24.03.2026 von SWYRL/Christopher Diekhaus
In seinem ersten Solo-Auftritt nach "Avengers: Endgame" verschlägt es Peter Parker alias Spider-Man auf eine Klassenfahrt nach Europa. ProSieben wiederholt "Spider-Man: Far From Home" zur besten Sendezeit.
Ein Superheld hat es auch nicht leicht. Vor allem dann nicht, wenn er mitten in der Pubertät steckt. Wenn die erste große Liebe vor der Tür steht und wenn das Ich noch keineswegs gefestigt ist. "Spider-Man: Homecoming" (2017), das erste Solo-Abenteuer mit Tom Holland als Peter Parker alias Spider-Man, war mindestens zur Hälfte ein Film über das Erwachsenwerden, über die Unsicherheiten im Teenager-Alter und bildete damit eine charmante Abwechslung zum sonstigen Treiben der Weltenretter auf der großen Leinwand. Der zweite Teil "Far from Home" (2019), den ProSieben nun zur besten Sendezeit wiederholt, schlägt in dieselbe Kerbe, stellt den durch die Lüfte schwingenden Jugendlichen aber vor noch größere Herausforderungen.
Schließlich muss er seit dem Tod Tony Starks in "Avengers: Endgame" ohne seinen Mentor auskommen. Da Peter diesmal auf einer anstehenden Klassenfahrt durch Europa endlich seiner Schulkameradin MJ (Zendaya) seine Liebe gestehen will, ignoriert er den Anruf des S.H.I.E.L.D.-Leiters Nick Fury (Samuel L. Jackson), der die Unterstützung Spider-Mans aktuell gut gebrauchen könnte.
Viel Zeit zum Entspannen bleibt Peter auf dem Trip allerdings nicht, denn schon kurz nach seiner Ankunft in Venedig taucht dort ein Wasserungetüm auf, das in der Lagunenstadt für Chaos und Verwüstung sorgt. Das Eingreifen des aus einem Paralleluniversum kommenden Quentin Beck alias Mysterio (Jake Gyllenhaal) verhindert Schlimmeres. Doch er und Fury sind sich sicher, dass in Kürze ein Feuermonster Prag bedrohen werde. Wegen seiner MJ-Mission ziert sich Peter dennoch, den beiden unter die Arme zu greifen.
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Sympathische Liebesgeschichte
Der Titelheld ist abenteuerlustig, streift gerne sein Kostüm über, hat seinen Platz aber noch nicht gefunden. Welche Rolle er einnehmen soll, wie viel Verantwortung ihm zufällt und was Tony Stark von ihm erwarten würde, sind Fragen, die ihn fortlaufend beschäftigen. "Spider-Man: Far From Home" spinnt den Coming-of-Age-Ansatz des Vorgängers weiter, ohne dabei zu ermüden oder in monotone Grübeleien abzudriften. Vielmehr verpassen Regisseur Jon Watts, der schon das erste Kapitel inszenierte, und seine Drehbuchautoren Peters Selbstfindung eine erfrischende Leichtigkeit. An jeder Ecke wartet ein Witz, und erstaunlich viele finden ihren Weg ins Ziel. Bloß sporadisch hat man das Gefühl, dass es der Film mit seinen Späßen ein wenig übertreibt.
Herrlich amüsant und ebenso rührend ist die verdruckste Annäherung zwischen dem von Tom Holland erneut pfiffig-sympathisch gespielten Spinnenmann und seinem heimlichen Schwarm. Auch wenn man ahnt, wie das Ganze ausgehen wird, packt der schüchterne Liebestanz einen immer wieder. Einfach deshalb, weil er absolut ehrlich rüberkommt.
Romantik, Humor und Action verteilen sich gut auf die zweistündige Laufzeit. Und nicht nur die Protagonisten erhalten Gelegenheit, sich hervorzutun. Lustige Akzente setzen auch einige Nebenfiguren, etwa der Sicherheitschef Happy Hogan ("The Jungle Book"-Regisseur Jon Favreau) oder Peters bester Freund Ned (Jacob Batalon), der seinen Kumpel bereits auf dem Weg nach Europa kräftig überrascht.
Plot-Wendung im Mittelteil
Eine markante Plot-Wendung im Mittelteil verleiht der Handlung eine spritzige Dynamik. Die Motivationen hinter dem Twist hätten sicherlich noch etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Erzählerische Kunststücke darf man von einem Popcorn-Spektakel wie diesem jedoch nicht erwarten. Jon Watts nimmt den Richtungswechsel immerhin zum Anlass, um dem Publikum einige kreativ gestaltete, verrückte und abgründige Bilder um die Ohren zu hauen.
Im Dezember 2021 folgte mit "Spider Man: No Way Home", Hollands dritter Streich und der Abschluss der Trilogie - zumindest vorerst war es das. Mit dabei: Bösewicht Electro (Jamie Foxx). Zum Cast des Films, der erneut von Jon Watts inszeniert wurde, gehören auch Zendaya, Jon Favreau und Jacob Batalon. Ein vierter Teil der "Spider-Man"-Reihe mit Tom Holland unter dem Titel "Spider-Man: Brand New Day" soll am 30. Juli 2026 ins Kino kommen. Eine bislang noch unbekannte Rolle wird darin "Stranger Things"-Star Sadie Sink übernehmen.
Vorgänger-Filmreihe im Anschluss
Direkt im Anschluss an "Spider-Man: Far From Home" wiederholt ProSieben um 22.55 Uhr den zweiten Teil einer alten Spider-Man-Reihe: In "The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro" schlüpfte Andrew Garfield 2014 zum letzten Mal in die Rolle des Superhelden. Als Spider-Man kämpft er nicht nur gegen den titelgebenden, von Jamie Foxx meisterlich verkörperten Bösewicht "Electro", sondern noch gegen zwei andere Feinde: den "Green Goblin", zu dem Peters ehemaliger bester Freund Harry Osborn (Dane DeHaan) mutiert, sowie "Rhino" (Paul Giamatti), der jedem Fan der Comics bestens vertraut sein dürfte. Gleichzeitig muss Peter Parker die Beziehung mit seiner Freundin Gwen (Emma Stone) retten.



