamen weitere Einflüsse hinzu: vor allem Pop, aber auch R&B, EDM und weitere Genres. Traditionelle koreanische Musik spielt in Songs wie "Ddaeng" (2018) oder "Idol" (2018) ebenfalls eine Rolle. Auf dem neuen Album ist mindestens der Titel traditionell: "Arirang" ist ein beliebtes Volkslied und inoffizielle Hymne Südkoreas.
Bis 2021 veröffentlichten BTS ihre Songs fast ausschließlich auf Koreanisch. Einige Singles nahmen sie für den japanischen und den chinesischen Musikmarkt in der jeweiligen Sprache neu auf. Mit "Dynamite" (2021) brachten sie den ersten englischen Song heraus. Im selben Jahr folgten mit "Butter" und "Permission to Dance" zwei weitere Lieder mit nur englischen Lyrics. Während die Songs kommerziell ein Erfolg waren, sahen einige Fans sie kritisch und warfen BTS vor, zu westlich zu werden.
Die "Prinzen des Pop" brechen Rekorde
Trotzdem: Die "Prinzen des Pop", wie die "Times" BTS 2019 nannte, gelten als Vorreiter der sogenannten "koreanischen Welle" und machten K-Pop vor allem in den USA, aber auch in Europa endgültig erfolgreich. Dabei zogen sie mit legendären Musikgrößen gleich: Wie den Beatles gelang es auch BTS, in weniger als zwei Jahren in den USA vier Nummer-eins-Alben zu veröffentlichen. Außerdem stellten sie einen Rekord von Michael Jackson ein: Beide erreichten innerhalb von zehn Monaten mit fünf verschiedenen Songs Platz eins der US-Single-Charts.
Entsprechend wurde die Band bereits mit einigen amerikanischen Musikpreisen, etwa neun American Music Awards, ausgezeichnet. Auch bei den prestigeträchtigen Grammy Awards wurde BTS bereits fünfmal nominiert.
Indes brechen sie auch in ihrem Heimatland Rekorde: Mit über 20 Millionen verkauften Alben sind BTS die erfolgreichste Band des Landes. Sowohl "Map of the Soul: Persona" (2019) als auch "Map of the Soul: 7" (2020) brachen den Rekord für das meistverkaufte Album in Südkorea. Auch das neue Album "Arirang" dürfte ein Erfolg werden: Laut Medienberichten wurde es in der ersten Woche nach Vorverkaufsbeginn über vier Millionen Mal vorbestellt.



