Satirikerin in der "NDR Talk Show"

Sarah Bosetti im NDR: "Menschen, die in der Politik selbstkritisch sind, werden nicht gewählt"

11.05.2026 von SWYRL/Jens Szameit

Politikerinnen und Politiker seien zu wenig selbstkritisch, fand Schauspieler August Zirner in der "NDR Talk Show". Satirikerin Sarah Bosetti konterte den Einwurf: Eine gesunde Fehlerkultur werde von den Wählerinnen und Wählern nicht honoriert.

Ungewöhnlich viel wurde in der vergangenen Ausgabe der "NDR Talk Show" über Politik gesprochen. Das lag nicht alleine an der Anwesenheit von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher, sondern auch an der von Sarah Bosetti. Die Satirikerin ("extra 3", "Bosetti will reden!") wurde vorgestellt als scharfzüngige Kritikerin der Mächtigen. Als solche sieht sich die 42-Jährige aber selbst nur bedingt.

"Ich möchte nicht das Missverständnis stehen lassen, dass ich über die da oben schimpfe", sagte Bosetti im Gespräch mit Moderator Steven Gätjen. Die Wirklichkeit sei oft "nicht so schlimm, wie die öffentliche Debatte es darstellt". Deshalb sei es wichtig, die Polarisierung und die Rechthaberei zu überwinden: "Ich glaube, wir brauchen als Gesellschaft eine Paartherapie." Mit einem Unterschied: Die Erkenntnis, sich besser zu trennen, sei in einer Demokratie keine Option.

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Sarah Bosetti kontert Einwurf von Schauspieler August Zirner

Dass Bosetti in dem Zusammenhang den Begriff der Liebe genutzt hatte, rief Schauspieler August Zirner auf den Plan. Dazu gehöre "die Fähigkeit, einen Fehler einzugestehen", meldete sich der 70-Jährige in der Talk-Runde zu Wort. Einer der schönsten Momente in der Amtszeit von Angela Merkel sei es gewesen, als sie einen Fehler zugegeben habe. "Da hat sie mein Herz erobert", sagte Zirner, "obwohl ich kein konservativer Wähler bin." Fehler zuzugeben, sei befreiend, aber das gebe es kaum noch.

Bosetti teilte daraufhin einen anderen Blick auf Politik. "Man muss fairnesshalber sagen: Es wird auch nicht honoriert", glaubt die Satirikerin. "Menschen, die in der Politik sind und selbstkritisch sind und sagen: 'Okay, ich mache keine leeren Versprechungen (...), ich mache Fehler', die werden nicht gewählt."

Am Ende seien die Menschen gut beraten, sich mit sich selbst zu beschäftigen und nicht nur mit der Politik. "Wir leben in einer doch sehr gut funktionierenden Demokratie", sagte Bosetti. "Aktuell droht aber in mindestens einem Bundesland eine absolute Mehrheit für eine Partei, die diese Demokratie zerstören will, und da können wir nicht einfach nach oben zeigen, da müssen wir auf uns selbst zeigen." Dafür gab es im TV-Studio viel Applaus.

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