25.03.2025 von SWYRL
Eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds hat ergeben, dass Überstunden für viele Beschäftigte zum normalen Arbeitstag dazugehören. Besonders auffällig sind die Zahlen beim Homeoffice. In den meisten Fällen wird die Portion Extra-Arbeit nicht bezahlt.
Die Ergebnisse sind erschreckend: Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) gehören Überstunden für 44 Prozent aller Befragten zur Tagesordnung, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Demnach arbeiten 20 Prozent durchschnittlich ein bis fünf Stunden länger pro Woche als vertraglich vereinbart, weitere 24 Prozent machen mehr als fünf Überstunden. Bei 10,1 Prozent der Beschäftigten in Vollzeit beträgt die Arbeitszeit samt Überstunden mehr als 48 Stunden pro Woche. Im Homeoffice sind die Zahlen noch deutlicher ...
31.000 Beschäftige wurden vom DGB in den Jahren 2020 bis 2024 zu ihren Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen befragt. Von denen leisten mit satten 52 Prozent mehr als die Hälfte der Beschäftigten, die immer oder gelegentlich im Homeoffice arbeiten, Überstunden. Ohne Homeoffice sind es "nur" 31 Prozent.
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Pläne von Union und SPD stoßen auf Kritik
Ebenfalls auffällig: Je höher die Qualifikation, desto häufiger Überstunden! Denn während noch 42 Prozent der befragten Beschäftigten mit einer Tätigkeit, die einen Hochschulabschluss voraussetzt, ohne zusätzliche Arbeit auskommen, sind es bei einer Tätigkeit, für die kein Hochschulabschluss benötigt wird, immerhin 66 Prozent.
Hinzu kommt, dass die Überstunden in den meisten Fällen nicht bezahlt werden. Wie der DGB unter Berufung auf Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB angibt, sind 53,6 Prozent aller Überstunden im Jahr 2024 nicht vergütet worden. So gaben auch in der Befragung vier von zehn Beschäftigte an, zumindest gelegentlich außerhalb der normalen Arbeitszeit unbezahlte Arbeit für ihren Betrieb zu erledigen. 15 Prozent tun dies nach eigenen Angaben sehr oft oder oft.
Dass CDU/CSU und SPD nun auch noch in ihren Koalitionsgesprächen anvisieren, Überstunden noch mehr anzureizen - etwa mit Steuervorteilen -, stößt bei DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel auf Kritik: "Zusammen mit der offenbar geplanten Abschaffung des 8-Stunden-Tags ist das ein Giftcocktail für die Gesundheit und Leistungskraft von Beschäftigten."
Sie fügt mahnend hinzu, dass die Steuerfreiheit vielen Beschäftigten nichts bringen würde, da mehr als die Hälfte gar keine Bezahlung für die Überstunden erhält. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer "arbeiten bereits hart am Limit und leisten jeden Tag ihren Beitrag". Arbeitszeit müsse so gestaltet werden, dass Gesundheit geschützt werde und Privatleben möglich bleibe.