24.03.2026 von SWYRL/Niels Tenhagen
Einzelhandelskaufmann, Leiharbeiter, Kassierer in der Drogeriekasse: Baran Hêvî hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich, bevor er als Kommissar in "Die Rosenheim-Cops" zum TV-Star wurde.
Für seine Rolle bei den "Rosenheim-Cops" musste er sich nicht einmal bewerben: "Ich wurde angefragt und zum Casting eingeladen. Danach habe ich die Rolle zum Glück bekommen", sagte Baran Hêvîr im Interview mit "Gala". Seit 2020 steht der gebürtige Ingolstädter für die ZDF-Serie vor der Kamera, in der er den Kommissar Kilian Kaya spielt. Sein Weg dorthin verlief jedoch alles andere als geradlinig: Vor seiner Schauspielkarriere arbeitete Hêvî unter anderem im Einzelhandel und in der Industrie.
Ursprünglich war Hêvî in der 20. Staffel "nur" als Vertretung für den von Dieter Fischer gespielten Kommissar Anton Stadler eingeplant. Seit Staffel 21 ist Hêvî festes Mitglied des Ermittlerteams. Für ihn ein absoluter Traumjob: "Es ist wirklich ein tolles Projekt, und das ganze Team ist außergewöhnlich nett", sagte er ebenfalls gegenüber "Gala". Die kollegiale Zusammenarbeit sei nicht selbstverständlich: "An vielen Sets herrscht eine gewisse 'Ellenbogen raus'-Haltung."
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Erst Einzelhandelskaufmann, dann Leiharbeiter
Dass er jemals vor der Kamera landen würde, war dabei nicht wirklich abzusehen: Hêvî wurde in Ingolstadt geboren und machte dort seinen Hauptschulabschluss. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Schon während dieser Zeit stand für ihn fest: "Ich möchte irgendwas mit Schauspiel machen", erklärte er 2022 in der "Webtalkshow" mit Nico Gutjahr.
Während seiner Ausbildung versuchte er, erste Kontakte zum Theater zu knüpfen, jedoch ohne Erfolg. "Deshalb habe ich erst mal meine Lehre zum Einzelhandelskaufmann beendet." Danach arbeitete er mehrere Jahre als Leiharbeiter in der Industrie. "Ich war am Band und habe Autoteile zusammengebaut." Insgesamt vier Jahre lang.
Den Entschluss, sich vollständig auf die Schauspielerei zu konzentrieren, fasste Hêvî während einer Nachtschicht. Er begann, sich bei Theatergruppen zu bewerben und sammelte erste Bühnenerfahrungen. 2012 erhielt er einen Ausbildungsplatz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Dort schloss er seine Schauspielausbildung 2016 ab. Im Anschluss war er bis 2018 Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim.
Hêvî arbeitete als Kassier bei einer Drogeriekette
Die Arbeit am Theater war jedoch nicht gut bezahlt: Gegenüber "Bild" gab Hêvî an, in dieser Zeit 1.765 Euro brutto verdient zu haben. "Als Schauspieler weiß man nie genau, wann das nächste Engagement kommt. Das ist ein großer psychischer Druck, von dem ich mich befreien wollte." Ab 2018 arbeitete er daher erneut im Einzelhandel. Ende 2019 zog er nach Berlin. "Ingolstadt ist für freischaffende Schauspieler einfach zu teuer", erklärte er im Interview mit "Quotenmeter". In Berlin gebe es mehr Möglichkeiten und Netzwerke für künstlerische Projekte.
Als Hêvî 2020 die Zusage für die "Rosenheim-Cops" erhielt, arbeitete er als Kassierer bei einer Drogeriemarktkette. Der Wechsel erfolgte kurzfristig: "Am Donnerstag saß ich noch an der Kasse und Montag stand ich vor der Kamera", berichtete er in "Bild". Auch danach blieb er zunächst im Einzelhandel tätig. "Ich bin direkt vom Set wieder an die Kasse." Kunden hätten ihn dabei gelegentlich als Kommissar Kilian Kaya erkannt. Erst mit seinem festen Engagement ab Staffel 21 beendete er die Tätigkeit im Drogeriemarkt.
Hêvî engaiert sich auch politisch
Neben seiner Arbeit für Fernsehen und Theater engagiert sich Hêvî für Bühne für Menschenrechte. Dabei handelt es sich um einen Verein, "der durch dokumentarisches Theater politische Themen behandelt und deutschlandweit auf die Bühne bringt", wie er in "Quotenmeter" erklärte. Thematisch gehe es unter anderem um Gewalt gegen Frauen, Rechtsextremismus sowie Flucht und Asylverfahren.
Parallel zu diesem Engagement steht Hêvî weiterhin für die ZDF-Serie vor der Kamera. "Ich mag es, wenn ich in die Rolle schlüpfe und meinen Heimatdialekt spreche", sagte er in der "Webtalkshow". Angesichts der Popularität der Serie dürfte er dieses Vergnügen auch noch eine Weile haben, eine 26. Staffel der "Rosenheim-Cops" ist bereits in Arbeit.



